Abu Hanifa
  Abu Hanifa

Aussprache: abu haniifa
arabisch: أبو حنيفة
persisch: أبو حنيفة
englisch: Abu Hanifa

80 - 150 n.d.H.
699 - 767 n.Chr.

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Abu Hanifas eigentlicher Name ist al-Numan ibn Thabit ibn Zuta, aber er ist im Wesentlichen nur bekannt unter seinem Beinamen Abu Hanifa. Nach Abu Hanifa ist die Rechtsschule der Hanefiten, eine der vier sunnitischen Rechtsschulen benannt.

Er war ein Gelehrter der islamischen Rechtswissenschaft und war iranischer Abstammung. Über seinen Vater wird berichtet, dass er Zaroastrier aus der Stadt Kabul war. Abu Hanifa wirkte in Kufa. In einer anderen Version war sein Großvater Zuta ein befreiter Sklave, der aus dem Iran nach Kufa kam und dort vom Stamm der Taim aufgenommen wurde.

Abu Hanifa war ca. zwei Jahre lang Schüler von Imam Sadiq (a.), dem er allerdings in einigen Aspekten widersprach. Im Gegensatz zu den Vorgaben seines Lehrers Imam Sadiq (a.), der ihm dringend riet als vierte Quelle der Erkenntnis den Vernunftschluss [aql] anzuwenden, wird die Einführung des Vergleichsschlusses [qiyas] auf Abu Hanifa zurückgeführt, wofür ihn sein Lehrer heftig kritisierte. Zu Abu Hanifas weiteren Lehrern, der ihn beeinflusst hat, zählte Hammad ibn Abu Sulaiman.

Zu Abu Hanifas bedeutendsten Schülern zählen Abu Yusuf (715-798) und al-Schaybani (749/50-804). Abu Hanifa verfasste selbst keine schriftlichen Werke, seine Lehre ist durch die Schriften seiner Schüler überliefert, u.a. bei Abu Yusuf in "Ichtilaf Abi Hanifa wa ibn Abi Layla" und Al-Schaybani in seiner Schrift "al-Hudschadsch". Von seinen heutigen Anhängern wird Abu Hanifa auch Imam-ul-Adham (der große Imam) genannt.

Im Jahr 763 n.Chr. bot ihm der abbasidische Kalif Mansur das Amt des obersten Richters an, da er Abu Hanifas inhaltliche Opposition zu Imam Sadiq (a.) für sich nutzen wollte. Es gibt Schilderungen, in denen Abu Hanifa den Herrschern einige Urteile gegeben hat, wie es z.B. Abu Awana wiedergab. Da Abu Hanifa aber einige Güter geerbt hatte und aufgrund seines bescheidenen Lebensstiels daher lange Zeit unabhängig bleiben konnte, bevorzugte er es auch weiterhin unabhängig zu bleiben und sagte mit einem höflichen Brief ab, in dem er darauf hinwies, dass er für den Posten nicht qualifiziert genug sei. Mansur war erbost über die Ablehnung und warf Abu Hanifa Lüge vor. Daraufhin schrieb Abu Hanifa, dass der Kalif bestätigen würde, wie ungeeignet er sei, denn ein Lügner hätte auf dem Posten des obersten Richters nichts zu suchen. Daraufhin ließ Mansur Abu Hanifa festnehmen und foltern.

Abu Hanifa starb im Gefängnis 765/7 n.Chr. und wurde auf dem Gräberfeld "al- Chaidhuran" bei Bagdad begraben, und später wurde ein Schrein über seinem Grab errichtet.

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