Sabiha Göktschen

Sabiha Göktschen

Aussprache: saabihaa göcktschen
arabisch:
صبيحة كوكجن
persisch:
صبیحه گوکچن
englisch:
Sabiha Gökçen

22.3.1913 - 22.3.2001

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Sabiha Göktschen (Sabiha Gökçen) war die erste Pilotin der Türkei und weltweit erste Kampfpilotin.

Sie wurde am 22.3.1913 in Bursa als Tochter Hafız Mustafa Izzet, einem Hofschreiber, der von Abdülhamid II. ins Exik verbannt worden war, geboren. Ihr Vater starb, als sie in der Grundschule war, so dass in der Folge ihre Geschwister sie unterstützt und ihre weitere Schulausbildung ermöglicht haben.

Mit acht Jahren traf sie in Bursa Mustafa Kemal Atatürk, erzählte ihm ihre Lebensgeschichte und wurde von ihm adoptiert und gefördert. Dadurch gelangte sie nach dem Besuch der Çankaya-Grundschule in Ankara auf das Üsküdar-Mädchenkollegiums in Istanbul. Im Februar 2004 veröffentlichte der Journalist Hrant Dink einen Artikel, der darauf hinweisen sollte, dass Sabiha eigentlich armenischer Abstammung sei mit dem Titel „Das Geheimnis von Sabiha Hatun“. Demnach hätte Sabiha ihre Familie 1915 bei Massakern an Armeniern verloren, sei daraufhin nach Urfa in ein Waisenhaus gekommen und anschließend von Atatürk adoptiert worden. Dem widersprachen aber Historiker, die nachwiesen, dass Sabihas Mutter, Hayriye Hanım, eine ethnische Bosniakin gewesen sei.

Atatürk gab ihr am 19. Dezember 1934 nach der Namensreform den Nachnamen „Göktschen“ (Gökçen), was im Türkischen „himmelsbezogen“ bedeutet. Sie war kurze Zeit mit einem Luftwaffenmajor verheiratet, der 1943 starb.

1935 begann sie ihre Pilotenausbildung an der türkischen Zivilflugschule in Ankara. Am Ende ihrer Flugausbildung wurde sie zusammen mit sieben männlichen Piloten zur Weiterbildung in die damalige Sowjetunion beordert. 1936 absolvierte sie ihren ersten Soloflug. Im gleichen Jahr trat sie der türkischen Luftwaffe in der Militärflugschule Eskişehir bei, wo sie zur Militärpilotin ausgebildet wurde. Damit war sie die weltweit erste Pilotin der Welt, die für Kampfeinsätze ausgebildet worden ist.

Ihre ersten militärischen Einsätze folgten im Sommer 1937 und Frühjahr 1938 während der Niederschlagung des Dersim-Aufstandes. Sie unterstützte sie den Vormarsch der türkischen Bodentruppen durch Bombardements aus der Luft. Im Juli 1938 besuchte sie im Auftrag der jungen türkischen Republik mit einem werbewirksamen Flug die Hauptstädte der Balkanstaaten. Um im Fall eines Abschusses ihr Leben retten zu können, lernte sie auch das Fallschirmspringen.

In Atatürks handschriftlichem Testament von 1938 wurden Sabiha Göktschen 600 türkische Lira aus den Dividenden der von Atatürk gehaltenen Aktien im Gesamtwert von 2800 türkischen Lira zugeschrieben. Zusätzlich bekam sie hinreichend Geld um sich ein Haus kaufen zu können.

Im Jahre 1951 nahm sie auch am Korea-Krieg als Mitglied des 1. Luftwaffenregiments in Eskişehir teil. Für besondere Tapferkeit wurde ihr der höchste Fliegerorden verliehen, und sie wurde zum Major befördert. Später wurde sie Leiterin der Kampfpilotenausbildung der türkischen Luftwaffe. Ab 1955 flog sie selbst nicht mehr für das Militär. Sie flog bis 1964 nur noch in einer Kunstflugstaffel. Insgesamt 22 verschiedene Flugzeugtypen (Propellermaschinen und Jets) soll sie im Laufe ihrer Fliegerkarriere geflogen haben.

Gleichzeitig war sie poltisch sehr Aktiv uns setzte sich für die Ideale ihres Adoptivvaters Mustafa Kemal Atatürk ein. Nach seinem Tod schrieb sie Gedichte zu seinen Ehren und verfasste eine Autobiographie. Sie starb am 22. März 2001 in Ankara.

Im Januar 2001 wurde der zweite Istanbuler Flughafen im kleinasiatischen Teil der Stadt nach Sabiha Göktschen (Sabiha Gökçen) benannt.

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