Amr Moschee
Amr Moschee

Aussprache: dschaami-u-amr
arabisch:
جامع عمرو
persisch:
مسجد عمرو
englisch:
Amr Mosque

22  n.d.H. (642/643 n.Chr.)

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Die Amr Moschee gilt als die älteste Moschee in der Region Kairo und ganz Afrika.

Der Name der Moschee geht auf den Stifter Amr ibn Aas zurück. Sie wird daher auch Moschee des Amr ibn Aas genannt. Heutzutage wird sie aber vor allem Amr-Moschee genannt, wohl auch um die Erinnerung an den Gründer zu verdecken.

Der ursprüngliche Bau wurde 22  n.d.H. (642/643 n.Chr.) von Amr ibn Aas, der Statthalter in Ägypten war, gebaut. Nur wenige Jahre später ließ Amr ibn Aas den Vertreter Imam Alis (a.) namens Malik al-Aschtar ermorden. Amr ibn Aas war damals Statthalter und wollte sich selbst mit der Moschee ein Denkmal setzen. Die Stadt al-Fustat entstand aus dem Feldlager, das Amr ibn Aas angelegt hatte.

Die Moschee gilt als erste in Ägypten und im restlichen Afrika. Die Moschee wurde mehrfach umgebaut bzw. nach Zerstörungen neu aufgebaut. Der heute bestehende Bau geht auf 1796 n.Chr. zurück.

Der ursprüngliche Ziegelbau von ca. 30 x 17 Metern aus dem Jahr 22 n.d.H. (642/643 n.Chr.) existiert heute nicht mehr. Die Moschee hatte damals sechs Tore an drei Seiten. Erst 667 n.Chr. kam ein Innenhof dazu. 55 n.d.H. (673 n.Chr.) erhielt das Gebäude auch ein Minarett. Eine weitere Ergänzung erfolgte 92 n.d.H. (711 n.Chr.) mit einer künstlerisch geformten Gebetsnische [mihrab]. Bis 212 n.d.H. (827 n.Chr.) war der Gebäudekomplex derart erweitert, dass die heutigen Ausmaße erreicht waren. Hinter der Gebetsnische [mihrab] gab es sieben Gebäudeteile (Schiffe). Damals hatte die Moschee auch vier Minarette, die allerdings nicht mehr erhalten sind.

Der gesamte Baukomplex wurde beim Brand in al-Fustat 564 n.d.H. (1169) nahezu vollständig zerstört. Vier Jahre später erfolgte der Wiederaufbau im Auftrag von Sultan Saladin. Jener Bau hielt bis ins 18. Jh. n.Chr. war dann aber irreparabel baufällig. Der regionale Anführer der Mamluken namens Murad Bey Muhammad ließ die Reste abreißen. 1796 n.Chr. wurde in seinem Auftrag ein Neubau errichtet. Seitdem verfügt die Moschee nur noch sechs der ursprünglich sieben Säulenreihen. Weitere Restaurationen wurden in der Regierungszeit von Muhammad Ali und Abbas Hilmi II.  ausgeführt. Im 21. Jh. wird wiederum intensiv renoviert.

Der heutige Baukomplex steht auf einem 108 × 116 Meter großen Grundriss und hat drei Eingänge und ein 32 Meter hohes Minarett auf der Westseite. Der große Innenhof wird durch mehrschiffige Arkadenhallen begrenzt; ein für die Region typischer Baustil. In der Mitte des Hofes befindet sich ebenfalls typisch das Brunnenhaus. Die Legende, dass jener Brunnen mit dem Zamzam-Brunnen in Verbindung stehen soll, gehört zu den erfundenen Geschichten, mit denen der mit dem Namen der Moschee in Verbindung stehende Unterdrückungscharakter übertüncht wurde.

Im südöstlichen Iwan befindet sich eine Marmorsäule mit den Inschriften ALLAH, Muhammad (s.) und eines Sultans der Osmanen. Auch zu jener Säule wurde eine Legende von den Märchenerzählern des Amr ibn Aas erdichtet: Demnach soll Umar ibn Chattab (der Kalif, unter dem Amr ibn Aas Ägypten erobert hat) die Säule mit einem Hieb der Peitsche des Propheten Muhammad (s.) von Mekka hierher versetzt haben. Dabei besaß Prophet Muhammad (s.) überhaupt keine Peitsche.

In der Nordwestecke des Baukomplexes befindet sich das Grab von Abdullah ibn Amr ibn Aas (612–684).

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