Abu Dharr

Bild zu einem Film über Abu Dharr
Abu Dharr al-Ghaffari

Aussprache: abu dharr al-ghaffari
arabisch:
أبو ذر الغفاري
persisch:
أبو ذر غفاري
englisch: Abu Tharr al Ghaffari

??? - 652 n.Chr.

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Dschundub ibn Dschunadah ibn Sakan ist besser bekannt als Abu Dharr bzw. Abu Dharr al-Ghaffari. Abu Dharr gilt als einer der ersten fünf, die den Islam annahmen.

Als er den Islam annahm gab ihm der Prophet den Namen Abdullah. Daher ist sein Sohn, der von ihm starb, Dharr ibn Abdullah bekannt.

Er gehörte dem Stamm der Banu Ghaffar an. Ein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Sein ältester Sohn hieß Dharr, deswegen wurde er Abu Dharr (Vater von Dharr) genannt. Er starb 652 n.Chr. in der Wüste Rabadha, verbannt vom amtierenden Kalifen Uthman ibn Affan.

Abu Dharr war einer der treuen Gefährten des Propheten Muhammad (s.). Nach dessen Ableben schloss er sich Imam Ali (a.) an. Sein Leben war dem Kampf gegen immer deutlicher werdende Abweichung vom ursprünglichen Islam des Propheten geweiht. In der Provinz Schaam unterstützte er die Armen und Entrechteten gegen die Willkürherrschaft des Gouverneurs Muawiya und war stets darum bemüht, dem unterdrückten Volk die Fähigkeit zu erhalten, den wahren und ursprünglichen Islam zu erkennen. Als Muawiya erkannte, dass seine Position durch das Wirken Abu Dharrs ins Wanken geriet, wurde er verhaftet und nach Medina zum amtierenden Kalifen Uthman zurückgeschickt. Aber auch in Medina schwieg Abu Dharr nicht. Sein Protest richtete sich gegen die islamwidrige Politik des Kalifen, der die qur'anische Lehre zu seinem eigenen Vorteil interpretierte, wie auch Muawiya es immer versucht hatte, die Armut des Volkes z.B. als Fügung des Schicksals darzustellen. Mit der Zeit wurde Abu Dharr, dessen aufklärerisches Schaffen im Volke eine ernste Bedrohung für die Herrschenden und den Fortbestand ihrer Macht bildete, für den Kalifen untragbar und er wurde in die Wüste Rabadha verbannt. Er starb einsam in der Verbannung. Zu der Bestattung Abu Dharrs kam unter anderem Malik al-Aschtar. Sein Mausoleum wird im heutigen Sarafand angegeben, einem Ort in Dschabal Amil.

Man schreibt ihm die Worte zu: "Ich werde im Antlitz aller Entrechteten und Unterdrückten wieder sichtbar; wenn meine Feinde mich nicht erkennen, werden sie vernichtet werden."

Imam Sadiq (a.) sagte über ihn:

„Er war immer in Gedanken, und seine Gebete basierten auf dem Nachdenken über Allah.“

Als es vor der Verkündigung des Islam eine große Dürre gab, und die Leute der Ghaffar zum Götzen Manat pilgern wollten, um ihn um Regen zu bitten, hatte Abu Dharr kein Interesse daran. Er glaubte schon damals nicht daran, dass eine aus Stein gemeißelte Figur irgendetwas bewirken könnte. Er hörte von einem Mann in Mekka, der ein Prophet sein sollte. Er ging hin und traf Muhammad (s.). Er war fasziniert von dem Licht des Glaubens, das jener ausstrahlte, und vom Gedanken der Einheit und wurde Muslim. Nachdem er konvertiert war, ging er zur Kaaba, wo viele Quraisch versammelt waren, weil die Kaaba damals Zentrum ihrer Götzen war. Abu Dharr rief mit lauter Stimme:

„Ihr Quraisch, hört, ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und dass Muhammad Sein Prophet ist!“

Es kam zu einer Auseinandersetzung mit Gewaltanwendung der Quraisch gegen Abu Dharr (r.), die zu schweren Verletzungen führte. Es war Abbas ibn Abud-ul-Mutallib der ihn rettete. Abu Dharr (r.) trank Wasser vom Zamzam-Brunnen und reinigte sich. Der Prophet Muhammad (s.) beauftragte ihn, in seine Heimat zurückzukehren, in das Stammesgebiet der Ghaffar. Er sollte das Erbe seines Onkels für die Verbreitung des Islams ausgeben und dort bleiben, bis zur Auswanderung des Prophet Muhammad (s.). Zu Hause lud Abu Dharr die Menschen zum Islam ein, erst wurde sein Bruder Muslim, dann seine Mutter, zuletzt der ganze Stamm. Während der Auswanderung traf der Prophet Muhammad (s.) auf Abu Dharrs Stamm, aber dieser konnte ihn nicht begleiten.

Nach dem Ableben des Prophet Muhammad (s.) wurde er Zeuge, wie Imam Alis (a.) Recht verletzt wurde. Imam Ali (a.) musste in Klausur gehen. Abu Dharr (r.) war traurig, weil er ahnte, was auf die Ummah zukam.

Allamah Madschlisi überliefert von Ibn Babawayh, von Abdullah ibn Abbas, dass eines Tages der Prophet mit Gefährten in der Quba-Moschee saß. Er sagte: "Der, der zuerst diese Moschee durch dieses Tor betritt, wird von den Leuten des Paradieses sein." Nach einer Weile kam Abu Dharr durch dieses Tor herein. Er war der Erste, der von draußen allein hereinkam. Der Prophet (s.) sagte daraufhin: „O Abu Dharr! Du gehörst zu den Bewohnern des Paradieses! Du wirst aus Mekka verbannt werden, wegen deiner Liebe zu meinen Ahl-ul-Bait. Du wirst in einem fremden Land leben und in Einsamkeit sterben. Eine Gruppe Iraker wird durch dich Segen bekommen, sie werden deinen Leichnam waschen, ihn ins Leichentuch einhüllen und mit mir im Paradies sein.“

Spätere Überlieferer, die im Namen der Umayyaden zahlreiche Überlieferungen erfanden, versuchten den Namen von Abu Dharr zu diskreditieren.

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