Dhahabi
  Dhahabi

Aussprache: adh-dhahabii
arabisch:
 الذهبي
persisch:
englisch:
Al-Dhahabi

673 - 748 n.d.H.
1274 - 2.1348 n.Chr.

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Muhammad ibn Ahmad ibn Uthman ibn Qaymas ibn Abdullah al-Dhahabi, oder kurz Dhahabi, hatte den Beinamen Schams al-Din. Er war ein sehr berühmter Biograph der Gefährten und vor allem der späteren Überlieferer [rawi].

Seine Familie war turkmenischen Ursprungs. Sein Urgroßvater lebte in der Region von Diyarbakir. Sein Großvater war Tischler und lebte in Damaskus. Sein Vater war ein bekannter Goldschmied in der Stadt, wodurch er den Beinamen ad-Dhahabi (von Gold: [dhahab, ذهب]) erhielt. Dhahabi selbst setzte zunächst das Handwerk seines Vaters fort und nannte sich, wie dies seine eigenhändigen Eintragungen in einigen Handschriften dokumentieren, Ibn al-Dhahabi: Sohn des Goldschmieds. Spätere Biographen nannten ihn allerdings al-Dhahabi, ohne den Zusatz "Sohn".

Im Alter von achtzehn Jahren widmete er sich dem Studium der Lesung [qira'at] des Heiligen Qur'an und der Überlieferungen. Mit der Erlaubnis seines Vaters durfte er im Alter von zwanzig Jahren einige kurze Studienreisen zunächst nach Schaam, dann nach Jerusalem, Ramla und Nablus durchführen. Auf seiner Pilgerfahrt [hadsch] studierte er in prominenten Gelehrtenkreisen von Mekka. Im Alter von 22 Jahren kam er in Alexandria an, um seine Studien bei weiteren Gelehrten [faqih] der Zeit dann in Kairo fortzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Damaskus unterrichtete er als Lehrer für Überlieferungen in der Madrasa  Umm Salih; allerdings ist es ihm verwehrt worden. Gegen 1340-1342 n.Chr. erblindete er, unterbrach seinen Unterricht an verschiedenen Schulen in Damaskus jedoch nicht. Schon zu seinen Lebzeiten nannte man ihn "Kenner der Epoche von Überlieferungen" [muhaddith al-'asr, محدث العصر ]. Dabei hatte er in seinen Sammlungen erstaunlich umfangreiche und detaillierte Biographien späterer Überlieferer [rawi] zusammen getragen und war darauf eingegangen, wie ihre Glaubwürdigkeit in den jeweiligen Sammelwerke von Überlieferungen bewertet wurde. In den 100 von Sayyid Abdalhussain Scharaffuddin al-Musawi im seinem Werk Die Konsultation [al-muradschaat] vorgestellten schiitischen Überlieferern die in sunnitischen Sammlungen als glaubwürdig eingestuft wurden, bezieht er sich immer wieder auf Dhahabi, wobei er ihn "Ibn al-Dhahabi" nennt.

Dhahabi war auf verschiedenen Gebieten der islamischen Wissenschaften tätig. Seine Biographen nennen 215 Werktitel auf den Gebieten der Lesung des Heiliger Qur'an, islamisches Recht [scharia] und Geschichte. Sein Spezialgebiet waren aber Überlieferungen und Überlieferer [rawi].

Zu seinen Werken gehören:

bullet "Geschichte des Islam und das Ableben der Berühmten und Gelehrtengrößen" [ta'rich al-islam wa-wafayat al-maschahir wal-a'lam, تأريخ الإسلام ووفيات المشاهير والأعلام ]
bullet "Biographien vornehmer Gelehrtengrößen"
[siyar a'lam al-nubala,
سير أعلام النبلاء ]. E
bullet "Vergoldung der Erweiterung" [tadhhib at-tahdhib, تذهيب التهذيب].
bullet "Maßstab der Mäßigkeit in der Kritik der Überlieferer" [mizan al-i'tidal fi naqd ar-ridschal, ميزان الاعتدال في نقد الرجال ].
bullet "Errungenschaften der großen Rezitierer (des Heiligen Qur'an) nach Klassen und Epochen geordnet" [maa'rifat al-qurra' al-kibar 'ala at-tabaqat wal-a'sar, معرفة القراء الكبار على الطبقات والأعصار ].
bullet "Lexikon der Traditionarier von al-Dhahabi" [mu'dscham muhaddithi adh-dhahabi, معجم محدثي الذهبي ].

Dhahabi starb im Februar 1348 und ist am Bab as-Saghir vor den Toren von Damaskus beigesetzt worden.

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