Hamam
Hamam

Aussprache: hamaam
arabisch: حمام
persisch: حمام
englisch: Hammam

Bild: Hamam Museum Gaziantep

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Ein Hamam, auch bekannt als türkisches Bad, ist eine Art öffentliches Dampfbad, das seine Ursprünge in der römischen Badekultur hat und später von den Muslimen übernommen und angepasst wurde.

Diese Bäder wurden ein wesentlicher Bestandteil der islamischen Welt, insbesondere während des Osmanischen Reichs, wo sie nicht nur der Hygiene, sondern auch sozialen und religiösen Zwecken dienten.

Die Grundstruktur des Hamams entwickelte sich aus den römischen Thermen. Die Römer bauten großflächige Badekomplexe mit verschiedenen Funktionen wie Warm- und Kaltwasserräumen, Schwitzräumen und Ruhebereichen. Nach dem Fall Roms übernahmen die Byzantiner viele Aspekte der römischen Kultur, einschließlich der Badehäuser, die sie weiterhin unterhielten und entwickelten. Mit der Ausbreitung des Islam wurden die Badehäuser an die Bedürfnisse der muslimischen Reinigungsrituale angepasst. Die Reinheit in Form der äußeren wie inneren Hygiene ist im Islam von großer Bedeutung, und der Hamam bot einen idealen Ort für z.b. empfohlene rituelle Vollkörperreinigungen [ghusl].

Unter den Osmanen erreichten Hamams ihre größte Verbreitung und architektonische Entwicklung. Sie wurden zu Zentren des gesellschaftlichen Lebens in der muslimischen Welt und spielten eine wichtige Rolle im Alltagsleben. Die Osmanen bauten prächtige Hamams mit aufwendigen Dekorationen, hohen Kuppeln und einer ausgefeilten Architektur, die darauf ausgelegt war, Wasser und Wärme effizient zu nutzen. Aufgrund der obligatorischen Geschlechtertrennung gab es in der Regel immer zwei Parallelgebäude oder zwei unabhängige Bereiche mit zwei unterschiedlichen Eingängen. Dort wo es baulich nicht möglich war, gab es unterschiedliche Badezeiten.

Hamams dienten nicht nur der körperlichen Reinigung, sondern auch als wichtige soziale Treffpunkte, wo Nachrichten ausgetauscht wurden. Sie waren Orte, an denen Geschäfte abgeschlossen, politische Diskussionen geführt und Festlichkeiten veranstaltet wurden.

Obwohl die Popularität der Hamams in der modernen Zeit abgenommen hat, vor allem aufgrund von Veränderungen im Lebensstil und der Einführung moderner Badezimmer in den Haushalten, bleiben sie in vielen Teilen des Orient kulturell bedeutend und sind teilweise heute noch in Betrieb. Zudem erleben sie als Teil des Wellness-Tourismus eine Art Renaissance, wobei viele historische Hamams restauriert und für ein modernes Publikum angepasst werden.

Einige bekannte Hamams sind:

bullet Ayasofya Hürrem Sultan Hamam
bullet Hamam Ali Quli in Isfahan
bullet Hamam Amiridsche in Semnan
bullet Hamam Goli in Semnan
bullet Hamam Nasar in Semnan
bullet Hamam Ostad
bullet Historisches Galatasaray Hamam (Tarihi Galatasaray Hamamı)
bullet Kilitsch Ali Pascha Hamam (Kılıç Ali Paşa Hamam)
bullet Kurschunlu Hamam (Kurşunlu Hamam)
bullet Mahmut Pascha Hamam (Mahmutpaşa Hamam)
bullet Merkez Efendi Hamam
bullet Mestan Hamam
bullet Mihrimah Sultan Hamam in Edirnekapi
bullet Murat I. Hamam Iznik
bullet Saadet Hatun Hamam
bullet Schahmeran Hamam
bullet Süleymaniya Hamam
bullet Tahtakale Hamam Basar
bullet Thermal-Hamam bei Yalova
bullet Tschemberlitasch Hamam (Çemberlitaş Hamamı)
bullet Vezneciler Hamam
bullet Yeni Hamam Tarsus

Von manchen Hamams sind nur noch Überreste erhalten wie z.B.:

bullet Alter Hamam Brunnen Üsküdar (Eski Hamam Çeşmesi)
bullet Kötscheoghlu Hamam (Köçeoğlu Hamamı)

In mehreren Museen wird die Hamam-Kultur dargestellt, wie z.B. im:

bullet Anthropologisches Museum Ardabil
bullet Hamam Museum Gaziantep

 

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