Mustafa Kemal
Mustafa Kemal Atatürk

Aussprache: mustafa kemal atatürk
arabisch:
مصطفى كمال أتاتورك
persisch:
مصطفى كمال أتاتورك
englisch:
Mustafa Kemal Atatürk

1881 - 10.11.1938 n.Chr.

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Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa. Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens.

Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat. Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk.

Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen "Kemal" (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte. Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester.

Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation "Vaterland und Freiheit", für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien.

Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte.

In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne.

Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen. Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt.

Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge "unpassierbar" zu gestalten.  Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden.

Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen. Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt.

Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben "Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen" hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war.

Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt. Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung.

Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel "Gazi". Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt.

Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben.

Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt. Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft.

Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk).

Als wichtigsten "Reformansatz" Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937). Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte.

Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname "ATATÜRK" (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist.

1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur'an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur'an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur'an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen.

Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa. In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht.

Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten.

Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden.

Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist.

Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten.

Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938. Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı.

Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das "Denkmal des Vertrauens". Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.)." Das "Siegesdenkmal" Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das "Republik-Denkmal" (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren.

Anhänger der laizistischen Ideologie Atatürks werden oft als "Kemalisten" bezeichnet. Sie finden sich traditionell vor allem in der türkischen Armee, die sich als Hüter des "kemalistischen Erbes" versteht.

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