Abu Musa
  Abu Musa al-Aschari

Aussprache: abu muudaa al-asch-ariy
arabisch:
ابوموسی الاشعري
persisch:
ابوموسی الاشعري
englisch: Abu Musa al-Ashari

??? - 662 oder 672 n.Chr

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Abu Musa al-Aschari hieß eigentlich Abdullah ibn Qais, ist aber im Wesentlichen nur unter dem Titel Abu Musa bekannt. Er war ein Gefährte des Propheten Muhammad (s.) und hatte nach seinem Ableben einigen Einfluss auf den Fortgang der islamischen Geschichte. U.a. war er Gouverneur in Basra und Kufa unter dem ersten Kalifen.

Sein bekanntester Auftritt war nach der Schlacht von Siffin, als er maßgeblich dafür verantwortlich war, dass Muawiya ibn Abu Sufyan die Macht an sich reißen konnte.

Ursprünglich kam Abu Musa aus dem Jemen, wo sein Stamm, die Aschar, in der vorislamischen Zeit lebte. Er nahm den Islam nach manchen Berichten bei einer Handelsreise nach Mekka  noch vor der Auswanderung an, kehrte in seine Heimat zurück und lud seine Familie zum Islam ein. Bis zur Schlacht von Chaibar verliert sich seine Spur, als er wieder mit einer Reihe von Konvertiten auftaucht, darunter auch seine Brüder Abu Ruhm and Abu Burdah.

In der Zeit des ersten Kalifen Abu Bakr wird er als Gouverneur des Jemen erwähnt. Abu Musa vertrat die Ansicht des Überlieferungsverbots.

In der Zeit von Umar und Uthman erfolgen seine Ernennungen als Gouverneur von Basra und Kufa wobei die genauen Umstände unklar bleiben. In einer der Abwehrschlachten gegen die Angreifer wird er als Kommandeur einer Schlacht bei Tustar (642) erwähnt, dessen Ausgang sehr unterschiedlich wiedergegeben wird.

Nach der Ermordung von Uthman, als Imam Ali (a.) Kufa erreichte, um zunächst einen Angriff der Truppen unter Führung Aischas abzuwehren, was als Kamelschlacht bekannt ist, war auch Abu Musa zugegen und forderte die unter seinem Kommando stehenden Truppen in Kufa auf, Imam Ali (a.) nicht zu unterstützen und sich herauszuhalten. Doch die Bevölkerung von Kufa akzeptierte seine Anweisung nicht und kam Imam Ali (a.) zunächst zur Hilfe, so dass Abu Musa von Imam Ali (a.) als Gouverneur abgesetzt wurde.

Sein Name taucht dann wieder auf nach der Schlacht von Schlacht von Siffin. Die Truppen von Muawiya hatten durch die List von Amr ibn Aas Schriftstücke mit Versen aus dem Heiligen Qur'an auf ihre Speere gespießt und somit einen Waffenstillstand erzwungen. Beide Seiten sollen einen Vermittler benennen, die eine Lösung ausarbeiten. Muawiya ernannte Amr ibn Aas. Imam Ali (a.) wollte Malik al-Aschtar als seinen Vertreter nominieren, aber seine Anhänger rebellierten, weil sie fürchteten, dass Malik al-Aschtar in seiner uneingeschränkten Treue zu Imam Ali (a.) keinen Kompromiss eingehen würde und sie inzwischen nicht mehr kämpfen wollten. Sie zwangen Imam Ali (a.) dazu Abu Musa als seinen Vertreter zu benennen. Imam Ali (a.) machte das Volk auf die Konsequenzen dieses Missgriffs aufmerksam, und dass es selbst die Folgen zu tragen hätte.

Auf Vorschlag Amr ibn Aas kamen beide zu dem Schluss sowohl Muawiya als auch Imam Ali (a.) als Kalif abzusetzen. Amr ibn Aas schlug in einer wohldurchdachten List vor, dass jeder Vertreter die Absetzung seines eigenen Kalifen bekannt geben sollte und ließ Abu Musa den Vortritt. Abu Musa trat vor die Leute und sagte: "Hiermit stelle ich fest, dass Ali ibn Talib vomn Kalifat abgesetzt wurde!" Darauf hin trat Amr ibn Aas auf und verkündete: "Hiermit stelle ich fest, dass Muawiya Kalif sein wird".

Nach diesem Ereignisse, das als Schiedsgericht von Adhruh bekannt wurde, wandten sich ausgerechnet diejenigen auf Seiten Imam Alis (a.) einmal mehr gegen ihn, die ihm vorher Abu Musa aufgezwungen hatten und bildeten die Chawaridsch. Abu Musa verbrachte den Rest seines Leben unauffällig in Medina und starb entweder 662 oder 672 n.Chr..

Während Sunniten ihn als Gefährten und Rezitator des Heiligen Qur'an ehren und ihn als Überlieferer [rawi] volle Glaubwürdigkeit zuschreiben, wird er bei Schiiten aufgrund seiner Einstellung gegen Imam Ali (a.) und seiner Rolle in Siffin anders eingestuft. Entsprechend werden Überlieferungen, die Abu Musa besonders lobend erwähnen, unterschiedlich bewertet.

Einer seiner Nachfahren gründete die philosophische Schule der Aschariyya.

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