Fadhlallah, M. Husain
Muhammad Husain Fadhlullah

Aussprache: muhammad hussain fadhlullah
arabisch: محمد حسين فضل الله
persisch: محمد حسين فضل الله
englisch: Fadlallah, Mohammad Hussein

1354 - 20.7.1431 n.d.H.
1935 - 3.7.2010 n.Chr.

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Sayyid Muhammad Husain Fadhlullah (oder Fadlallah) war einer der größten Gelehrten [faqih] des Islam im 20. und 21. Jh. n.Chr..

Er wurde 1935 in Nadschaf geboren, nachdem seine Familie 1928 aus dem südlibanesischen Dorf Ainatha in den Irak ausgewandert ist. Er studierte Vorort Theologie, war Mitglied der Partei Hizb-ad-Da’wa, die sich für islamische Prinzipien und gegen die damals zunehmenden Einflüsse von Kapitalismus und Kommunismus richteten. Dabei war er Mitherausgeber deren Zeitschrift al-Adwa (Die Lichter). Während seines Studiums erreichte er nach Ansicht mancher die Stufe eines Rechtsgelehrten [mudschtahid]. In 1966 kehre seine Familie in den Libanon zurück. Im Slumviertel von Ostbeirut an-Nab’a gründete er die sozial-karitative Organisation Dscham’iyya Usra at-Ta’achi (Vereinigung der Brüderlichen Familie). Hier baute er auch das theologische Ausbildungszentrum Mahad al-Schari al-Islami auf. Im Gegensatz zu Sayyid Musa as-Sadr lehnte er die Errichtung des Obersten Schiitischen Rates ab.

Im August 1976 wurde das Beiruter Stadtviertel an-Nab’a von der Phalange belagert, dann erstürmt und die Bewohner umgebracht und vertrieben. Dabei verlor Sayyid Fadhlullah Familienangehörige und die von ihm aufgebauten Organisationen. Diese Erfahrungen sollen in seiner Abhandlung "Der Islam und die Logik der Macht" [al-Islam wa mantiq al-quwa] berücksichtigt worden sein. Er entwickelte eine Lehre der erlaubten und verbotenen Macht, Kraft und Gewalt. Dabei beschäftigte er sich mit der Frage der Legitimität gewaltsamen Widerstands gegen Tyrannei. 1977 baute er in Südbeirut die Imam ar-Ridha-Moschee zu einem bedeutsamen islamischen Zentrum aus. Dort predigte er über politische libanesische und internationale Themen. Wegen seiner immer stärker werdenden Position gegen den Zionismus und die US-Hegemonialpolitik wurde er mehrmals Ziel von Anschlägen.

1982 wurde er entführt und in einem Keller gefangen gehalten, später aber freigelassen. Schon immer hatte er selbst unrechtmäßige Entführungen abgelehnt. Ziel eines schweren Bombenanschlages wurde er am 8. März 1984. In die Planung dieses Anschlages soll nach seinen Angaben der CIA und der britische Geheimdienst verwickelt gewesen sein, wobei die Ausführung dem Geheimdienst der libanesischen Armee zugeschrieben wird. Bei diesem Attentat wurden mehr als 80 Menschen getötet und über 200 verletzt, als die Bombe vor Fadhlullahs Haus in einem Auto explodierte. Er selbst befand sich überraschenderweise nicht Vorort und blieb daher unverletzt.

Sayyid Fadhlullah war Autor zahlreicher Bücher und Artikel, Schirmherr zahlreicher Schulen, islamischer Zentren und Waisenheime und wird von seinen Anhängern als Vorbild der Nachahmung anerkannt. Dabei fällt er teilweise durch vergleichsweise ungewöhnliche Rechtsurteile [fatwa] auf, die von manchen Muslimen missverstanden bzw. missinterpretiert werden. So gilt sein Rechtsurteile [fatwa] über das Rauchen, welches das Fasten [saum] nach seiner Ansicht nicht ungültig macht, als typisches Beispiel. Denn diejenigen, die dieses Rechtsurteil [fatwa] im Monat Ramadan (Monat) missbrauchen, verschweigen, dass er das Rauchen als solches für verboten [haram] (und nicht nur verpönt [makruh]) erklärt hat.

Obwohl Sayyid Fadhlullah von den westlichen Medien immer im Zusammenhang mit der Hizbullah im Libanon erwähnt wurde, gibt es dafür keinen sachlichen Hintergrund. Ayatollah Fadhlullah stand stets an der Seite der Islamischen Republik Iran im Kampf gegen den weltweiten Imperialismus.

Ayatollah Fadhlullah starb am 20.7.1431 n.d.H. (3.7.2010) nach langer Krankheit in einem Krankenhaus in Beirut. Imam Chamene'i hat seiner Familie kondoliert. Er wurde im Hof der Moschee Al-Imam Al-Hassanein beigesetzt.

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