Abu Sufyan

Abu Sufyans Karawane aus Salam Kinder
Abu Sufyan

Aussprache: abu sufjan
arabisch:
أبي سفيان
persisch:
أبي سفيان
englisch: Abu Sufyan

ca. -57 - 31 n.d.H.
ca. 584 - 652(3)

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Abu Sufyan ibn al-Harith (al-Harb) war ein einflussreicher Kaufmann und Stammesoberhaupt der Quraisch in Mekka und einer der größten Feinde des Islam.

Oft wird er auch Abu Sufyan ibn al-Harb genannt, um seinen Vater nicht mit Harith ibn Abd-ul-Mutallib zu verwechseln, der ebenfalls einen Sohn mit dem Namen Abu Sufyan ibn Harith hatte. Sein eigentlicher Name aber war Schachr ibn Harb ibn Umayya, und sein Beiname Abu Hanzala (Vater von Hanzala).

Trotz seiner Verwandtschaft zum Propheten Muhammad (s.) zeigte er sich immer als sein Erzfeind bis zur islamischen Befreiung der Stadt Mekka im Jahre 630 n. Chr. Abu Sufyans Großvater ist Umayya, der Stammvater der Umayyaden. Sein Urgroßvater war demnach Abd Schams, dessen Bruder Haschim ibn Abd Manaf der Urgroßvater des Propheten Muhammad (s.) war.

Abu Sufyan heiratete u.a. Hind bint Utbah. Seine Töchter waren u.a. Ramla und Umm Habiba. Zu seinen Söhnen zählten u.a. Muawiya, Hanzala und Amr. Zudem hatte er eine außereheliche Beziehung mit Laila bint Harmala und ist wahrscheinlich der Vater von Amr ibn Aas sowie von Ziyad ibn Abihi aus einer Beziehung mit einer Prostituierten.

Bei der ersten Ausrufung des Islam in Mekka stellte sich Abu Sufyan massiv dagegen, weil er den Einfluss der Pilgerstätte mit Hunderten Götzen, die durch einen Gott ersetzt werden sollten, noch dazu ohne Statue, fürchtete, da er dem Handel mit den Pilgern seinen Reichtum verdankte. Daher war er entscheidend für die Verbannung und späten Vertreibung der Muslime verantwortlich. Er gehörte zu denen, die den Mordauftrag zur Tötung Muhammad (s.) gegeben hatten.

Abu Sufyan war maßgeblich an der Niederlage der Quraisch in der Schlacht von Badr mitverantwortlich, weil er die erwartete Unterstützung verweigerte um seine Karawane zu retten. Sein Sohn Nadhara (nach anderen Hanzhala) fiel in Badr und Amr wurde gefangen genommen und später gegen einen Gefangenen Muslim ausgetauscht.

Bei der Schlacht von Uhud gehörte Abu Sufyan hingegen zu den Kommandeuren der Quraisch. Er engagierte auch zahlreiche Dichter, die Schmähgedichte gegen den Propheten Muhammad (s.) erdichten sollten. Selbst seine eigene Tochter Ramla, die den Islam annahm, wurde von seiner Feindschaft nicht verschont.

Bei der Grabenschlacht war er ebenfalls einer der Kommandeure der Quraisch, der zudem zu den ersten Abrückenden gehörte, als ein Unwetter ihre Zelte zerfetzt hatte.

Am Ende der zahlreichen Streitigkeiten der Muslime mit den Bewohnern Mekkas unter Führung von Abu Sufyan wurde der Friedensvertrag von Hudaibiya geschlossen. Als die Quraisch den Friedensvertrag brachen, reiste er selbst nach Medina, um den Schaden abzuwenden, fand aber kein Gehör mehr. Der Islam hatte inzwischen so viele Anhänger, dass Mekka kampflos befreit werden konnte. Kurz vor dem Einmarsch der Muslime trat Abu Sufyan zum Islam über. Sein Sohn Muawiya weigerte sich zunächst und floh in den Jemen.

Von seiner Zeit als Muslim ist sehr wenig bekannt. Er soll an der Schlacht von Hunain teilgenommen haben. Bei der Schlacht von Yarmuk auf Seiten der Muslime soll er ein Auge verloren haben.

Bei der Wahl von Abu Bakr zum Kalifen soll er gemäß Nahdschul-Balagha Imam Ali (a.) den Treueid und Kampf gegen Abu Bakr angeboten haben. Imam Ali (a.) lehnte jene Unterstützung aber ab, da er darin lediglich den Versuch sah, dass Abu Sufyan die Gemeinde spalten und selbst an die Macht kommen wollte. Abu Bakr gewann dann dessen Loyalität dadurch, dass er ihn zum Gouverneur von Nadschiran und Hidschaz machte.

Nach den häufigsten Angaben starb er im Jahr 31 n.d.H. im Alter von 88 Jahren wobei die Angaben um einige Jahre schwanken.

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