Ibn Nadim
  Ibn Nadim

Aussprache: ibn naadiym
arabisch:
ابن النديم
persisch:
ابن النديم
englisch:
Ibn an-Nadim

??? - ??? n.d.H.
17.9.995 - 998 n.Chr.

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Abul-Faradsch Muhammad ibn Abu Yaqub ibn Ishaq an-Nadim al-Warraq, bekannt als Ibn Nadim war ein bekannter muslimischer Gelehrter der Schia, Bibliograph und Buchhändler. Bekannt wurde er als Autor des enzyklopädischen Werkes Kitab al-Fihrist [‏كتاب الفهرست‎] (Buch des Index).

Wie sein Vater war er Buchhändler, was aus seinem Beinamen (Warraq) deutlich wird. Er verdiente seinen Lebensunterhalt unter anderem mit der Abschrift von Büchern. Er lebte in Bagdad, ein Aufenthalt in Mosul wird von ihm belegt. Unter seinen Lehrern erwähnt er al-Sirafi (gestorben 978-9), Ali ibn Harun ibn al-Munaddschim (gestorben 963) und den Philosophen Abu Sulayman al-Mantiqi. Er gehörte zum Kreis um einen Sohn von Ali bin Isa, dem Großwesir von Banu al-Dscharrah, den er für seine gründliche Kenntnis der Logik und Wissenschaften der Griechen, Perser und Inder lobte. Ibn an-Nadim empfing in seinem Haus auch den christlichen Philosophen Ibn al-Chammar.

Als sein großes Werk gilt Kitab al-Fihrist (Buch des Index) dass gemäß Vorwort einen Index aller in arabischer Sprache geschriebenen Bücher beinhalten sollte. Doch wurden Buchtitel nur dann aufgeführt, wenn Ibn Nadim die Bücher selbst besaß oder ein glaubwürdiger Gewährsmann ihre Existenz bezeugte. Dennoch gitl dieser Teil als bedeutsam, da viele Schriften, die heute nicht mehr erhalten sind, ihm zur Verfügung standen und nur bei ihm notierst sind.

Das Werk wurde 938 n.Chr. veröffentlicht und in den Folgegenerationen in zwei Rezensionen überliefert. Die vollständige Fassung enthält zehn Diskurse (Maqalat),:

  1. Beschreibung der Sprachen der Araber und Nicht-Araber, ihrer Schriftzeichen und der offenbarten Bücher
  2. Die Grammatiker, ihre Schulen (Kufa und Basra) und ihre Werke
  3. Werke über Geschichte, Biographien, Fürstenspiegel und Genealogie
  4. Vorislamische und islamische Dichter, ihre Werke und ihre Biographien
  5. Scholastische Theologie
  6. Jurisprundenz, die Rechtsgelehrten und Traditionarier
  7. Philosophie und antike Wissenschaft
  8. Legenden, Fabeln, Magie und verwandtes
  9. Lehren nicht-monotheistischer Glaubensrichtungen (Manichäer, Hindus, Buddhisten und Anhänger chinesischer Religionen)
  10. Alchemie

Die kürzere Fassung des Werkes enthält - neben der Einleitung und dem ersten Abschnitt des ersten Diskurses über die Schriftzeichen und Alphabete - nur die letzten vier Diskurse: die arabische Übersetzung aus dem Griechischen, Syrischen und aus anderen Sprachen, zusammen mit arabischen Büchern, die auf Grundlage dieser Übersetzungen geschrieben wurden. Möglicherweise war die Kurzfassung eine Vorarbeit, die zu der – letztlich auch gedruckten – Endfassung erweitert wurde.

Ibn an-Nadīm erwähnt oft Umfang und Seitenzahl der Bücher, so dass Käufer von Kopien nur schwer durch kürzere Versionen betrogen werden konnten. Es gilt als sein Verdienst, die bedeutendste und umfassendste Literaturgeschichte seiner Zeit geschrieben zu haben.

Das Werk hat erstmalig der deutsche Orientalist Gustav Flügel in zwei Bänden ediert (erschienen posthum, Leipzig 1871-1872). Eine weitere Ausgabe ist im Jahre 1928 in Kairo erschienen. Die beste, nach allen bisher bekannten Handschriften, die Gustav Flügel noch nicht zur Verfügung standen, hergestellte Edition ist im Oktober 1971 in Teheran unter dem Titel "Kitab al-Fihrist li-Ibn an-Nadim" publiziert worden. Sie zeichnet sich durch genaue Indices der Verfassernamen und Werktitel im Registerteil (S. 22-164) aus. Der Herausgeber Reza Ta'addud hatte das Werk bereits 1965 n.Chr. ins Persische übersetzt.

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