Lale Mustafa Pascha
Lale Mustafa Pascha Moschee

Aussprache:
arabisch:
persisch:
لالا مصطفٰی پاشا مسجد
englisch: Lale-Mustafa-Pasha-Mosque

Alle Fotos 2006 Y.Özoguz

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Die Lale bzw. Lala Mustafa Pascha-Moschee ist eine in eine Moschee umgewandelte ehemaligen Kathedrale in Famagusta (Zypern) und heute Zentral-Moschee der Stadt.

Das Gebäude zählt neben der Abtei Bellapais und der Selimiye Moschee in Lefkoscha zu den herausragenden Bauwerken gotischer Architektur in Zypern. Seit 1954 trägt sie den Namen des osmanischen Feldherren und Eroberers Lala Mustafa Pascha.

Die St.-Nikolaus-Kathedrale wurde in der Zeit zwischen 1298 und 1400 n.Chr. in mehreren Etappen aufgebaut bzw. erweitert. Das 1328 n.Chr. nach fast 30-jähriger Bauzeit zur Kirche geweihte Gebäude war die Krönungskirche der Herrscherfamilie der Lusignans, die in der Kirche im 14. Jh. n.Chr. zu Königen des damals längst untergegangenen Königreiches Jerusalem und von Zypern gekrönt wurden. Das Bauwerk war ein bedeutendes Beispiel der französischen Gotik, was außerhalb Frankreichs selten anzutreffen ist.

Die Kirche wurde 1571 unter den Osmanen in eine Moschee umgewandelt. Nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen waren nahezu alle christlichen Einwohner geflohen. Um für die neu angesiedelten Muslim einen geeigneten Gebetsraum anbieten zu können, wurde die aus Sicht der Osmanen gemeindelose Kirche beansprucht, was bis heute innerislamische umstritten ist. Dazu wurde der Innenbereich entkernt und mit Teppichen ausgelegt. Die beiden Türme wurden sowohl von einem Erdbeben als auch von den Bombardements der Osmanen schwer beschädigt und später nie repariert. Lediglich auf einen wurde ein Minarett aufgesetzt, was dem Gebäude eine sehr eigenartige Optik verleiht.  Die Osmanen benannten die Kathedrale von Gazimagosa (osmanischer Name von Famgusta) zunächst nach der Hagia Sophia.

Alle Figuren an den Wänden und Reliefs, die lebende Gestalten darstellen sollten, wurden überarbeitet. Es ist das größte Gebäude in Famgusta. Weitere Kirchen in Famagusta wurden nicht angetastet, so dass Famagusta heute noch 22 Kirchen aus der damaligen Zeit hat, allerdings einige als Ruinen.

In 1954 n.Chr. wurde die Moschee umbenannt nach Lale-Mustafa-Pascha, dem Feldherrn der Osmanen, der 1570 die Stadt einnahm.

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