Groß-Ayatollah
Groß-Ayatollah
[ayatullah-ul-udhma]

Aussprache: ayatullah al-udhmaa
arabisch:
آيت الله العظمى
persisch:
آيت الله العظمى
englisch: Grand Ayatolla

Bild: Die beiden Großayatollahs Imam Chomeini (rechts) und Imam Chamene'i

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Ein Groß-Ayatollah oder Großayatollah [ayatollah-ul-Udhma] ist ein Titel eines schiitischen Geistlichen der jüngeren Geschichte.

Der Titel Groß-Ayatollah etablierte sich endgültig erst im 19. Jahrhundert. Es ist der Rang eines Ayatollah, der als Vorbild der Nachahmung wirkt. Er zeichnet sich durch eine sehr hohe Qualifikation aus, die es ihm ermöglicht religiöse Rechtsurteile zu fällen, die zumeist in einem religiösen Regelwerk [risala] gesammelt werden. Dadurch wirkt er als Vorbild der Nachahmung.

Die Religions-Hochschulen, wie z.B. in Qum und Nadschaf veröffentlichen in periodischen Abständen Listen mit den aktuellen Groß-Ayatollahs. Die Listen können je nach Hochschule voneinander abweichen, sind aber nicht bindend für die Nachahmer [muqallid].

Im 20. Jahrhundert gab es immer weniger als 20 Großayatollahs, die Mehrheit davon im Iran. Der Aufstieg zu einem Großayatollah ist für einen schiitischen Geistlichen ein langer und beschwerlicher Weg, der mindestens 25 bis 30 Jahre intensiven Studiums erforderlich macht sowie eine tadellose Lebensführung. Für einen Großayatollah ist es ein großes Bestreben unter seinen Schülern einen geeigneten Nachfolger aufzubauen. So hat z.B. Imam Chomeini frühzeitig seinen Schüler Imam Chamene'i als geeigneten Nachfolger für sein Wirken vorgestellt.

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