Ebnu
Ebnu

Aussprache: iybnuu
arabisch:
إبنو
persisch:
ابنو
englisch: Ebnu

ca. 1665 - ???? n.Chr.

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Ebnu war ein Kammermohr, über den wenig bekannt ist. Er gilt als einer der frühesten namentlich dokumentierten Afrikaner in Berlin/Brandenburg.

Er war vermutlich muslimischer Herkunft und sollte zum Kammermohr ausgebildet werden. Über Hamburg (vermutlich per Schiff im Hafen) ist er nach Berlin gekommen. Am 17.6.1681 wurde er in Spandau auf den Namen „George Adolph Christian“ getauft. Zuvor hatte er von Privatlehrer eine Grundlehre im Christentum und über die Benimmregeln erhalten.

Die wichtigste Primärquelle ist eine gedruckte Taufpredigt von 1681. Ihr Titel nennt ihn ausdrücklich als einen jungen Schwarzen, der „vormals Ebnu, nunmehro Georgius Adolphus Christiani genannt“ wurde. Dort heißt es außerdem, er sei ungefähr 15 Jahre alt gewesen und aus dem „Königreich Guinea in Africa“ gekommen. Er war von Georg Neumeister, einem Spandauer bzw. brandenburgischen Beamten, aus Hamburg nach Spandau gebracht worden und wurde dort in der St.-Nikolai-Kirche getauft. Demnach dürfte Ebnu ungefähr 1665/66 geboren worden sein. Wie genau er aus Westafrika nach Hamburg gelangte, ist nicht dokumentiert. Moderne Darstellungen vermuten teilweise eine Herkunft aus dem Gebiet des heutigen Ghana, weil Brandenburg kurz darauf an der westafrikanischen Küste die Kolonie bzw. Handelsstation Großfriedrichsburg errichtete.

Sein ursprünglicher Name ist wahrscheinlich eine Verballhornung von "Ibn" (Sohn von), was möglicherweise als Namensbestandteil betrachtet wurde.

Die Bezeichnung „Kammermohr“ wird neuerdings hinterfragt. Er gilt als ein junger Afrikaner im Haushalt bzw. Umfeld von Georg Neumeister. Eine andere neuere Darstellung ordnet ihn eher in den Kontext afrikanischer Musiker und Hofbediensteter in Brandenburg-Preußen ein.

Als besonders interessant gilt der vollständige Titel der Taufpredigt von Johann Georg Zeitz: „Der Aussätzige und wieder gereinigte Naeman … Bey der Tauffe eines Nigriten oder jungen Mohren so vormals Ebnu, numehro Georgius Adolphus Christiani genandt … “. Der Titel zeigt sehr deutlich, wie stark seine Taufe aus europäisch-christlicher Sicht als symbolischer „Reinigungs-“ und Bekehrungsakt inszeniert wurde.

Über sein weiteres Leben nach 1681 nur sehr wenig bekannt. Es gibt keine gut belegte Biografie mit Heirat, Beruf, Todesdatum oder Grab. Genau deshalb wurde ihm 2019 im Afrika-Haus Berlin ein eigener Lern- und Erinnerungsort gewidmet. Dort wird er als der erste namentlich dokumentierte Afrikaner Berlins gewürdigt.

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