Malik ibn Anas
Malik ibn Anas

Aussprache: maalik ibn anas
arabisch:
مالك بن أنس
persisch:
englisch:
Malik ibn Anas

95 - 179 n.d.H.
715 - 796 n.Chr.

Bild: Englische Übersetzung seines Hauptwerks

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Malik Ibn Anas al-Asbahi ist der Begründer der malikitischen Rechtsschule des Islam.

Malik Ibn Anas stammt aus einer jemenitischen Familie, die sich vor Maliks Geburt in Medina angesiedelt hatte, so dass er ca. 715 n.Chr geboren ist. Er verbrachte sein ganzes Leben in seinem Geburtsort Medina mit Studium, Lehrtätigkeit und – wie einige seiner Zeitgenossen auch – der Erteilung von Rechtsgutachten. Daher sind seine Quellen ausschließlich auf das begrenzt, was zu jener Zeit in Medina zur Verfügung stand.

Er war einer unter vielen, die zu jener Zeit ihre eigene selbständige Rechtsfindung [idschtihad] praktizierten. Zu seinen Lehrern gehörte Nafi und auch eine Frau: Aischa bint Sad.

Als Maliks bedeutendstes Werk gilt "Muwatta" [الموطأ ] ("der vorgezeichnete Pfad"), das in unterschiedlichen Wiedergaben seiner Schüler erhalten ist. Umfangreiche, bisher nicht publizierte Werkexemplare – wenn auch nur fragmentarisch – liegen in der Handschriftensammlung von Kairouan (Qairawan) auf zahlreichen Pergamentblättern aus dem späten 9. und 10. Jahrhundert vor. Malik verschaffte mit seinem Werk einen juristischen Konsens bzw. eine Übereinstimmung der Umma [idschmah-ul-umma] zumindest innerhalb Medinas. Seine anhänger glauben, dass es die erst Ausformulierung des islamischen Rechts [scharia] gewesen sei. Seine Gegner werfen ihm vor, dass er die bestehende Rechtspraxis den Überlieferungen angepasst hat und nicht umgekehrt. Hier argumentiert insbesondere Schafi‘i dagegen.

Zu weiteren werken gehört sein "Sendschreiben an Harun ar-Raschid" [الرسالة الى هارون الرشيد / ar-risala ila harun ar-raschid], das in einer andalusischen Überlieferung vorliegt.

Neben seinem oben genannten Hauptwerk – in der Rezension seiner Schüler – sind seine Lehrmeinungen in zum Teil umfangreichen Rechtswerken der Folgegenerationen erhalten. Er selbst starb 796 n.Chr. in Medina.

Sein Muwatta ist bis ins 11. Jahrhundert durch malikitische Gelehrte kommentiert worden, wodurch die malikitische Rechtslehre ihre inhaltliche Erweiterung erfuhr.

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