Hunain
Schlacht von Hunain

Aussprache: hunain
arabisch:
حنين
persisch:
حنين
englisch: Hunayn

30.9.8. n.d.H.
630 n.Chr.

Bild: Schlacht von Hunain in Siyer-i-Nebi (1595 n.Chr.)

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Hunain ist ein Ort auf der arabischen Halbinsel in der Nähe von Taif, der bekannt ist für eine Schlacht, die Prophet Muhammad (s.) und seine Gefährten aufgezwungen wurde gegen die Nomadenstämme der Hawazin und deren Clan der Thaqif aus Taif.

Die Schlacht erfolgte am 30. Ramadan 8. n.d.H. (630 n.Chr.) Die Schlacht von Hunain ist eine der Schlachten, die im Heiligen Qur'an erwähnt wird (vgl. 9:25-26).

Nach der überwältigenden Annahme des Islam durch die Araber und der Befreiung Mekkas verblieben nur wenige Stämme auf der arabischen Halbinsel in Feindschaft zu den Muslimen. Dazu gehört der Stamm der Hawazin, der im Südosten Mekkas lebte. Als die Hawazin erfuhren, dass die Muslime die Götzen in der Kaaba zerstört und die Mekkaner sich von ihrem Götzendienst losgesagt hatten, wuchs ihre Feindschaft. Auch der Stamm der Thaqif, die entweder ein Clan der Hawazin waren oder ein unabhängiger Stamm wollte mit der neuen Religion nichts zu tun haben. Die Oberhäupter beider Stämme beschlossen eine starke und schlagkräftige Armee unter dem Kommando von Malik ibn Auf al-Nasri aufzustellen, die den Islam vernichten sollte, bevor er sich weiter auf der arabischen Halbinsel ausbreiten konnte. Auch andere Stämme schlossen sich ihnen an und brachten ihre Familien und ihr gesamtes Vermögen mit. Als besondere "Kriegstaktik" nahmen sie ihre Familien und ein Großteil ihres Besitzes mit sich, damit die Kämpfer zur "Verteidigung" all jener Menschen und Güter noch motivierter wären. Frauen und Kinder auf Kamelen, Schafe und Rinder wurden in Reihen hinter den Kämpfern aufgestellt. Sie lagerten in der Talenge von Hunain. 

Als die Nachricht von der Einigung dieser beiden Stämme die Muslim in Mekka erreichte, ließ Prophet Muhammad (s.) Verteidigungstruppen aufstellen, wollte aber einen Krieg vermeiden. Die Abwehrtruppe marschierte in Richtung Hunain. Eigentlich war sie zahlenmäßig überlegen (ca. 12.000 gegenüber 10.000). Aber als sie das Tal von Hunain erreichten, wurden sie plötzlich angegriffen. Der gegnerische Anführer Malik ibn Auf hatte seine Soldaten in nächtlich versteckten Positionen zangenartig postiert. Die Muslime waren derart überrascht, dass viele von ihnen den Rückzug antraten. Prophet Muhammad (s.) und seine engsten Gefährte wie Imam Ali (a.) und dessen Onkel Abbas ibn Abd-ul-Mutallib kämpften aber unermüdlich weiter. Sie wussten, dass eine Niederlage dem Islam großen Schaden zufügen würde. Schließlich schrie Abbas: "0h ihr Helfer, ihr habt Prophet Muhammad (s.)  und den Muslimen geholfen! Oh ihr Auswanderer, ihr habt dem Prophet Muhammad (s.)  unter dem Baum von Hudaibiya Treue geschworen! Muhammad, der Prophet des Islam lebt! So eilt euch, ihm zu helfen!" Diese Worte beschämten viele Muslime. Sie besannen sich und beschlossen, den Kampf fortzusetzen.

Die Angreifer der Hawazin flohen letztendlich und ließen ihre Familien und den gesamten Besitz zurück. Malik ibn Auf und seine Männer hatten in Taif Zuflucht gesucht. Die Muslime folgten ihnen, ließen sie aber Zuflucht in der Stadt nehmen. Die Muslime kehrten nach Mekka zurück.

Kurz darauf trafen einige Männer der Hawazin ebenfalls dort ein und gaben an Muslime geworden zu sein. Sie erhielten ihr gesamtes Vermögen wieder und die Gefangenen wurden frei gelassen.

Als diese Nachricht die Stadt Taif erreichte, war die Bevölkerung vom Charakter des Propheten Muhammad (s.) überzeugt, so dass viele Bewohner der Stadt den Islam annahmen, auch Malik.

Im Heiligen Qur'an heißt es dazu:

"Allah hat euch an vielen Orten unterstützt, und auch am Tag von Hunain, als eure große Zahl euch gefiel, von euch aber nichts abwenden konnte. Die Erde wurde euch eng trotz ihrer Weite. Daraufhin kehrtet ihr den Rücken. Dann sandte Allah Seine beruhigende Gnade auf seinen Gesandten und auf die Gläubigen herab. Und Er sandte Truppen, die ihr nicht sehen konntet, herab und peinigte diejenigen, die ungläubig waren. Das ist die Vergeltung für die Ungläubigen." (9:25-26)

Während des Kampfes hatte sich Propheten Muhammad (s.) teilweise in Lebensgefahr befunden und es war einmal mehr Imam Ali (a.), der bei ihm blieb und für sein Leben kämpfte. Die Kampfentwicklung sollte darauf hindeuten, dass weder eine Minderheit noch eine Mehrheit den Muslimen helfen kann, sondern einzig ihre Bindung zu den Ahl-ul-Bait (a.). Nach manchen Überlieferungen wurde Prophet Muhammad (s.) in der kritischen Phase der Schlacht nur von acht Personen geschützt, darunter Imam Ali (a.), Abbas ibn Abd-ul-Mutallib, Fadhl ibn Abbas, Usama ibn Zaid und Abu Sufyan ibn Harith und Rabiya ibn Harith. Namhafte Gefährten, die nach dem Ableben von Propheten Muhammad (s.) besondere Ansprüche stellten, gehörten zu den zeitweilig fliehenden.

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