Ahmed Pascha
Ahmet Dschewdet Pascha

Aussprache:
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Ahmad Jedet Pasha

???- ??? n.d.H.
1822 - 1895 n.Chr.

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Ahmet Dschewdet Pascha (Ahmed Cevdet Paşa) galt als einer der berühmtesten Staatsmännern und Historikern des Osmanischen Reichs. Er war mehrere Male Minister.

Am 22. März 1822 in Lofça geboren stammte Ahmet Dschewdet aus einer gebildeten Familie. Seine Mutter, Aysche Sümbül Hanim hatte eine solide Ausbildung erhalten und interessierte sich auch für Wissenschaften und Philosophie. Ahmet Dschewdet lernte zunächst in einer klassischen Religionsschule, sehnte sich aber nach der Bildung einer höheren Fachschulen in Istanbul. Durch seinen außerordentlicher Fleiß erlangte er eine bedeutende Stellung am Hof, wurde Direktor der Pädagogischen Hochschule (Darül-muallim) und mehrfach bekleidete er das Amt eines Ministers (verschiedene Ministerien). Die Schaffung bedeutender Institutionen dieser Zeit, pädagogischer und wissenschaftlicher Richtung, trug sein Handzeichen. Selber dem damaligen Großwesir Reschit Pascha treu zugetan war, litt er während des Krimkrieges stark unter dem Machtkampf der konkurrierenden und wechselnden Großwesire Ali Pascha und Fuad Pascha.

Seine spätere unbedingte Treue zum autoritär herrschenden Sultan Abdülhamid II. verleitete ihn u.a. dazu, unmittelbar an der Verhaftung und/oder Verbannung von Schriftstellern beteiligt gewesen zu sein. Sein geistiges Werk umfasst eine Reihe neu orientierter Gesetzesbücher, als deren energischer Vorantreiber er galt, sowie über 30 Bände Übersetzungen historischer und wissenschaftlicher Art. Das von ihm verfasste Gesetzesbuch diente über Jahrzehnte als Gesetz des Osmanischen Reichs. Sein bekanntes Geschichtswerk Tarih-i Cevdet (Dschewdeds Geschichte), die eine neue Sprache in diesen jungen Zweig der Wissenschaft einführte, gilt als seinerzeit richtungweisend.

Er galt als jemand, der einerseits die neue europäische Orientierung des Reformators Reschit Pascha guthieß und diesem treu ergeben war, zum anderen aber auch die islamische Traditionen bewahren wollte. So vereinte er in sich ein Leben lang eine zu seiner Zeit bereits beginnende, leidvolle Doppelorientierung.

Er ist 1895 gestorben und auf dem Friedhof der Fatih-Moschee Istanbul beigesetzt.

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