Dhul-Dschina
Dhul-Dschina

Aussprache: dhul dschinaa
arabisch:
persisch:
englisch: Zuljana(h)

5 n.d.H. - ???

Bild: Dhul-Dschina kehrt ohne Imam Husain (a.) zu den Zelten zurück

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Dhul-Dschina bzw. Dhul Dschinaan ist der Name des weißen Araberpferdes, auf welchem Imam Husain (a.) in Kerbela am Tag von Aschura saß und welches ihn gemäß den Überlieferungen wundersam unterstützte.

Der Eigentliche Name des Pferdes war "Murtadschiz" und wurde durch den Propheten Muhammad (s.) von einem Araber namens Charis gekauft. Der Kauf erfolgte unter widrigen Umständen. Der Verkäufer verlangte nach dem Kauf den Verkaufspreis erneut. Auf den Einwand des Propheten Muhammad (s.), dass dieser bereits bezahlt hätte, verlangte er nach Zeugen. Da keine Zeugen anwesend waren, konnte Prophet Muhammad (s.) keine benennen. Ein Gefährte namens Hadhima kam vorbei und bot sich als Zeuge an mit der Begründung, dass er jedes Wort des Propheten Muhammad (s.) bezeugen würde, was aber Prophet Muhammad (s.) ablehnte, da jener nicht anwesend war. Auf diese Wahrhaftigkeit des Propheten Muhammad (s.) zog der Verkäufer seine ungerechte Forderung zurück.

Der Name "Murtadschiz" ist darauf zurückzuführen, dass das Wiehern des Pferdes als besonders schön wahrgenommen wurde. Prophet Muhammad (s.) ritt selbst das Pferd. Schon als Kleinkind durfte Imam Husain (a.) das Pferd reiten. Dabei ereignete sich ein erstes Wunder, da sich das Pferd herunterneigte, um dem noch kleinen Imam Husain (a.) den Aufstieg zu erleichtern. Doch als Imam Husain (a.) aufgestiegen war, und alle anwesenden Gefährten sich über das Ereignis erfreuten, liefen Tränen über die Augen von Prophet Muhammad (s.). Auf die Frage, warum er in solch einem freudigen Moment trauere, antwortete er, dass er die Zukunft jenes Rittes sehe.

Über das Alter Dhul-Dschinas gibt es ebenfall diverse Spekulationen, die mit Wundern erklärt werden. Prophet Muhammad (s.) kaufte das Pferd 9 n.d.H. im Alter von ca. 4 Jahren. Dementsprechend müsste das Pferd zu Aschura weit über 50 Jahre alt gewesen sein. Historiker der damaligen Zeit gaben das Lebensalter von Pferden allerdings teilweise erheblich höher an.

In Kerbela ertrug das Pferd zusammen Imam Husain (a.) alle Schwierigkeiten. Es war selbst am Verdursten und zudem schwer verletzt durch viele Pfeile. Dennoch ließ es den verletzten Imam (a.) kurz vor seinem Ableben durch herunterknien leichter besteigen und spendete ihm Schatten bei seinem Abschiedsgebet.

Über das Ableben Dhul-Dschinas ist nichts bekannt. Manche glauben, dass das Pferd in der Verborgenheit weiter lebt und Imam Mahdi (a.) auf dem Rücken des Pferdes erscheinen wird.

Bei Straßenprozessionen zu Aschura führen Muslime ein weißes Pferd in Erinnerung an Dhul-Dschina mit.

Möglicherweise geprägt von den Erzählungen zu Dhul-Dschina dichtete Friedrich Rückert:

An des Rosses Stirnhaar hanget Ehre,
Ruhm und Ansehn bis zum jüngsten Tag.
Sprach Mohammed, während man die Mähne
Seines Lieblingsgauls ihn streicheln sah.

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