Ahmad ibn Hanbal

Umschlag einer aktuellen Ausgabe des "Musnad" von Ahmad ibn Hanbal

Ahmad ibn Hanbal

Aussprache: ahmad ibn hanbal
arabisch: أحمد بن حنبل‏‎‎‎‏
persisch:
أحمد بن حنبل
englisch: Ahmad bin Hanbal

3.164 - 241 n.d.H.
11.780 - 31.7.855 n.Chr.

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Ahmad ibn Hanbal ist die Kurzform seines vollständigen Namen Ahmad ibn Muhammad ibn Hanbal. Sein Beiname ist Abu Abdullah und Abu Hatim. Er ist bekannt als Gründer einer der Rechtsschulen der Sunniten.

Er wurde im Monat Rabi-ul-Awwal 164 n.d.H. (November 780 n.Chr) in Bagdad im Stamm der Schaiban geboren. Er war ein islamischer Gelehrter. Sein Vater zog aus Chorasan, wo er in der abbasidischen Armee diente, nach Bagdad. Er war u.a. Schüler von Schafi'i, Abu Hanifa, Ali ibn al-Haschim und Haschim ibn Baschir.

Ab 179 n.d.H. (795 n.Chr) bis 183 (799) vollzog er ausgedehnte Studienreisen, wo er vor allem nach Überlieferungen des Propheten Muhammad (s.) suchte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat lernte er in der Zeit 195 -197 n.d.H.  (810-813) unter Schafi‘i u.a. islamische Rechtswissenschaft. Er widersprach öffentlich der damals vorherrschenden Meinung der Mutazila über die Erschaffung des Heiliger Qur'an, weshalb er in Ketten nach Tarsus zum Kalifen Mamun gebracht werden sollte. Als er unterwegs war, verstarb Mamun. Dessen Nachfolger ließ Ahmad ibn Hanbal züchtigen und einkerkern. Erst unter Mutawakkil hörte die Verfolgung auf. Ahmad ibn Hanbal wurde nunmehr ausgezeichnet und an den Hof berufen, seine Familie erhielt eine staatliche Pension. Sein nunmehr staatlich geförderter Ruhm führte zu vielen Schülern. Er starb am 12. Rabi-ul-Awwal 241 n.d.H. (31.7.855). Sein Grab ist auf dem Bagdader Märtyrer-Friedhof [makabir al schuhada] im Harbiye-Viertel. Es wurde allerdings Ende des 13. Jh. n.Chr. durch Fluten des Tigris zerstört.

Ibn Hanbal ist der jüngste unter den Gründern der vier sunnitischen Rechtsschulen. Nach ihm wurde die Rechtsschule der Hanbaliten benannt.

Sein bekanntestes Werk ist sein Musnad. Andere Werke von Ibn Hanbal wie das Kitāb al-Sunan haben dogmatische Fragen in der Auslegung der Sunniten zum Thema. Sein Kitāb al-Aschriba ("Buch der Getränke") ist den Überlieferungen gewidmet, die sich mit dem Verbot von Alkohol im Islam befassen und das "Kitb-ul-salat" dem Ritualgebet.

Die von Ibn Hanbal behandelten juristischen Rechtsfragen sind in der Bearbeitung seiner Schüler erhalten; die älteste dieser Sammlungen geht auf Abu Dawud al-Sighistani (gest. 888 in Basra) zurück und ist in der Nationalbibliothek (Maktabat Asad) in Damaskus erhalten.

Ahmad ibn Hanbal starb 855 n.Chr. in Bagdad.

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