Chaibar
Schlacht von Chaibar

Aussprache: ghazat-u-chaibar
arabisch:
غزوة خيبر
persisch:
جنگ خیبر
englisch: Khaybar, Khyber

7 n.d.H.
628 n.Chr.

Bild: Imam Ali (a.) reißt das Tor von Chaibar aus der Verankerung (bereit gesellt von Kazem Chalipa aus qoqnoos.com)

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Chaibar bzw. Chaybar steht für eine gegen die Muslime Krieg führende Burg, die durch ein Wunder Imam Alis (a.) eingenommen wurde.

Eigentlich ist Chaibar bzw. Chaybar der Name einer Oase nördlich von Medina in der einstmals Burgen im Besitz von Juden waren, welche immer wieder Karawane der Muslime angriffen. Später verbündeten sie sich mit den Quraisch und belagerte Medina, um die Stadt einzunehmen und den Islam auszulöschen. Als im Rahmen der Grabenschlacht die Eroberung misslang, ordnete Prophet Muhammad (s.) die Verfolgung der Angreifer und die Eroberung der Burgen an, was im Jahr 628 n. Chr. erfolgte.

Nach dem Ereignis von Hudaibiya folgte Chaibar, und der Sieg darin gehörte wiederum zweifelsohne dem Imam Ali (a.). Die Berichte, die darüber gesammelt worden waren, zeigen seinen großen Verdienst in dieser Schlacht. Die Kriegstreiber und Anführer der räuberischen Stämme hatten sich in der Burg Kamus verschanzt, die uneinnehmbar schien.

Im Buch der Rechtleitung [kitab-ul-irschad] wird die Schlacht von Chaibar ausführlich beschrieben.

Prophet Muhammad (s.) belagerte Chaibar für mehr als zwanzig Nächte. Viele Bannerträger waren bereits erfolglos zurückgekehrt. Prophet Muhammad (s.) rief Abu Bakr und überreichte ihm das Banner. Dieser nahm es mit einer Anzahl von Auswanderer, und sie kämpften, ohne etwas bewirken zu können, und Abu Bakr kehrte zurück und tadelte die Leute, die ihm gefolgt waren, und sie machten ihm Vorwürfe. Am nächsten Tag gab Prophet Muhammad (s.) das Banner Umar ibn Chatab. Dieser ging nicht weit damit, dann kehrte er zurück, während er seine Gefährten der Feigheit bezichtigte, und sie machten ihm den gleichen Vorwurf.

Da sagte Prophet Muhammad (s.): „Dieses Banner ist nicht für den, der es getragen hat, bestimmt, über den man sich bei mir wegen Feigheit beklagen kann. Es ist für Ali ibn Abu Talib.“ - „Er hat entzündete Augen“, wurde ihm entgegnet. „Lasst mich ihn sehen“, sagte er, „und ihr werdet mir einen Mann zeigen, der Allah und Seinen Gesandten liebt, und den Allah und Sein Gesandter lieben. Er nimmt sie (die Flagge) auf rechte Art, und er wird nicht fliehen.“ Sie brachten Ali (a.) und führten ihn zu ihm. „Was fehlt dir, Ali?“, fragte der Prophet (s.). „Ich habe entzündete Augen, so dass ich nicht sehen kann, und Kopfschmerzen“, erwiderte er. „Setz dich und lege deinen Kopf auf meinen Oberschenkel“, sagte der Prophet. Ali (a.) tat dies, und  Prophet Muhammad (s.) betete für ihn. Er spuckte in seine Hand und rieb damit über Alis (a.) Augen und Kopf. Er öffnete seine Augen, und die Kopfschmerzen, die er gehabt hatte, wurden gelindert. Prophet Muhammad (s.) hatte in seinem Bittgebet gesprochen: „O Allah, schütze ihn vor Hitze und Kälte.“

Er gab ihm das Banner - und das Banner war weiß - und sagte zu ihm: „Nimm das Banner und gehe damit los. Gabriel (a.) ist bei dir, und der Sieg liegt vor dir, und Schrecken ist in den Herzen der Feinde verbreitet, und wisse - o Ali - dass sie in ihrem Buch gefunden haben, dass derjenige, der sie zerstören wird, Ilya heißt. Wenn du sie triffst, dann sage: „Ich bin Ali, dann werden sie ablassen, so Allah will.“

Imam Ali (a.) berichtete weiter: „Ich ging mit dem Banner, bis ich zur Festung kam. Marhab kam hervor, er trug einen Helm, in den ein Stein ein Loch gebohrt hatte und so das Weiße an seinem Kopf zeigte, und er rezitierte: „Chaibar weiß, dass ich Marhab bin, ich trage meine Waffe als ein Held, der auf die Probe gestellt worden war. Ich bin der, den meine Mutter einen Löwen genannt hat, ein Löwe der Wälder, mit großer Härte. Ich werde euch mit meinem Schwert das Gewicht eines abgeschnittenen Ohres aufwiegen.“ Wir kämpften mit dem Schwert, ich sprang auf ihn zu und traf ihn. Ich durchschnitt das Loch im Helm und durch seinen Kopf, so dass mein Schwert seine Zähne erreichte, und er fiel tot um.“

In der Überlieferung wird berichtet, dass Imam Ali (a.) sagte: „Ich bin ´Ali ibn Abi Talib.“ Einer der Rabbiner der Leute sagte: „Bei dem, was zu Musa herabgesandt worden ist, ihr werdet besiegt werden“, und in ihre Herzen zog Schrecken ein, so dass sie es nicht zu ertragen vermochten. Als der Fürst der Gläubigen (a.) Marhab getötet hatte, zogen die, die mit Marhab gewesen waren, ab und verriegelten das Tor zur Festung vor ihm. Der Fürst der Gläubigen (a.) ging dagegen an, und er bearbeitete es so lange, bis er es geöffnet hatte, jedoch die meisten Leute auf der einen Seite des Grabens kamen nicht mit ihm mit. Der Fürst der Gläubigen (a.) nahm das Tor und benutzte es als eine Brücke über den Graben, so dass sie ihn überqueren und die Festung erobern konnten. Als sie sich von der Festung abwandten, nahm der Fürst der Gläubigen (a.) das Tor in seine rechte Hand und schleuderte es mehrere Meter über die Erde. Normalerweise bedurfte es zwanzig Männer, um jenes Tor zu schließen.

Dieser Sieg beendete den militärischen Widerstand von Juden gegen Prophet Muhammad (s.) und verband weitere Stämme mit ihm, so dass die Befreiung Mekkas näher rückte.

Das Herausheben des enorm schweren Tores von Chaibar durch Imam Ali (a.) gilt als Vorbildsymbol für viele Kraftsportarten u.a. in der Islamische Republik Iran und wird in vielen Gedichten und Miniaturen künstlerisch beschrieben.

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