Jemen
Jemen [al-yaman]

Aussprache: al yaman
arabisch:
اليمن
persisch:
يمن
englisch: Yemen

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Der Jemen ist ein Staat im Nahen Osten, im Süden der Arabischen Halbinsel. Er grenzt im Osten an Oman, im Süden an den Golf von Aden und an das Arabische Meer, im Westen an das Rote Meer und im Norden an Saudi-Arabien. Die Einwohnerzahl ist aufgelistet unter Islamische Weltgemeinschaft [ummah].

Die Staatsbürger Jemens sind fast ausschließlich Muslime mit einem hohen Anteil an Zaiditen.

Die Geschichte des Jemen ist seit dem 8. Jh. v.Chr. vor allem durch den Weihrauchhandel und die sich darauf begründenden Königreiche gekennzeichnet. Das bedeutendste Reich war Saba, deren Königin Bilqis auch im Heiligen Qur'an erwähnt wird. Als Tubba, ein Herrscher des Jemen, beschloss, den Schwarzen Stein in der Wand der Kaaba nach Jemen entführen zu lassen, erhob sich Chuwailid zum Widerstand. Eine weitere Geschichte eines Herrschers von Jemen, Abraha al-Habaschi, der die Kaaba mit Elefanten zerstören wollte, kommt im Heiligen Qur'an vor.

Als Abu Sufyans Sohn Muawiya sich zunächst weigerte den Islam anzunehmen, floh er in den Jemen. 628 n.Chr. schloss sich aber auch der Jemen dem Islam an, wobei die Geschichte der kollektiven Annahme des Islam zu den außergewöhnlichen Ereignissen zählt.

Jemen ist ein Land, das freiwillig als eines der ersten Länder den Islam angenommen hat. Der Grund war der Brief, den der Heilige Prophet (s.) an den persischen Großkönig Chosrau II. Parvis geschrieben hatte, um ihn zum Islam einzuladen. Chosrau II. zerriss den Brief und schickte jemanden in sein damaliges Herrschaftsgebiet Jemen, um den persischen Gouverneur (namens Badhan) aufzufordern, er solle herausfinden, wo der Frechling sei, der den Großkönig zum Islam einlud und dieser Frechling habe den Großkönig beleidigt, weil er in seinem Brief seinen eigenen Namen vor den Namen des persischen Großkönigs setzte! Der Gouverneur von Jemen wurde aufgefordert, Agenten nach Yathrib zu senden, um dort die Sache zu untersuchen, Prophet Muhammad (s.) zu verhaften und zum persischen Gouverneur zu bringen, damit er verhört und bestraft werde.

Der persische Gouverneur im Jemen bat den Botschafter des Großkönigs, zusammen mit seinem eigenen Botschafter den Antwortbrief Chosraus II. zu Prophet Muhammad (s.) zu bringen und dessen Stellungnahme einzuholen. Prophet Muhammad (s.) ließ die beiden Botschafter warten, und immer wieder verlangten sie seine Stellungnahme. Nach vierzig Tagen sagten die beiden Botschafter, sie hätten nun genug gewartet, und sie möchten unbedingt eine Stellungnahme zum Briefe des Großkönigs. Da sagte endlich Prophet Muhammad (s.): "Der Großkönig wurde von seinem Sohn Siroe erdolcht und er ist tot - die Sache hat sich erledigt. Ihr könnt gehen!"

Die beiden Botschafter reisten in den Jemen zurück. Der dortige persische Gouverneur hatte aber die Nachricht von der Ermordung des Großkönigs noch nicht erfahren. Der Gouverneur hörte sich die Geschichte der Beiden an und sagte: "Ehre sei Gott! Wenn das wahr ist, was ihr sagt, dann muss dieser Mann ein Prophet Gottes sein." Einige Tage später kamen die Botschafter Siroes und erzählten dem persischen Gouverneur in Jemen, der persische Großkönig Chosrau II. Parvis sei von seinem eigenen Sohn Siroe ermordet worden, und Siroe sei nun persischer Großkönig. Die Botschafter sagten dem Gouverneur, er solle nicht mehr den Befehl Chosraus hinsichtlich des Mannes in Yathrib befolgen, der behaupte, er sei Prophet Gottes. Der Gouverneur nahm den Islam an und mit ihm viele im Volk. So fand der Islam Eingang im Jemen.

Eine ganze Reihe bekannter Personen der Zeit des Propheten Muhammad (s.) stammen aus dem Jemen, wie z.B. Jasir, Uwais Qarani oder Abu Huraira.

Auch ein erwarteter Unterstützer von Imam Mahdi (a.), der so genannte Yamani, soll von Jemen kommen.

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