Heinrich Heine
  Heinrich Heine

Aussprache: hussain ib-nal waaqid
arabisch:
هاينرش هاينه
persisch:
englisch: Heinrich Heine

??? - ??? n.d.H.
13.12.1797 - 17.2.1856 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Heinrich Heine gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Journalisten des 19. Jh. n.Chr.. Seine absurden Ansichten über die Frauen im Islam haben Jahrzehnte lang die Vorurteile in der Westlichen Welt geprägt.

Heine ist vermutlich 1797 als ältester von vier Kindern des Tuchhändlers Samson Heine in Düsseldorf geboren und erhielt den Namen Harry. Seine Mutter war Betty (eigentlich Peira), geborene van Geldern. Es wird stets angegeben, dass die Kinder in einem weitgehend assimilierten, vom Geist der Haskala geprägten jüdischen Elternhaus aufwuchsen. Ab 1803 besuchte Harry Heine die jüdische Privatschule von Hein Hertz Rintelsohn. 1804 wechselte er auf die städtische Grundschule und 1807 in die Vorbereitungsklasse des Düsseldorfer Lyzeums, des heutigen Görres-Gymnasiums. Das Lyzeum selbst besuchte er von 1810 bis 1814, verließ es aber ohne Abgangszeugnis, da er sich, der Familientradition folgend, an einer Handelsschule auf einen kaufmännischen Beruf vorbereiten sollte. 1811 erlebte der 13-jährige Heine den Einzug Napoléons in Düsseldorf. Den Kaiser der Franzosen verehrte er zeitlebens für die Einführung des Code civil, da das Gesetzbuch die Juden rechtlich mit den Nicht-Juden gleichstellte.

In den Jahren 1815 und 1816 arbeitete Heine als Volontär zunächst bei dem Frankfurter Bankier Rindskopff. Heine und sein Vater besuchten damals auch die Frankfurter Freimaurerloge "Zur aufgehenden Morgenröte". 1816 wechselte er ins Bankhaus seines wohlhabenden Onkels Salomon Heine in Hamburg. Salomon, der im Gegensatz zu seinem Bruder Samson geschäftlich höchst erfolgreich und mehrfacher Millionär war, nahm sich des Neffen an. Bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 1844 unterstützte er ihn finanziell.

Nach mehreren Studienwechseln und zeitweiliger Mitgliedschaft in einer Burschenschaft setzte er sich ab 1822 in Berlin als Buchautor durch. Dort war er auch aktives Mitglied im Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden. 1825 ließ er sich allerdings taufen und trat zum Christentum über, es heißt, um seine Berufschancen im Bereich Jura, in dem er inzwischen promoviert wurde, zu erhöhen. Von da an nannte er sich Heinrich Heine. Das erhoffte Ergebnis blieb aber aus, und Heine hat seinen Übertritt zum Christentum später mehrfach ausdrücklich bedauert.

Wegen seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet – vor allem in Preußen – und der Zensur in Deutschland überdrüssig, ging Heinrich Heine 1831, nach dem Ausbruch der französischen Julirevolution, nach Paris. Er beschäftigte sich aber auch weiterhin mit Deutschland u.a in seinem "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland". 

„Das Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwuth […]

Heine heiratete 1841 in der Kirche Saint-Sulpice die ehemalige Schuhverkäuferin Augustine Crescence Mirat, die er Mathilde nannte. Er hatte die damals 18-Jährige bereits 1833 kennengelernt, lebte wahrscheinlich seit Oktober 1834 mit ihr zusammen und wollte sie für den Fall seines Todes versorgt wissen. Die Hochzeit fand auf ihren Wunsch nach katholischem Ritus statt. Seine jüdische Herkunft hat Heine ihr zeitlebens verschwiegen. Viele seiner Freunde, wie Marx und Engels, lehnten seine Verbindung mit der einfachen, aber lebenslustigen Frau ab.

1843 schrieb Heine sein Gedicht Nachtgedanken mit den oft zitierten Worten

Denk’ ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Im Februar 1848 erlitt Heine einen Zusammenbruch. Fast vollständig gelähmt, sollte er die acht Jahre bis zu seinem Tod bettlägerig in der von ihm so bezeichneten „Matratzengruft“ verbringen. Sein Nervenleiden hatte sich seit 1845 in mehreren Schüben dramatisch verschlechtert.

In den Jahren vor seinem Tod gelangte Heine zu einer milderen Beurteilung der Religion. In seinem Testament von 1851 bekannte er sich zum Glauben an einen persönlichen Gott, ohne sich aber einer der christlichen Kirchen oder dem Judentum wieder anzunähern. In seinem Testament heißt es:

Obschon ich durch den Taufakt der lutherischen Konfession angehöre, wünsche ich nicht, dass die Geistlichkeit dieser Kirche zu meinem Begräbnisse eingeladen werde; ebenso verzichte ich auf die Amtshandlung jeder andern Priesterschaft, um mein Leichenbegängnis zu feiern. Dieser Wunsch entspringt aus keiner freigeistigen Anwandlung. Seit vier Jahren habe ich allem philosophischen Stolze entsagt und bin zu religiösen Ideen und Gefühlen zurückgekehrt; ich sterbe im Glauben an einen einzigen Gott, den ewigen Schöpfer der Welt …

Am 17. Februar 1856 starb Heinrich Heine. Drei Tage später wurde er auf dem Friedhof Montmartre beerdigt

In seinen "Gedanken und Einfällen" äußert er sich auch zum Islam in einer Art und Weise, die den Schluss zulässt, dass er ausschließlich die im damaligen Judentum und Christentum in Europa bestehenden Vorurteile zu Papier bringt, ohne sich jemals mit dem Islam ernsthaft befasst zu haben:

Wie viel höher steht die Frau bei Moses als bei den anderen Orientalen oder als noch bis auf den heutigen Tag bei den Mahomedanern! Diese sagen bestimmt, dass die Frau nicht einmal ins Paradies kommt; Mahomed hat sie davon ausgeschlossen. Glaubte er etwa, dass das Paradies kein Paradies mehr sei, wenn jeder seine Frau dort wiederfände?

In den Englischen Fragmenten zeigt er ein zwiespältiges Verhältnis zu Muslimen:

... Der Superkargo, der sich auf dem Schiffe befand und die Sprache jener Leute ebensowenig verstand als ich, konnte mir, mit echtbritischer Beschränktheit, nicht genug erzählen, was das für ein närrisches Volk sei, fast lauter Mahomedaner, zusammengewürfelt aus allen Ländern Asiens, von der Grenze China's bis ans arabische Meer, darunter sogar einige pechschwarze, wollhaarige Afrikaner. Des dumpfen abendländischen Wesens so ziemlich überdrüssig, so recht europamüde, wie ich mich damals manchmal fühlte, war mir dieses Stück Morgenland, das sich jetzt heiter und bunt vor meinen Augen bewegte, eine erquickliche Labung, mein Herz erfrischten wenigstens einige Tropfen jenes Trankes, wonach es in trüb hannövrischen oder königlich preußischen Winternächten so oft geschmachtet hatte, und die fremden Leute mochten es mir wohl ansehen, wie angenehm mir ihre Erscheinung war, und wie gern ich ihnen ein Liebeswörtchen gesagt hätte. Dass auch ich ihnen recht wohl gefiel, war den innigen Augen anzusehen, und sie hätten mir ebenfalls gern etwas Liebes gesagt, und es war eine Trübsal, dass keiner des anderen Sprache verstand. Da endlich fand ich ein Mittel, ihnen meine freundschaftliche Gesinnung auch mit einem Worte kund zu geben, und ehrfurchtsvoll und die Hand ausstreckend wie zum Liebesgruß rief ich den Namen: Mahomed!

In seiner Schrift "Die romantische Schule" 81836) kommt seine Gegenüberstellung der Kulturen deutlich zum Ausdruck: "Ja, die Kunstwerke, die in dem einen Lande moralisch, werden in einem anderen Lande, wo eine andere Religion in die Sitten übergegangen, als unmoralisch betrachtet werden können, z. B. unsere bildenden Künste erregen den Abscheu eines strenggläubigen Moslem, und dagegen manche Künste, die in den Haremen des Morgenlands für höchst unschuldig gelten, sind dem Christen ein Gräuel."

Zahlreiche Motive des Islam verwendet Heine auch in seiner Tragödie (1821 n.Chr.), als auch im Gedicht (1823) mit dem Titel "Almansor" und dem dazugehörigen Drama wie auch in vielen anderen Gedichten. Das wohl brutalste Gedicht über Muslime handelt von einem Ali Bey in den "Romanzen" zu "Angelique":

Ali Bey, der Held des Glaubens,
Liegt beglückt in Mädchenarmen.
Vorgeschmack des Paradieses
Gönnt ihm Allah schon auf Erden.

Odalisken, schön wie Huris,
Und geschmeidig wie Gasellen
Kräuselt ihm den Bart die Eine,
Glättet seine Stirn die Andre.

Und die Dritte schlägt die Laute,
Singt und tanzt, und küsst ihn lachend
Auf das Herz, worin die Flammen
Aller Seligkeiten lodern.

Aber draußen plötzlich schmettern
Die Trompeten, Schwerter rasseln,
Waffenruf und Flintenschüsse -
Herr, die Franken sind im Anmarsch!

Und der Held besteigt sein Schlachtross,
Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume; -
Denn ihm ist zu Sinn, als läg er
Immer noch in Mädchenarmen.

Während er die Frankenköpfe
Dutzendweis heruntersäbelt,
Lächelt er wie ein Verliebter,
Ja, er lächelt sanft und zärtlich.

Die von Heine gepflegten Vorurteile sollten in der Westlichen Welt noch Jahrhunderte überdauern, ohne dass sein Name bei den Urhebern bzw. Verbreitern jener Vorurteile auftauchte.

Von ihm stammt allerdings auch die folgende später oft zitierte Aussage aus seinem Al-Mansor:

Almansor:
Wir hörten daß der furchtbare Ximenes,
Inmitten auf dem Markte, zu Granada -
Mir starrt die Zung im Munde - den Koran
In eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan:
Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

In 2003 hatte die Heinrich-Heine-Gesellschaft e.V. einen mit 10.000 € dotierten Preis "Heines schöner Islam" ausgeschrieben.

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