Wilhelm Gentz
Karl Wilhelm Gentz

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9.12.1822 - 23.10.1890 n.Chr.

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Karl Wilhelm Gentz war ein deutscher Maler, der sehr intensive Beziehungen zum Kulturkreis des Islam hatte.

Er ist am 9. Dezember 1822 in Neuruppin als zweites Kind von Johann Christian Gentz geboren. Zunächst hat er an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität studiert. Er entschloss sich mit 21. Jahren Malerei zu studieren, was er im renommierten Atelier Kloeber, an der Antwerpener Kunstakademie, in London und in Paris durchführte.

Im Jahr 1847 reiste er über Spanien und nach Marokko. Zurück in Paris malte er "Der verlorene Sohn in der Wüste", eine lebensgroße Figur. 1850 reiste er nach Ägypten und Istanbul.

Im Jahr 1852 lebte er in Berlin, und malte Bilder über das orientalische Leben: "Sklavenmarkt" und "Ägyptische Schule". Zurück in Paris malte er zwei religiöse Bilder mit lebensgroßen Figuren: "Christus und Magdalena bei Simon" und "Christus unter den Zöllnern". 1858 war er wieder in Berlin und malte wieder über den Orient. Unter seinen Freunden vertrat er eine Einstellung - insbesondere gegenüber der Stellung der Frau im Islam - die viel differenzierter war, als sonst in der damaligen Zeit üblich. Im seinem Buch "Briefe einer Reise nach Ägypten und Nubien" (1850/1851), das erstmals 1853 in Berlin erschienen ist sind Briefe seiner Reise als knapp 30jähriger Kunststudent zusammengefasst. Die Briefe enthalten zahlreiche Beobachtungen vor Ort und durchsetzt vom Vergleich des Orients mit dem Okzident.

Als seine bedeutendsten malerischen Werke gelten:

bulletVersammlung vor dem Grab des Kalifen, Kairo
bulletSklaventransport durch die Wüste;
bulletLager der Mekkakarawane;
bulletGebet der Mekkakarawane;
bulletBegegnung zweier Karawanen in der Wüste;
bulletNillandschaft mit Flamingos (1870);
bulletMärchenerzähler bei Kairo;
bulletTotenfest bei Kairo;
bulletDorfschule in Oberägypten;
bulletSchlangenbeschwörer (1872);
bulletDer Einzug des Kronprinzen von Preußen in Jerusalem, 4. November 1869 (1876, Berliner Nationalgalerie)
bulletStadtansicht Tunis
bulletMarokko

Als Vorbereitung für das letztgenannte Bild reiste er 1873 im Auftrag des preußischen Kronprinzen nach Jerusalem. Das Bild erhielt auf der Großen Akademischen Ausstellung in Berlin die große Goldmedaille, in München die kleine Silbermedaille.

Zwischen 1874 und 1890 war Gentz Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. 1881 wurde er von Kaiser Wilhelm I. zum Professor ernannt. Er ist mehrfach durch Ägypten und Palästina gereist, was sich in seinen Werken auch widerspiegelte. Gentz Starb am 23. August 1890 in Berlin.

Wilhelm Gentz' Sohn Ismael wurde ebenfalls Maler und hat u.a. seinen Vater portraitiert.

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