Berufung [mab'ath]
Berufung [mab'ath]

Aussprache: mab-ath
arabisch: مبعث
persisch: مبعث
englisch: Appointment

27. Radschab 13 v.d.H.

Bild: Briefmarke aus der Islamischen Republik Iran anlässlich des Berufungstages.

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Unter "Berufung" [mab'ath] bzw. "Aussendung" des Propheten Muhammad (s.) wird der Tag der ersten Offenbarung in verbaler Form verstanden, wobei die ersten fünf Verse der Sure "al-Alaq" (96. Sure) ausgesprochen wurden.

Die Berufung erfolgte am 27. Radschab 13 Jahre vor der Auswanderung (bzw. im 40 Jahr des Elefanten nach damaliger Zeitrechnung). Eine detaillierte Darstellung ist bei der ersten Offenbarung nachzulesen.

Vorab war bereits in der Nacht der Bestimmung der gesamte Heilige Qur'an ins Herz des Propheten Muhammad (s.) eingegeben worden. Am Tag der "Berufung" wurden die ersten Verse aus dem Herz auf die Zunge des Propheten Muhammad (s.) gebracht.

Unter dem Tag "Berufung" wird die Bekanntgabe an Menschen verstanden. Die eigentliche Berufung erfolgte vor der Geburt und war dem Propheten Muhammad (s.) von Anfang seiner Lebzeit bewusst, wie auch anderen, die es an besonderen Zeichen erkannten, wie der christliche Mönch Bahira.

Der Tag wird in verschiedenen Teilen der islamischen Welt mit Festlichkeiten gefeiert.

Es gibt zahlreiche Riten, die für jenen Tag als empfohlen gelten.

bulletEs ist empfohlen den Tag mit einer rituellen Vollkörperreinigung [ghusl] zu beginnen.
bulletEs ist empfohlen an dem Tag zu fasten. Der Tag gehört zu den  bedeutsamsten empfohlenen Fastentagen, so dass nach manchen Überlieferungen das Fasten an diesem Tag dem Fasten von 70 Jahren gleich kommt.
bulletEs ist empfohlen an dem Tag möglichst häufig das Segnungs-Bittgebet [salawat] auszusprechen.
bulletIn der Nacht zum Berufungstag ist es empfohlen nach dem Nachtgebet [salat-ul-ischa] aber vor Mitternacht  zwölf Gebetsabschnitte [raka] zu beten, wobei ein Ritualgebet jeweils aus zwei Gebetsabschnitten [raka] besteht (also 6 x 2). In jedem Gebetsabschnitt wird die Fatiha und eine Sure rezitiert. Nach dem Abschlussgruß [salam] werden jeweils sieben Mal folgende Verse verlesen: Fatiha (1. Sure), Ichlas (112), Falaq (113), Nas (114), Kafirun (109), Qadr (97), Thron-Vers [ayat-ul-Kursi] (2:255-257) und im Anschluss das Bittgebet zur Berufung.
bulletVor dem Mittagsgebet [salat-uz-zhuhr] ist es empfohlen zwölf Gebetsabschnitte [raka] zu beten, wobei ein Ritualgebet jeweils aus zwei Gebetsabschnitten [raka] besteht (also 6 x 2). In jedem Gebetsabschnitt wird die Fatiha und eine Sure rezitiert. Nach dem Abschlussgruß [salam] werden jeweils vier Mal folgende Verse verlesen: Fatiha (1. Sure), Ichlas (112), Falaq (113), Nas (114), Kafirun (109), Qadr (97), Thron-Vers [ayat-ul-Kursi] (2:255-257) und im Anschluss das folgende Bittgebet:


Es gibt keinen Gott außer Allah. Allah ist am Größten und Gepriesen ist Allah und der Dank ist Allahs und Es gibt keine Macht oder Kraft außer mit Allah, dem Großartigen und Prächtigen. Allah, Allah, mein Herr, ich setzte ihm nichts bei, ich setzte nichts bei meinem einzigen Herrn.
bulletEs ist empfohlen an dem Tag die heiligen Städten der Gräber der Ahl-ul-Bait (a.) zu besuchen oder alternativ die Audienzen [ziyara] zu rezitieren.

Darüber hinaus werden weitere mögliche empfohlene Bittgebete angegeben.

Anlässlich des Jahrestages der Berufung werden in der Islamischen Republik Iran Briefmarken mit geeigneten Motiven herausgegeben.

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