Dschahan-Ara
Muhammad Dschahan-Ara

Aussprache:
arabisch:
persisch:
محمد جهان‌آرا
englisch:
Mohamad Jahanara

31.8.1954 - 29.9.1981

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Muhammad Dschahan-Ara ist einer der großen Märtyrer der Islamischen Revolution.

Er kam im Jahre 1954 in Chorramschahr zur Welt. Mit 13 Jahren begann er seine religiösen Aktivitäten. Er besuchte Moscheen, nahm am Unterricht des Heiligen Qur'an teil und war ein Mitglied der wöchentlichen Zeremonien der Moschee. Sein älterer Bruder Ali motivierte ihn dabei. Ein Jahr später stellte ihn sein Bruder einer geheimen Gruppe namens "Hizbollahi Chorramschahr" (Die Partei Gottes von Chorramschahr) vor, so trat Muhammad dieser Gruppe bei. Zwei Jahre später, im Jahre 1972, wurde diese Gruppe durch den Geheimdienst Sawak aufgedeckt und die Mitglieder verhaftet. Muhammad und seine Freunde wurden vor einem Militärgericht verurteilt. Doch aufgrund seines jungen Alters bekam Muhammad nur zwölf Monate Haft. Bei seiner Freilassung drohte man ihm mit harten Konsequenzen, sollte er erneut politisch aktiv werden. Doch unbeeindruckt von den Drohungen setzte er seine Aktivitäten insgeheim fort.

Im Jahre 1975 absolvierte er sein Abitur und ging in die Universität in Täbriz. Auch an der Universität war er politisch aktiv, so gründete er gemeinsam mit seinen Freunden einen Studentenverein. Sie verbreiteten Broschüren und Ansprachen gegen das Pahlavi-Regime unter den Studenten. Im Jahre 1976 schloss er sich einer islamischen Gruppe namens "Mansuran" an, die einen aktiven Kampf gegen das Schah-Regime in Ahwaz vorbereitete.

Sein älterer Bruder wurde durch die Hand des Geheimdienstes zum Märtyrer und dieses Ereignis festigte Muhammads Entschlossenheit im Kampf gegen das Unrecht-Regime des Schah Reza Pahlavi. Im Jahre 1978 kam es zur Ausweitung der Proteste im Ahwaz. Muhammad und seine Freunde unterstützten die Demonstranten im Einsatz gegen die Soldaten.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution kehrte Muhammad nach zweieinhalb Jahren nach Chorramschahr zurück und gründete eine Gruppe, die gegen die arabischen Separatisten in der Stadt und gegen die Konterrevolutionären kämpfte.

1979 heiratete er. Seine Frau, Soghra Akbarnedschad, war eine Freiheitskämpferin, die eine Tante von Muhammad im Gefängnis des Schah kennengelernt hatte. Die Tante stellte beide einander vor. Sie führten ein bescheidenes und harmonisches Eheleben. In dieser Zeit war Muhammad Dschahan-Ara nicht nur Kommandeur der Brigade in Chorramschahr, er setzte sich auch intensiv für die Probleme der Menschen ein.

Im September des Jahres 1980 überfielen Saddams Truppen die Islamische Republik Iran. Sie wollten innerhalb von 24 Stunden Chorramschahr erobern. Doch unter dem Kommando von Muhammad Dschahan-Ara leisteten die Verteidiger heldenhaften Widerstand, so dass die Baath-Armee 45 Tage lang nicht in die Stadt eindringen konnte. Doch sie kämpften praktisch mit leeren Händen und wurden vom damaligen Befehlshaber der Armee Banisadr im Stich gelassen. Wochenlang warteten er und seine Brigade auf Unterstützung. Am Ende wurde eine große Zahl der Widerstandskämpfer Märtyrer und die Soldaten der Baath-Armee marschierten in Chorramschahr ein. Muhammad Dschahan-Ara musste den Rückzug befehlen. Als Banisadr das Amt des Befehlshabers entzogen wurde, lebte der Widerstand wieder auf. Im Mai 1982 gelang die Befreiung Chorramschahrs. Doch Muhammad Dschahan-Ara erlebte diese Befreiung, für die er sich so sehr eingesetzt hatte nicht mehr mit. Ein halbes Jahr davor zuvor war er im Hubschrauber auf dem Weg nach Teheran, um Imam Chomeini zu treffen. Der Hubschrauber stürzte am 29.9.1981 ab.

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