Lar-Fluss
Lar-Fluss bei Zahedan

Aussprache: nahr laar
arabisch:
نهر لار
persisch:
رودخانهٔ لار
englisch:
Lar River

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Der Lar-Fluss bei Zahedan ist ein überwiegend saisonaler Gebirgs- und Wüstenfluss im äußersten Südosten der Islamischen Republik Iran, in der Provinz Sistan und Balutschistan.

Der Lar ist hydrologisch vor allem als Abflussbahn für Niederschläge aus dem Raum Zahedan bedeutsam. Während langer Trockenperioden führt er nur wenig Wasser oder fällt abschnittsweise trocken. Nach kräftigen Regenfällen kann er sich dagegen rasch in einen wasserreichen und potenziell gefährlichen Fluss verwandeln.

Das Lar-Gebiet ist ungefähr 15 bis 20 Kilometer nordöstlich von Zahedan, hinter den Stadt- und Siedlungsgebieten Majdiyeh und Hemmatabad, in Richtung der iranisch-pakistanischen Grenze. Der Name „Lar“ bezeichnet in diesem Zusammenhang nicht nur den Fluss, sondern auch eine Landschaft beziehungsweise eine Gruppe ländlicher Siedlungen am Flusslauf.

Der Fluss geht aus den Lar- und Padgi-Bergen im östlichen bis nordöstlichen Umfeld Zahedans hervorgeht. Von diesen Gebirgszügen fließen bei Regen zahlreiche kleine Rinnen und Nebenläufe zusammen. Danach verläuft das Wasser durch die Lar-Region ostwärts beziehungsweise südostwärts in Richtung der Grenze zu Pakistan.

Der Lar ist kein dauerhaft gleichmäßig fließender Strom. Hydrologisch ist er eher ein episodisches Flusssystem, wobei der sichtbare Wasserstand unmittelbar von Niederschlagsereignissen abhängt. In trockenen Monaten kann das Flussbett aus trockenen Kies- und Sandflächen, schmalen Restwasserläufen, schlammigen Senken, einzelnen Tümpeln, dichterem Schilf an länger feuchten Stellen bestehen. Nach Regen verändert sich das Bild innerhalb kurzer Zeit. Wasser fließt von den steilen und weitgehend vegetationsarmen Hängen rasch in die Täler. Weil trockene, verhärtete Böden nur begrenzt Wasser aufnehmen, kann ein großer Teil des Niederschlags oberflächlich ablaufen. Dadurch kann der Lar nach starken Niederschlägen plötzlich stark anschwellen. Ein zuvor trockener oder harmlos wirkender Flusslauf wird dann zur Abflussbahn einer Sturzflut.

Die Umgebung des Lar verbindet typische Merkmale einer trockenen Hochlandlandschaft mit zeitweilig überraschend feuchten Biotopen. Typisch sind offene Wasserflächen, ausgedehnte Schilfbestände, flache Uferzonen, trockene Gebirge im Hintergrund, eine insgesamt nahezu baumlose Landschaft.

Die auffälligste Vegetation des Lar-Gebiets sind große Röhricht- und Schilfbestände. Solche Pflanzen können sich dort ausbreiten, wo Wasser länger stehen bleibt oder der Boden dauerhaft feucht genug ist. Außerhalb der feuchten Flussbereiche ist die Vegetation deutlich spärlicher.

Der Lar ist am besten als arides, grenzüberschreitendes Entwässerungssystem zu verstehen. Er ist die meiste Zeit kein großer, kontinuierlich fließender Strom. Seine Bedeutung zeigt sich vor allem in kurzen Phasen nach Regen: Dann sammelt er Wasser aus Bergen und Stadtgebiet, speist vorübergehende Feuchtflächen, schafft Lebensraum für Vögel und Röhricht, kann aber zugleich gefährliche Sturzfluten verursachen. Für das wasserarme Zahedan stellt er eine potenziell wertvolle Wasserressource dar, deren Nutzung durch Hochwasserschutz, Versickerung, Speicherung und Wasserqualitätskontrolle miteinander abgestimmt werden.

Der Lar-Fluss bei Zahedan gehört nicht zu den gleichnamigen Flüssen bei Lar in der Provinz Fars oder im Elbursgebirge.

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