Furugh Faruchzad

Titelbild einer englischen Übersetzung
ihres Gedichtbandes

Furugh Faruchzad

Aussprache:
arabisch:
persisch:
englisch:
Forough Farrokhzad

??? - ??? n.d.H.
29.12.1934 - 13.2.1967 n.Chr.

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Furugh Faruchzad war eine Dichterin und Filmregisseurin im Iran und zählte zu den bedeutendsten Vertreterinnen der damaligen iranischen Moderne, wobei sie den Gottesbezug nie verloren hat.

Furugh Faruchzad wurde am 29.12.1934 als Tochter des Armeeoffiziers Muhammad Baqir Faruchzad und seiner Frau Turan Waziri-Tabar in Teheran geboren. Sie war das dritte von sieben Kindern (Amir, Massud, Mihrdad, Faraydun, Pouran, Gloria) und somit die ältere Schwester des später berühmten iranischen Dichters, Sängers und Schauspielers Faraydun Faruchzad.

Sie besuchte die Schule bis zur neunten Klasse und lernte im Anschluss Zeichnen und Nähen an einer Handarbeitsschule für Frauen. Mit sechzehn heiratete sie den 15 Jahre älteren Parviz Schapur, einen Satiriker und Karikaturisten. Sie bildete sich weiter und zog mit ihrem Mann nach Ahwaz. Ein Jahr danach wurde ihr Sohn Kamyar geboren. Nach drei Jahren Ehe kam es zur Scheidung von ihrem Mann. Das Kind blieb beim Vater. Nach einem Nervenzusammenbruch zog sie nach Teheran und arbeitete nur noch als Dichterin. Ihr erster Gedichtband hieß "Die Geisel", in dem sie persönliche Gefühle der Ausweglosigkeit ausdrückte. Im Jahr 1956 blieb sie neun Monate in Europa, wo sie an ihrem zweiten, sozialkritischen[3] Gedichtband "Die Wand" schrieb. Er erschien im selben Jahr. 

Im Jahr 1958 erhielt sie eine Stelle als Assistentin im Golestan Film Studio, wo sie den Filmemacher und Schriftsteller Ibrahim Golestan kennen lernte. Im selben Jahr publizierte das sozialkritische Gedichtband "Widerstand". Es gab Gerüchte über ihre Beziehung zu Golestan, der verheiratet war. 1960 versuchte sie in völliger Verzweiflung Selbstmord zu begehen, konnte aber gerettet werden. 1962 zog sie nach Täbriz, wo sie in dem Leprakolonie Behkadeh Raji, das 1961 als sich selbst versorgendes, eigenständiges Dorf errichtet wurde, den zwanzigminütigen Dokumentarfilm "Das Haus ist schwarz" drehte. Während der zwölf Drehtage entwickelte sie Zuneigung zu dem gesunden Kind eines leprakranken Paares, dem Jungen Hussain Mansuri und adoptierte ihn nach dem Ableben der Eltern.

1964 publizierte sie ihren vierten Gedichtband mit dem Titel "Die Wiedergeburt". Bereits am 13. Februar 1967 starb Forugh im Alter von 32 Jahren bei einem Autounfall. Um die Kollision mit einem Schulbus zu verhindern, wich ihr Fahrzeug aus und fuhr frontal in eine Steinwand und starb vor Ankunft im Krankenhaus. Ihr Gedicht "Lasst uns an den Beginn der kalten Jahreszeit glauben" wurde nach ihrem Tod publiziert.

Das Grab der Dichterin befindet sich auf dem Zahir-u Dauleh-Friedhof im Teheraner Stadtteil Darband.

Zu ihrem Werk zählt:

bullet1955: Asir („Die Geisel“), Sammlung von 44 Gedichten
bullet1956: Divar („Die Wand“), Gedichtband
bullet1958: Isyan („Der Widerstand“), Gedichtband
bullet1964: Tawalud-e Digar („Die Wiedergeburt“), Gedichtband

Einige ihrer Gedichte wurden auch ins Deutsche übertragen.

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