Al-Hakim Naisaburi
  Muhammad ibn Abdullah al-Dhabi al-Thani al-Naisaburi - Abu Abdullah al-Hakim

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3.321 - 2.405 n.d.H.

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Abu Abd-Allah Muhammad ibn Abd-Allah al-Naisaburi al-Talabi, vor allem bekannt als "al-Hakim" oder "Ibn al-Baiyi", war ein früher Gelehrter und Sammler der Überlieferung, der bei Sunniten als glaubwürdig eingestuft wurde. Er galt als einer der bedeutendsten Kenner der Überlieferung im Chorasan seiner Zeit. Sein Beiname war Abu Abdullah al-Hakim.

Al-Hakim ist 321 n.d.H. in Naisapur geboren und bereiste später zahlreiche Orte zu Studien- und Lehrzwecken. Im Jahr 330 n.d.H. begann er Überlieferungen zu studieren, im Jahr 334 n.d.H. - mit 13 Jahren – bat er Abu Hatim ibn Hibban, einen der größten damaligen Gelehrten zu Überlieferungen, ihn in die Wissenschaft einzuführen.

Zu seinen weiteren Lehrern gehörte Daraqutni, Abu Ali ibn Abu Huraira, Abu al-Walid Hassan ibn Muhammad und Abu Sahl as-Su'luki. Zu seinen bekannten Schülern gehört Baihaqi.

Er war einer der besten Hafidh seiner Zeit und Aufzeichner von Überlieferungen und ein bekannter Überlieferer [rawi], der sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten als glaubwürdig eingestuft wird.

Er ist zudem Autor von Büchern mit insgesamt tausend Kapiteln. Er reiste im Land umher und suchte nach Wissen, wobei er Überlieferungen von rund zweitausend Überlieferern lernte. Er kann wohl verglichen werden mit den berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, wie z.B. al-Saluki. Imam ibn Faruk und alle anderen Imame betrachteten seine Stellung höher als ihre eigene Stellung. Sie würdigten ihn und seinem Beitrag mit Anerkennung. Sie schätzten seinen Namen und seinen Ruf, ohne seine Meisterschaft jemals anzuzweifeln.

Al-Dhahabi übermittelt in seinem "al-Mizan" dessen Biographie und beschreibt ihn als "einen glaubwürdigen Anführer und sehr bekannten Schiiten". Al-Dhahabi hat einige seiner interessanten Aussagen wiederholt, wie dass Prophet Muhammad (s.) beschnitten geboren wurde mit einem Lächeln auf seinem Gesicht und dass Imam Ali (a.) sein Bevollmächtigter [wasi] ist.

Muhammad ibn Abdullah wurde im Monat Rabi-ul-Awwal 321 n.d.H. geboren und starb im Monat Safar 405 n.d.H..

Sein bekanntestes Werk ist "Al-Mustadrak ala al-Sahihayn" (Anhang zu den beiden Sahih-Werken) das auch als "Mustadrak al-Hakim" zitiert wird. Er soll das Buch mit 72 Jahren angefangen haben zu schreiben, wobei er selbst angibt, vom Zamzam-Brunnen getrunken zu haben mit dem Bittgebet, solch ein Buch schreiben zu können. 

Zu seinen weiteren Werken gehören:

bulletAl-Abwab (Die Kapitel)
bulletAl-Amali (Die Gebote)
bulletAmali al-Aschiyya (Gebote der Nacht)
bulletFada'il al-Schafi`i (Die Vorzüge des Schafii)
bulletFawa'id al-Nusach (Nutzen des ....)
bulletFawa'id al-Churasaniyyin (Nutzen der Bewohner Chorasans)
bulletAl-Iklil fiy aala'il al-Nubuwwa (Das Diadem unter den Zeichen der Prophetenschaft)
bulletAl-Ilal (Die gebrochenen (Überlieferungen))
bulletMa Tafarrada bi Ikhradschihi kullu Wahidin min al-Imamayn (Berichte die nur bei den beiden Imams gefunden werden) 
bulletAl-Madchal ila Ilm al-Sahih (Einführung in die Wissenschaft der wahren (Berichte))
bulletMarifat Anwa Ulum al-Hadith (Aspekte der unterschiedlichen Überlieferungswissenschaften)
bulletAl-Mustadrak `alâ al-Sahîhayn (Anhang zu den beiden Sahih-Werken)
bulletMuzakka al-Achbar (Überprüfte Berichte)
bulletAl-Sahihain (Die beiden Sahih-Werke)
bulletAl-Talchis (Die Zusammenfassung)
bulletTaradschim al-Musnad ala Schart al-Sahihain (Analyse von Ahmad's Musnad bezüglich der Bedingungen der beiden Sahih-Werke)
bulletTaradschim al-Schuyuch (Analyse der Scheichs)
bulletTarich Ulama Ahl Nischabur (Geschichte der Gelehrten von Nishapur)
bulletTafsir al-Kabir

Manche Geschichtswerke deuten darauf hin, dass al-Hakim Schiit war bzw. sich später der Schia zugewandt hat, was allerdings von z.B. Ibn Asakir abgelehnt wird, der ihn eher der Aschariyya zuordnet. Andere zählen ihn zu den Schafiiten. Allerdings wird er von allen dahingehend zitiert, dass er sehr deutlich gegen Muawiya ibn Abu Sufyan und dessen Familie eingestellt gewesen war.

Al-Hakim starb am 3. Safar 405 n.d.H. im unmittelbaren Anschluss an den Besuch seines Bades nur mit einem Handtuch bekleidet.

Sayyid Abdalhussain Scharaffuddin al-Musawi erwähnt ihn in seinem Werk "Die Konsultation [al-muradschaat]" (in der 16. Konsultation) als einen der schiitischen Überlieferer [rawi], die auch für Sunniten glaubhaft waren.

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