Hur
Hur ibn Yazid al-Riyah

Aussprache: hurr
arabisch: الحُر بن يزيد الرياحي
persisch: حر بن یزید ریاحی
englisch: Hurr ibn Yazid

Bild: Hur entschuldigt sich bei Imam Husain (a.) und schließt sich ihm an.

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Hur ibn Yazid al-Tamimi al-Yarbu’i war einer der Helden von Kerbela am Tag von Aschura nachdem er die Seiten gewechselt und zu Imam Husain (a.) übergelaufen war.

Er ist der Sohn von Yazid ibn Nadschiya ibn Qa'nab ibn Yitab ibn Hur einem Würdenträger aus Kufa mit dem Vorfahren al-Tarbu al-Riyahi. Er ist vor allem bekannt als Hur ibn Yazid al-Riyah bzw. Hur.

Hur war ein Berufsoffizier der Armee Kufas. Als Husain ibn Numair, der Kommandant von al-Qadissiyya erfuhr, dass Imam Husain (a.) in der Nähe Kufas war, entsandte er Hur mit einer Gefolgschaft von tausend Soldaten, um Imam Husain (a.) abzufangen.

Hur glaubte, dass lediglich Imam Husain (a.) Eintritt in Kufa verhindert werden sollte, weil dessen Präsenz nach Ansicht seiner Vorgesetzten die Stabilität der Stadt gefährden würde. Als professioneller Soldat erfüllte er die Befehle seiner Vorgesetzten, ohne diese anzuzweifeln.

Hur und seine Soldaten trafen am Mittag auf Imam Husain (a.) und dessen Gefährten an einem Ort, wenige Kilometer von Kufa entfernt. Hur und seine Leute waren bereits seit dem Morgen unterwegs und sehr durstig. Hur bat Imam Husain (a.) um Wasser für seine Truppe. Imam Husain (a.) forderte Abbas, Ali Akbar, Qasim und andere auf, Hur und dessen Soldaten und ihre Pferde mit Wasser zu versorgen.

Das Nachmittagsgebet [salat-ul-asr] wurde von Imam Husain (a.) geleitet und nach manchen Überlieferungen nahmen Hur und seine Männer ebenfalls an dem Gemeinschaftsritualgebet teil. Nach dem Gebet erzählte Hur dem Imam (a.), dass er den Auftrag habe, ihn nicht eher in Kufa eintreten zu lassen, bis Husain (a.) dem Kalifen Yazid den Treueid schwören würde. Imam Husain (a.) antwortete, dass er Yazid niemals Treue schwören würde und dass Yazid ein ungerechter Machthaber sei, der den Islam zerstören wollte. In jedem Fall würde er nach Kufa gehen, da die dortigen Leute ihn eingeladen hätten.

Imam Husain (a.) holte zwei Säcke voller Briefe aus Kufa hervor, in denen die Kufiten ihn anflehten, nach Kufa zu kommen. Hur aber sagte, dass seine Befehle lauteten, Imam Husain (a.) Kufa nicht betreten zu lassen und er nichts anderes tun würde, als diesen auszuführen. Imam Husain (a.) hätte gegen Hur und dessen Soldaten kämpfen und sich mit Gewalt nach Kufa hineinkämpfen können, aber er wollte keine Schlacht beginnen. Er sagte zu Hur, dass er eine andere Route nehme und von Kufa weggehe. Hur antwortete darauf, dass er ihn, seinen Befehlen gemäß, folgen würde. Und so ritten Imam Husain (a.) und seine Anhängerschaft, gefolgt von Hur und dessen tausend Männern, in die entgegen gesetzte Richtung von Kufa.

Am zweiten Muharram erreichten sie Kerbela. Imam Husain (a.) kaufte dort Land und schlug seine Zelte auf. Hur und seine Männer schlugen ihr Feldlager etwas weiter abseits auf.

Am folgenden Tag kam Umar ibn Saad mit viertausend Soldaten nach Kerbela. Er war der Befehlshaber von Yazids Armee. Er hatte bereits einige Begegnungen mit Imam Husain (a.) und war derart beeindruckt von ihm, dass er anfing, Imam Husain (a.) bei den Ritualgebeten beizuwohnen und mit ihm zu beten. Als Ibn Ziad davon hörte, wurde er wütend. Er entsandte Schimr ibn Dhul Dschawshan mit einer Gefolgschaft von zehntausend Soldaten und einem Brief nach Kerbela, in dem Umar ibn Saad aufgefordert wurde, Imam Husain (a.) zu einem Treueid gegenüber Yazid zu bewegen oder andernfalls ihn zu ermorden. Umar ibn Saad änderte sofort seine Haltung gegenüber Imam Husain (a.). Seinen Anweisungen folgend erlegte er Imam Husain (a.) und dessen Anhängern Einschränkungen auf, Wasser vom Euphrat zu holen und ab dem siebten Muharram war es keinem aus Imam Husains (a.) Lager gestattet, in die Nähe des Flusses zu gehen.

In der Nacht zu Aschura, war Hur sehr rastlos. Er konnte die Kinder Imam Husains (a.) aus den Zelten vor Durst weinen hören. In Anbetracht der Tatsache, dass er selbst von Imam Husain (a.) Wasser erhalten hatte, begann er seine eigene Verantwortung zu hinterfragen. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen. In ihm wütete ein Kampf zwischen seiner Pflicht als Soldat und seinem islamischen Gewissen. Kurz vor der Morgendämmerung entschied er sich.

Hur und seine beiden Söhne Abdul Hatuf Ansari ibn Hur und Saad ibn Hur ritten zu Imam Husains (a.) Lager. Nach manchen wechselte er mit sechs Personen zu Imam Husain (a.).

Hur warf sich, dem Imam um Vergebung bettelnd, zu seinen Füßen. Imam Husain (a.) umarmte Hur und sagte: „Hur, ich vergebe dir. Ich versichere dir, dass mein Großvater, der heilige Prophet, dir ebenfalls vergibt.“

Hur bat Imam Husain (a.) um Erlaubnis, zu gehen und gegen die Feinde des Islam zu kämpfen. Er ging aufs Schlachtfeld und kämpfte tapfer, er fiel und auch sein Sohn und sein Diener fielen. Hur als Vorbild anerkennend schlossen sich weitere dreißig Soldaten Imam Husains (a.) an, wo der einzige Lohn das Martyrium war. Sehr berühmt ist die Aussage Imam Husains (a.), der zum verstorbenen Hur dann sagte: "Deine Mutter hat Dir den richtigen Namen gegeben, Du warst in dieser Welt frei und wirst es auch im Jenseits sein". "Hur" heißt auf Arabisch "frei".

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