Bagdad
Bagdad

Aussprache: baghdad
arabisch:
بغداد
persisch:
بغداد
englisch: Baghdad

Bild: Moschee in Bagdad, im Hintergrund der Tigris 1996 - von Dieter Augspurger aufgenommen und eslam.de zur Verfügung gestellt.

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Bagdad ist heute die Hauptstadt des Irak und liegt ungefähr in der Landesmitte. Die Stadt liegt direkt am Tigris ca. 30 m über Meereshöhe.

Bagdad wurde in 762 n.Chr. von dem abbasidischen Kalifen Mansur als neue Hauptstadt gegründet. Er nannte sie damals Stadt des Friedens [madinat-ul-salam]. Sie entstand nur wenige Kilometer östlich der alten Hauptstadt des Sassanidenreiches Ktesiphon. Innerhalb von vier Jahren entstanden der Kalifenpalast und die Hauptmoschee am westlichen Tigrisufer.

Aufgrund der günstig gewählten Lage am Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und der fruchtbaren Anbaugebiete in ihrer Nähe zum Tigris (Didschla) florierte die neugegründete Stadt schnell. Als Mansurs Sohn al-Mahdi ibn Masur den Thron bestieg, hatte Bagdad bereits eine Fläche von ca. 15 Quadratkilometern. Wie ein arabischer Historiker berichtet, besaß Bagdad zur Zeit des späteren Kalifen Mamun  65.000 öffentliche Bäder. Es war Zentrum der Wissenschaften und Künste in der Glanzzeit Bagdads.

Zwischenzeitlich verlegte der Kalif Musta'sim die Hauptstadt nach Sammara, doch auch als die Abbasiden an Macht verloren hatten, blieb sie eine der wichtigsten Städte der islamischen Welt, bis sie 1258 von den Mongolen unter Hulagu erobert wurde, die am 10. Februar 1258 den letzten Kalifen Mu'tasim töteten und nach Augenzeugenberichten unvorstellbare Gräueltaten anrichteten. Die Zerstörung der hochkomplexen Bewässerungssysteme des Landes und die Vertreibung der lokalen Bevölkerung führte dazu, dass die zuvor zumindest zweitgrößte Stadt der Welt, zusammen mit dem Rest Mesopotamiens in der Bedeutungslosigkeit versank. Bis heute hat sich der Irak von der Zerstörung der Bewässerungssysteme nicht erholt. Seit dem 16. Jahrhundert stritten sich die Herrscher Persiens und der Türkei mehrfach um die Stadt. Im Jahre 1652 zählte Bagdad nur noch ungefähr 15.000 Einwohner.

Bagdad blieb später unter osmanischer Herrschaft, und wurde die Hauptstadt der Provinz Bagdad, einer der 3 Provinzen aus dem der spätere Irak entstand. 1921 wurde unter britischer Besatzung das Gebiet auf der Landkarte buchstäblich mit dem Lineal aufgeteilt und das Königreich Irak errichtet, dessen König die Briten einsetzten. 1932 folgte die formelle und 1946 die vollständige Unabhängigkeit.

Bagdad ist auch der historische Sitz des Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Talismantor und die Umm-al-Qura-Moschee. Viele Monumente und Denkmäler wiese auf die Geschichte der Stadt, wie z.B. das Muhammad Baqir Sadr Monument.

Foto: Blick auf Bagdad - 1996 von Dieter Augspurger aufgenommen und eslam.de zur Verfügung gestellt.

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