Lehrer
Lehrer

Aussprache: muallim
arabisch:
معلم
persisch:
englisch: Teacher

Altpersische Miniatur: Prophet Muhammad (s.) soll in jungen Jahren bei einem Lehrer in Mekka Lesen und Schreiben lernen, der sich darüber wundert, dass Prophet Muhammad (s.) diese Fähigkeiten bereits besitzt und er ihn Nichts lehren kann. Siyer-i-Nebi (1595 n.Chr.)

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Als Lehrer wird im Islam jede Personen bezeichnet, die andere dabei unterstützt oder unterstützt hat, Wissen zu erwerben.

Das Ansehen eines Lehrers ist im Islam sehr hoch, denn der Schüler "schuldet" dem Lehrer das Wissen, dass er durch ihn erlernt hat und kann sich von dieser "Schuld" nur durch ebenfalls Weitergabe des Wissens an geeignete Personen befreien. Der ideale Lehrer ist fehlerfrei, welcher durch die Ahl-ul-Bait (a.) repräsentiert wird.

Die ersten Lehrer eines Menschen sind seine Eltern und es ist Muslimen unter anderem dringend angeraten, seinen Kindern Lesen und Schreiben zu lehren, um die erste Aufforderung des Heiliger Qur'an "Lies" (vgl. 96:1) erfüllen zu können.

Insbesoondere in der religiösen Ausbildung wurde großer Wert auf Lehre und Forschung gelegt, was sich in den großen Lehranstalten in z.B. Qum und Nadschaf oder in der altehrwürdigen Al-Azhar-Universität wiederspiegelt. Große Wissenschaftler der Muslime, wie z.B. Avicenna [ibn sina] waren gleichzeitig Lehrer von Generationen ihres Fachgebietes. So war z.B. Imam Chomeini unter anderem Lehrer von Imam Chamene'i und Ayatollah Motahhari.

Imam Zain-ul-Abidin (a.) lehrt: „Das Recht des Lehrers dir gegenüber ist es, dass du ihn wertschätzt, seine Versammlung Respekt zollst, seinen Worten gut zuhörst, ihn beachtest, deine Stimme ihn gegenüber nicht erhebst, und wenn jemand ihn etwas fragt, nicht du es beantwortest sondern ihn antworten lässt, in seinem Gegenwart keine Rede für ihn hältst (sondern die Leute profitieren lässt, indem sie ihn hören und nicht dich), in seiner Gegenwart hinter niemanden redest, wenn man hinter ihm gegenüber dir redet, ihn verteidigst, seine Fehler bedeckst, seine Vorzüge offen legst, dich nicht mit seinem Feinde anfreundest, mit seinem Freund keine Feindschaft hegst. Wenn du so verfährst, so werden die Engel bezeugen, dass du für Gott ihn geachtet hast und Wissen gesammelt hast und nicht für die Aufmerksamkeit der Leute.

Und das Recht des Schülers dir gegenüber ist es zu wissen, dass Gott dich zum Vormund derer machte, in dem Er dir Wissen gab und die Tore des Wissens öffnete. Deshalb, wenn du es denen gut beigebracht hast, denen gegenüber nicht arrogant würdest und denen nicht beleidigt hast, so wird Gott mit seiner Gnade dein Wissen erweitern. Aber wenn du die Leute von deinem Wissen entrechtet hast und arrogant wurdest, als sie nach deinem Wissen verlangten, so ist es würdig, dass Gott das Licht des Wissens von dir nimmt und deine Berühmtheit und Bedeutung in den Herzen der Leute beseitigt“

Einer der Schüler Imam Chamene'is, Hodschat-ul-Islam Amoli, sagte sinngemäß über das Lehren seines Lehrers: "Seine Methode, uns Gelehrte zu erziehen, hatte 5 Prinzipien: Erstens gab er dem Schüler immer das Gefühl der Selbständigkeit und Gleichwertigkeit. Der einzige Unterschied zwischen ihm und uns war das Übermaß seines Wissens, seine besonderen Gedanken und sein überragendes moralisches Benehmen. Sonst hätte man während des Unterrichts den Professor von den Studenten nicht unterscheiden können, zumal er auch abwechselnd Sitzungsleiter gewählt hatte, so dass seine Studenten sich entwickeln konnten. Zweitens war er immer sehr bemüht, dass seine Schüler bei Entscheidungsprozessen nicht emotional gelenkt wurden, sondern fundiertes Wissen erreichten. Bei der Qur'an-Interpretation wurde Spontanität unterdrückt und die Forschungsfähigkeit unterstützt. Drittens war er selbst ein praktisches Vorbild für seine Schüler. Er hat immer mehr gehandelt als geredet. Viertens versuchte er seine Schüler immer in der Gemeinschaft und gemeinschaftlich zu erziehen, um Kooperation und kollektives Handeln zu fördern. Fünftens bemühte er sich, dass seine Schüler auch selbständiges Arbeiten lernten und ihren eigenen Anteil bzw. Einfluss bei gemeinschaftlichen Arbeiten hatten". Es sei hier noch erwähnt, dass der Lehrer sich vom Alter her nur wenig von seinen Schülern unterschied. (aus: Imam Khamene'i, Das Leben des Imam-ul-Ummah Ayatollah-ul-Uzma Seyyed Ali Al-Hussaini Al-Khamene'i, Dr. Yavuz Özoguz, Delmenhorst 1995)


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