Judensau
Judensau

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englisch: Judensau

Bild: Jude, der an einem Schwein saugt an der Stiftkirche in Bad Wimpfen.

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Die Judensau ist ein extrem antisemitsches Motiv, vor allem der christlichen Kirche, das bis heute noch an manchen Kirchen in Deutschland zu finden ist.

Das Schweinemotiv hatte ausschließlich die Demütigung von Juden zum Ziel, zumal im Judentum, genau wie auch im Islam, das Schwein zu den Ursächlichen Unreinheit gehört. Bilder mit derartigen schmähenden Zeichnungen sind aus dem 13. Jh. n.Chr. belegt. In ca. 30 bestehenden Kirchen in Deutschland gibt es bis heute Skulpturen, die solche extremen Schmähungen zeigen, wie z.B. den Juden, der an den Zitzen einer Sau saugt an der Stiftkirche in Bad Wimpfen, ohne dass jene Skulpturen jemals entfernt wurden! Die Darstellung zeigt aus der Kirche fliehende Säue, die als Symbol des Bösen vor dem Christentum fliehen.

Ähnliche Skulpturen gibt es auch in Österreich, Belgien, Frankreich, Schweden und Polen.

Eine bekannte Geschichte verbindet sich mit dem Judensau-Relief an der Wittenberger Stadtkirche. Ab 1517 n.Chr. war jene Kirche der Ort, an dem Martin Luther predigte. Seine antisemitische Schmähschrift von 1546 trug den Titel "Schem Ha Mphoras" und beschreibt das Motiv an der Stadtkirche folgendermaßen:

"Hinter der Saw stehet ein Rabin, der hebt der Saw das rechte Bein empor, und mit seiner lincken hand zeucht er den pirtzel uber sich, bückt und kuckt mit grossem vleis der Saw unter dem pirtzel in den Thalmud hinein, als wolt er etwas scharffes und sonderlichs lesen und ersehen."

Auch im Chorgestühl des Kölner Doms ist ein Holzrelief mit derart schmähenden Darstellungen zu finden.

Im Islam waren und sind solche Schmähungen gegenüber Juden stets kategorisch verboten und es gibt weder Zeichnungen noch Skulpturen, die Juden in derart demütigender Weise darstellen.

Jenes antisemitische Motiv hat im 21. Jh. eine Variation gegenüber Muslimen gefunden, als in Deutschland Schweinsköpfe in Moscheen geworfen wurden als Ausdruck der Verachtung gegenüber Muslimen. Deutsche Politiker haben Anfang des 21. Jh. n.Chr. die angeblich gemeinsame christlich-jüdische Prägung des Landes gegenüber dem Islam hervorgehoben, obwohl diese nachweislich aus einer extrem antisemitischen Geschichte besteht.

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