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Der Kreuzer Mecidiye (Mecidiye Kruvazörü) war ein Kriegsschiff
der
osmanischen Marine, der in den Balkankriegen und im Ersten
Weltkrieg eingesetzt wurde.
Die Mecidiye wurde in den USA bei William Cramp & Sons in
Philadelphia im Auftrag der
Osmanen
gebaut, 1903 vom Stapel gelassen und Ende 1903 in Dienst
gestellt. Sie war etwa 102 Meter lang, verdrängte ungefähr
3.500 Tonnen und erreichte bei Erprobungen etwa 22 Knoten.
Ihre Hauptbewaffnung bestand ursprünglich unter anderem aus
zwei 152-mm- und acht 120-mm-Geschützen. Benannt war sie nach
dem osmanischen Sultan
Abdülmecit I.
Am 3. April 1915 lief die Mecidiye bei einem Einsatz vor
Odessa auf eine russische Mine und sank. Die Russen hoben sie,
reparierten sie und nahmen sie als „Prut“ in die russische
Schwarzmeerflotte auf. Nach der Russischen Revolution von 1917
zerfiel jedoch die militärische Kontrolle im Schwarzmeerraum.
Mit dem Frieden von Brest-Litowsk vom 3. März 1918 schied
Sowjetrussland aus dem Krieg gegen die Mittelmächte aus. Im
Frühjahr 1918 rückten deutsche Truppen auf die Krim vor.
Anfang Mai 1918 besetzten sie Sewastopol, den Hauptstützpunkt
der russischen Schwarzmeerflotte. Dort fiel ihnen auch die
ehemalige „Mecidiye“, nun „Prut“, in die Hände. Damit war das
Schiff praktisch deutsche Kriegsbeute. Deutschland war mit den
Osmanen verbündet und erkannte,
dass die Prut ursprünglich osmanisches Eigentum gewesen war.
Deshalb wurde sie schon wenige Tage später zurückgegeben. Am
13. Mai 1918 kam das Schiff wieder zur osmanischen Marine und
erhielt erneut seinen alten Namen Mecidiye.
Nach Gründung der Republik
Türkei diente die Mecidiye weiter in der türkischen
Marine. Ab 1940 wurde sie als Ausbildungsschiff für Kadetten
verwendet, 1947 außer Dienst gestellt und schließlich in den
1950er Jahren abgewrackt.
Ein maßstabsgerechtes Modell des Kreuzers Mecidiye ist im
Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi)
ausgestellt.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)