Haddschadsch
  Haddschadsch

Aussprache: al-haddschaadsch ibn yusuf al thaqafii
arabisch:
الحجاج بن يوسف الثقفي
persisch:
englisch:
al-Hajjaj ibn Yusuf ath-Thaqafi

??? - 95 n.d.H.
661 - 714 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Al-Haddschadsch ibn Yusuf al Thaqafi war einer der bedeutendsten und gleichzeitig brutalsten Feldherrn und Stadthalter der Umayyaden in der Zeit 694-714 n.Chr.. Sein eigentlicher Name war "Kulaib" (Köterchen), den er aber frühzeitig änderte.

Haddschadsch entstammte dem Stamm der Thaqif und war zunächst als Lehrer in Taif tätig. Im Kampf zwischen den Umayyaden und Abdullah ibn Zubair begann sein Aufstieg unter dem Abdulmalik ibn Marwan. So konnte er 692 n.Chr. mit der blutigen Eroberung von Mekka den Bürgerkrieg unter den Muslimen unterdrücken, wobei seine Methoden als sehr grausam galten. Beim Einmarsch in Mekka tötet er Abdullah ibn Zubair.

Haddschadsch wurde 694 n.Chr. zum Statthalter des Irak ernannt und diente dort unter Walid I.. Später wurde ihm auch die Verwaltung der persischen Gebiete übertragen.

Haddschadsch war einer der wenigen Statthalter die nicht mit den Umayyaden verwandt waren. Er unterdrückte die Aufstände im Irak und disziplinierte die Truppen der Garnisonen in Basra und Kufa. Auch wurde die Residenz von Basra nach al-Wasit verlegt und Reformen in der Steuerverwaltung umgesetzt. Der Ackerbau im Irak wurde ebenfalls gefördert.

Besonders bekannt ist Haddschadsch für sein brutales Vorgehen gegen Schiiten, darunter Qanbar. So schlug er den durch ihn bewirkten Aufstand des Abdurrahman ibn Muhammad ibn al-Aschath nieder (699-701 n.Chr.). Nebenbei führte er auch einige Eroberungsfeldzüge durch erfolgreiche Feldherren, die er selbst ausgebildet hatte, wie z.B. Muhammad ibn-Qasim (712 n.Chr. nach Indien) der ein entfernter Cousin war,  Qutaiba ibn Muslim (nach Turkmenistan), und sein erfolgreichster Feldherr Musa ibn Nusair (Nord-Afrika und Spanien).

Als nach dem Ableben von Walid I. sein Bruder Sulaiman ibn Abdulmalik an die Macht kam, ließ er jedoch zahlreiche Feldherren Haddschhadschs ermorden, da er sich vor ihrer Macht fürchtete.

Haddschadsch starb 714 n.Chr. Viele Legenden zu seinen Ehren wurden von den Umayyaden etabliert, wie die Legende, dass er nur sein Schwert als persönliches Eigentum besessen haben soll.

Gemäß zahlreicher schiitischer Autoren betrachtete Haddschadsch den Heiligen Qur'an lediglich als ein Werk der Dichtkunst von Arabern und er verehrte Marwan ibn al-Hakam mehr als Prophet Muhammad (s.).

Ibn Qutaiba beschreibt in seinem "Tarich" den Blutdurst Haddschadschs dermaßen, dass er an einem einzigen Tag 70.000 Muslime ermorden ließ. Tirmidhi gibt in seinem "Sahih" die Zahl von 120.000 an.

Ibn Asakir berichtete, dass nach dem Ableben Haddschadschs allein 80.000 Leichen in seinen Kerkern gefunden wurden, darunter 30.000 Frauen.

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de