Dschahiz
  Dschahiz

Aussprache: dschaahizh
arabisch:
‏الجاحظ
persisch:
englisch: Jahiz

776 - 868/869 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Abu Uthman Amr ibn Bahr Mahbun al-Kinani al-Lithi al-Basri, bekannt als al-Dschahiz, war ein muslimischer Schriftsteller, der sich zur Mutazila bekannte.

Er wurde gegen 776 n.Chr. in Basra geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf. Er verkaufte selbst gefangenen Fisch an den Kanälen Basras, um seine Familie zu unterstützen. In seiner wenig verbleibenden Zeit diskutierte er mit einer Gruppe Jugendlicher aus der Hauptmoschee Basras über wissenschaftliche Themen. Dort lernte er wohl in einer Art Selbstlehre die Grundlagen über Philologie, Lexikographie und Poesie.

Später wurde er ein Schüler von Nazzam. Durch seine Schriften stützte er den Abbasiden Mamun und wurde wiederum von diesen unterstützt, was zu einer enormen Schreibtätigkeit führte. Er hinterließ mehr als zweihundert Werke, von denen gut fünfzig erhalten sind. Der französische Arabist Charles Pellat hat sich auf die Erschließung seiner Werke für den westlichen Leser konzentriert.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt das "Kitab al-Hayawan" (Buch über Tiere), eine Enzyklopädie über Tiere in sieben Bänden, die mehr als 350 Tierarten in der Form von Anekdoten, poetischen Beschreibungen und Sprichwörtern und Gedichten behandelt. Darin spekulierte al-Dschahiz über den Einfluss der Umwelt auf Tiere, was zuweilen als eine Art Vorläufer der Evolutionstheorie betrachtet wird. Dschahiz diskutiert den Effekt der Umwelt auf die Wahrscheinlichkeit eines Tieres, zu überleben und beschrieb den Kampf ums Überleben als einen Faktor der natürlichen Selektion:

„Tiere befinden sich in einem Kampf um die Existenz; um Nahrungsgüter, wehren ich dagegen gefressen zu werden, und wollen sich fortpflanzen. Einflüsse der Umwelt haben einen Einfluss auf den Körper, so dass neue Eigenschaften entwickelt werden, die das Überleben sichern sollen, mit dem Ergebnis, dass neue Rassen entstehen.“

Ein weiteres Werk, das "Kitab al-Buchhala" (Buch der Gierigen), ist eine Sammlung von Geschichten über die Gier. Es gilt als feinfühlige Studie über die menschliche Psychologie und das Streben nach Mehrung. Dschahiz macht sich darin über Lehrer, Bettler, Sänger und andere Berufsgruppen lustig, insbesondere über gieriges Verhalten. Viele der Geschichten finden heute noch regelmäßig Erwähnung.

Im "Kitab Mufacharat al-Dschawari wal Ghilman" (Das Buch der Konkubinen und Epheben) werden mit erotischen Beschreibungen nach manchen Vorstellungen die Phantasien des Hofes der Abbasiden wiedergegeben. Andere verweisen auf die Sprache der Mystik [tasawwuf].

In seinem "Risalat Mufacharat al-Sudan 'ala al-Bidan" (Überlegenheit der Sudanesen über Weiße) verdeutlicht er eine Art Rassismus der damaligen Zeit, welche im völligen Widerspruch zur islamischen Lehre stand.

Er zitierte zuweilen auch die Ahl-ul-Bait (a.). So schrieb er in seinem Buch "Al-Bayyan wa-t-Tabiyyin", dass Imam Baqir (a.) das Geheimnis friedlichen Zusammenlebens mit den Mitmenschen mit folgenden wenigen Worten deutlich machte: „Ein Leben voller Frieden und Ruhe ist mit einem Maßbecher zu vergleichen, der zu zwei Drittel mit Wachsamkeit und zu einem Drittel mit Nachsicht und Langmut gefüllt ist.“

Dschahiz starb im Dezember 868 oder im Januar 869 n.Chr..

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