Malik al-Aschtar
Malik al-Aschtar

Aussprache: maalik al-aschtar
arabisch:
مالك الأشتر
persisch:
مالك أشتر
englisch: Malik al-Ashtar

??? - 38 n.d.H.

Bild: Schrein Malik al-Aschtars in Mardsch (Marj) innerhalb des heutigen Kairo (Ägypten)

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Malik ibn al-Harith al-Nachai, bekannt unter dem Namen Malik al-Aschtar, war einer der größten Gefährten Imam Alis (a.). Er gehörte zu einem Stamm aus dem Jemen, dessen Oberhaupt er war, und er nahm den Islam zur Zeit des Propheten Muhammad (s.) an.

In der Schlacht von Yarmuk gehörte er zu den herausragenden Kämpfern, wobei das untere Lied seines Auges verletzt wurde. Daher wurde er nach manchen Quellen "al-Aschtar" (Schielender) genannt, wobei die Herkunft der Bezeichnung unklar bleibt.

Er tritt während des Ablebens von Abu Dharr in die Wüste Rabadha in Erscheinung. Als Abu Dharr alleine mit seiner Frau und seiner Tochter in einem Zelt in der Verbannung in der Wüste lebend im Sterben lag, erinnerte Abu Dharr seine Frau daran, dass Prophet Muhammad (s.) ihn darauf hingewiesen hatte, dass eine Gruppe Gläubige [mumin] zu seinem Begräbnis kommen würde. Die Ehefrau war verwundert, da die Zeit der Pilgerfahrt [hadsch] vorüber war und keine Karawanen zu erwarten waren. Dennoch traf sie eine Karawane, die von Malik al-Aschtar geleitet wurde. Sie waren auf dem Weg vom Irak nach Medina, um sich über die unrechtmäßige Behandlung durch den eingesetzten trunksüchtigen Gouverneur Walid ibn Akaba zu beschweren, einem Halbruder Uthman ibn Affans. Sie erreichten Abu Dharr, als dieser im Sterben lag. Abu Dharr beglückwünschte sie und teilte ihnen die Überlieferung mit, dass sie bereits von Prophet Muhammad (s.) geehrt wurden. Sie begleiteten ihn bei seinem Sterben, setzten ihn bei und reisten weiter nach Medina.

In Medina erbaten sie die Absetzung des Gouverneurs. Als Uthman ibn Affan dieses verweigerte, gingen sie zu Imam Ali (a.). Imam Ali (a.) ging zu Uthman ibn Affan und warnte ihn vor der Fehlentscheidung. Daraufhin versprach Uthman ibn Affan seinen Fehler zu korrigieren, und Walid zu ersetzen. Doch er hielt sein Versprechen nicht, denn Marwan ibn al-Hakam hatte ihn wieder umgestimmt, was letztendlich zum Aufstand gegen Uthman ibn Affan führte.

Malik al-Aschtar und seine Gefährten blieben in Medina an der Seite Imam Alis (a.), und er war der erste außerhalb der Ahl-ul-Bait (a.), der bei Imam Alis (a.) Antritt zum Kalifat ihm den Treueid schwor.

Als es zu Aufständen gegen Imam Ali (a.) kam, angezettelt unter anderem durch Muawiya ibn Abu Sufyan und Marwan ibn al-Hakam, sandte Imam Ali (a.) zunächst Imam Hasan (a.) und Ammar ibn Yasir in Richtung Kufa. Die mussten sich dort der Propaganda von Abu Musa al-Aschari erwehren, der gegen eine Unterstützung von Imam Ali (a.) und für angebliche Neutralität warb. Als Imam Hasan (a.) und Ammar ibn Yasir nicht zurückkamen, da sie unterwegs aufgehalten worden waren, sandte Imam Ali (a.) Malik al-Aschtar hinterher.

Malik al-Aschtar, der in Kufa gut bekannt war, brachte eine beträchtliche Zahl der Bevölkerung hinter sich, attackierte den Gouverneurspalast und besetzte ihn sogar kurzzeitig. In einer Rede in der Moschee, forderte er die Bevölkerung auf, sich hinter Imam Ali (a.) zu vereinigen. So gelang es ihm 18.000 Soldaten aufzustellen. Imam Hasan (a.) hatte unterwegs weitere 9.000 Soldaten aufgestellt und beide Armeen eilten, um Imam Ali (a.) in der Kamelschlacht zu unterstützen.

Bei der Schlacht war Malik al-Aschtar der Anführer des rechten Flügels. Nach dem Sieg in der Schlacht zog Malik zusammen mit Imam Ali (a.) nach Kufa, wo sich eines der berühmtesten Ereignisse seines Lebens ereignete: Er war zwar berühmt und berüchtigt für seine Kampfkunst, aber durch sein extrem bescheidenes Verhalten und seine einfache Kleidung erkannte man ihn nicht immer. Als er einmal über den Markt ging, wurde er von einem Marktverkäufer, der ihn nicht erkannte und für einen Bettler hielt, rüde behandelt. Nach manchen Überlieferungen wurde Malik angespuckt, nach anderen mit Steinen beworfen. Daraufhin entfernte sich Malik. Der Händler, der von anderen darauf aufmerksam gemacht wurde, wen er gerade angespuckt bzw. ihn mit Steinen beworfen hatte, lief hinter ihm her, um sich zu entschuldigen. Er folgte ihm in die Moschee und wartete, bis er zu Ende gebetet hatte. Anschließend entschuldigte sich der Händler. Malik wies ihn darauf hin, dass er extra nur für ihn in die Moschee gegangen war, um mit einem freiwilligen Ritualgebet für ihn zu beten.

Malik al-Aschtar wurde später von Imam Ali (a.) als Gouverneur von Mousal, Sindschar, Nasibien, Hiet und Anat eingesetzt, den Nachbarregionen zu Schaam, die unter Kontrolle von Muawiya ibn Abu Sufyan standen. Muawiya akzeptierte die Absetzung nicht und stellte eine Armee auf. Imam Ali (a.) stellte einen Gegenarmee auf und gab Malik al-Aschtar das Kommando.

Auf dem Weg in Richtung Schaam kam ihnen eine Vorhut von Muawiyas Armee unter der Führung von Abul-Awar al-Salmi entgegen und man traf sich in Kirkesion [kirkisya]. Nach einem ersten Gefecht kam es zu einer Waffenstillstandsvereinbarung, um Friedensmöglichkeiten auszuloten. Die Armee aus Schaam nutzt die Nacht für einen Überraschungsangriff, aber Malik und seine Truppe konnten Widerstand leisten und schwächten die Gegner.

Malik wollte weiteres Blutvergießen vermeiden und rief Abul-Awar al-Salmi zum Zweikampf auf. Der aber weigerte sich. Nach und nach traf auch die Hauptarmee von Muawiya ein und es kam zur Schlacht von Siffin.

Dort waren die Kämpfer auf Seiten von Imam Ali (a.) zunächst vom Wasser abgeschnitten, aber Malik al-Aschtar erkämpfte zunächst einen Zugang und vertrieb dann die gesamte Armee Muawiyas vom Wasser. Dennoch erlaubten sie den Gegnern Wasser zu holen.

Muawiya wollte Malik al-Aschtar töten lassen und forderte seinen Feldherrn Amr ibn Aas auf, einen Zweikampf mit ihm durchzuführen, vor der sich Letzterer aber drückte.

Auch in dieser Schlacht führte Ammar ibn Yasir den linken Flügel und erzielt Erfolge. Prophet Muhammad (s.) hatte Ammar einst mitgeteilt, dass er von verdorbenen Menschen getötet werden würde. Ammar fiel in dieser Schlacht.

Als Malik al-Aschtar auf dem rechten Kampfflügel fast durchgebrochen war, ließ Amr ibn Aas Verse aus dem Heiligen Qur'an im Zentrum des Kampfgeschehens auf die Speere seiner Kämpfer montieren. Das führte dazu, dass viele schwachgläubige Soldaten auf Seiten Imam Alis (a.) den Kampf unterließen und die im Zentrum kämpfenden Ahl-ul-Bait (a.) in Lebensgefahr gerieten. Malik al-Aschtar musste seinen erfolgreichen Vorstoß abbrechen, um Imam Ali (a.), Imam Hasan (a.) und Imam Husain (a.) zur Hilfe zu eilen.

Die Schlacht von Siffin fand ein Ende mit der Vereinbarung zu einer Art Schiedsspruch, welche jeweils ein Vertreter jeder Seite mit der anderen Seite aushandeln sollte. Muawiya ernannte Amr ibn Aas als seinen Vertreter. Imam Ali (a.) wollte Malik al-Aschtar als seinen Vertreter nominieren, aber seine Anhänger rebellierten, weil sie fürchteten, dass Malik al-Aschtar in seiner uneingeschränkten Treue zu Imam Ali (a.) keinen Kompromiss eingehen würde und sie inzwischen nicht mehr kämpfen wollten. Sie zwangen Imam Ali (a.) dazu, Abu Musa al-Aschari als seinen Vertreter zu benennen, was zu einem Betrug führte.

Muawiya wollte im Anschluss auch Ägypten kontrollieren und sandte eine große Armee dorthin. Der Gouverneur von Ägypten, Muhammad ibn Abu Bakr, rief Imam Ali (a.) um Hilfe. Imam Ali (a.) sandte Malik al-Aschtar und stattete ihn mit dem berühmtem Regierungsauftrag Imam Alis (a.) an Malik al-Aschtar aus.

Muawiya beschloss Malik al-Aschtar vergiften zu lassen. Er ließ einem alten Mann auf dem Weg einen vergifteten Honig zukommen, den dieser als Geschenk und Ehrung Malik al-Aschtar geben sollte. Manche Geschichtsschreiber gehen davon aus, dass jener alte Mann gar nicht wusste, was er überreichte. Andere behaupten, dass er von Amr ibn Aas für das Verbrechen gekauft wurde. Schon bald erreichte Malik die Stadt al-Qilzim und wurde von dem alten Mann eingeladen. So wurde Malik 38 n.d.H. vergiftet.

Als Muawiya vom erfolgreichen Mord hörte, sagte er: "Ali ibn Abu Talib hatte zwei Hände. Die eine habe ich ihm in Siffin abgeschlagen, das war Ammar ibn Yasir, und heute habe ich ihm die andere abgeschlagen, das war Malik al-Aschtar."

Malik al-Aschtar hatte zwei Söhne: Ibrahim und Ishaq.

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