Kamal-ul-Mulk
Kamal-ul-Mulk

Aussprache: kamaal-ul-mulk
arabisch:
کمال‌المُلک
persisch:
کمال‌المُلک
englisch:
Kamal-ol-Molk

1847 - 1940 n.Chr.

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Muhammad Ghaffari Kaschani, bekannt als Kamal-ul-Mulk (Vervollkommnung der Macht) war ein iranischer Maler im 20 Jh. n.Chr. und gilt als Wegbereiter der modernen Kunst im Iran.

Muhammad Ghaffari Kaschani wurde in eine bedeutende und einflussreiche Künstlerfamilie hineingeboren. Bereits sein Onkel Mirza Abul-Hassan Chan Ghaffari war als Miniaturmaler berühmt und sein Vater Mirza Buzurg Ghaffari Kaschani hatte eine Iranische Malschule gegründet.

Nach Abschluss der Grundschule in seiner Heimatstadt wechselte Muhammad Ghaffari Kaschani in die Kunstschule Dar al-Fonoun nach Teheran. Während seiner Ausbildung erkannten seine Lehrer derartig große Fortschritte, dass er bereits im Alter von 18 Jahren zum Hofmaler an den Hof Nasreddin Schahs berufen wurde. Als Zeichen der Wertschätzung seiner Perfektion und um die Hofbediensteten vor dem Volk aufzuwerten, verlieh ihm der Schah den Künstlertitel "Kamal-ul-Mulk"  (Vervollkommnung der Macht), unter dem er bekannt wurde und blieb. Während seiner Zeit am Hof entstanden vor allem Portraits, Landschaftsmalereien, Darstellungen von königlichen Jagdgründen und unterschiedlichen Teilen königlicher Paläste in einer Mischung aus alter persischer Miniaturkunst und westlichen Einflüssen.

Nach der Ermordung Nasreddin Schahs reiste Kamal-ul-Mulk 1896 im Alter von 49 Jahren zu vertiefenden Studien nach Europa, unter anderem an den Louvre in Paris, nach Versailles und Florenz. Dort verbrachte er vier Jahre, in denen er mit bedeutenden Künstlern der Westliche Welt in Kontakt kam. Bei historischen Werken interessierte er sich vor allem für die Werke von Rembrandt, van Rijns, Raffael, Titian und insbesondere Leonardo da Vincis.

1898 kehrte er in den Iran an den Hof Muzaffar ad-Din Schahs zurück, wo ihm jedoch Neid und Missgunst seitens einiger alt eingesessener Mitglieder des Hofstabes entgegengebracht wurde, so dass er schließlich unter dem Vorwand, eine Pilgerfahrt anzutreten, nach Kerbela emigrierte. Inspiriert durch die neue Umgebung und die besondere Atmosphäre der Pilgerstätten schuf er einige seiner bekanntesten Werke, wie beispielsweise den Wahrsager von Bagdad (Falgir-e Baghdad), den Goldschmied von Bagdad und sein Schüler (Zargar-e Baghdad wa Schagerd-asch), den Kerbala Platz (Meidan-e Karbala) und den Schlafenden Araber (Arab-e Khofteh).

Nach Ausbruch der Konstitutionellen Revolution im Iran kehrte Kamal-ul-Mulk zurück. Die gesteigerte Wertschätzung, die ihm nun als Künstler entgegengebracht wurde, half ihm bei der Gründung seiner Akademie Sanaye Mostazraf oder auch bekannt als Kamal-ul-Mulk Kunstschule, die eine bedeutende Rolle für die moderne Kunst im Iran einnehmen sollte. Neben der Malerei unterrichtete die Schule später auch in Teppichweberei, Mosaikdesign und Holzarbeit. Einen Teil seines eigenen Gehaltes widmete er der Förderung armer Schüler.

Die Machtübernahme durch Schah Reza Pahlavi führte zu mehreren Repressalien gegenüber dem Maler. 1928 zog er sich ins private Exil nach Hossein Abad, einem Dorf nahe von Nischapur, zurück, wo er sich fortan der Landarbeit zuwandte. Aus unbekannten Gründen hatte er zuvor eines seiner Augen verloren. Nach seinem Ableben wurde er 1940 in Nischapur neben Faridudin Attar begraben. Sein Leben und Werk wurde vom Filmemacher Ali Hatami nach der Islamischen Revolution in dem Film Kamalolmolk (1984) wiedergegeben.

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