Karl May
Karl May

Aussprache: karl may
arabisch:
كارل ماي
persisch:
کارل مای
englisch: Karls May

25.2.1842 - 30.3.1912 n.Chr.

Foto: 1907 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Karl Friedrich May war ein deutscher Schriftsteller, der durch sein Werk das deutsche vorurteilsbehaftete Bild über den Islam, aber auch über Indianer, mehrerer Generationen maßgeblich beeinflusst hat.

Er gilt als einer der produktivsten deutschsprachigen Autoren von Abenteuerromanen und ist einer der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache. Seine Werke wurden in die meisten Sprachen übersetzt. Sein hoher Bekanntheitsgrad gründet vor allem auf seinen Reiseerzählungen über den Orient und dem in diesem Zusammenhang vermittelten Bild des Islam. Als sein berühmtestes Werk aber gilt die in drei Bänden zusammengefassten Geschichten um den Indianer Winnetou.

Er ist am 25. Februar 1842 als Carl Friedrich May (damals noch mit C geschrieben) in Ernstthal in einer sehr armen Weberfamilie als das fünfte von vierzehn Kindern geboren. Neun seiner Geschwister starben aufgrund der ärmlichen Lebensverhältnisse bereits in den Lebensmonaten. Er war der einzige überlebende Sohn. Nach Mays eigenen Angaben erblindete er als Kleinkind, möglicherweise an extremen Vitaminmangel, und konnte erst in seinem fünften Lebensjahr geheilt werden, was allerdings auch angezweifelt wurde.

Sein Vater Heinrich August May zwang den Jungen zur Lehre und Selbststudium wissenschaftlicher Werke. Sein Talent wurde Ernstthaler Kantor Strauch entdeckt, der ihn förderte. Während des Studiums und des darauf folgenden Lehramtes gab es Anzeigen wegen Diebstahls - allerdings im geringfügigen Umfang - die zum Ende der Karriere als Lehrer führten.

Da seine Versuche als Privatlehrer zu überleben nicht hinreichend schienen, wurde er wieder kriminell. 1865 wurde er verhaftet und zu vier Jahren Arbeitshaus verurteilt. Aufgrund guter Führung wurde er „besonderer Schreiber“ des Gefängnisinspektors Alexander Krell. In dieser Zeit plante er bereits einige eigene Werke. Es folgten allerdings weitere Straftaten, die ihm 1870 bis 1874 ins Zuchthaus Waldheim führten. Angeblich fand hier seine innere Wandlung statt. Nachdem Er 1874 entlassen worden war, kehrte er zu seinen Eltern nach Ernstthal zurück und begann zu schreiben. Im selben Jahr gelang eine erste Veröffentlichung.

Daraufhin erfolgten erste Anstellungen als Redakteur, womit sein Lebensunterhalt gesichert war. 1880 heiratete er Emma Pollmer. Ab ca. 1888 verbesserte sich seine Lage drastisch durch hohe Auflagen seiner Schriften. Im Dezember 1895 zog er in die von den Gebrüdern Ziller erworbene Villa Shatterhand in Alt-Radebeul um, worin sich heute das Karl-May-Museum befindet.

Ab 1896 ließ er sich im „Allgemeinen deutschen Litteratur-Kalender“ von Joseph Kürschner als Übersetzer aus dem Arabischen, Türkischen, Persischen, Kurdischen und verschiedenen Indianerdialekten, später auch aus dem Chinesischen anführen, was allerdings kaum der Realität entsprechen dürfte. So vermischten sich die Fiktionen seiner Romane auch mit seinem Leben. Zwischenzeitlich behauptet er einen Dr.-Grad zu haben, ohne das jemals nachweisen zu können. 1902 erhielt er schließlich eine Ehrendoktorwürde der Deutsch-Amerikanischen Universität in Chicago für das Werk Im Reiche des silbernen Löwen, allerdings war die Universität nur eine Titelverkaufsanstalt. Manchen seiner Werke wurden auch mit dem Vorwurf des Plagiats belegt.

In den Jahren 1899 und 1900 reiste Karl May erstmals in den Orient, über den er bereits zuvor so viel geschrieben hatte. Im ersten Teil der Reise war er fast ein dreiviertel Jahr allein mit seinem angestellten Diener Sejd Hassan unterwegs. Während der Reise soll er zweimal einen Nervenzusammenbruch erlitten haben, den Beobachter auf den krassen Widerspruch zwischen seiner zuvor geschriebenen Fiktionen mit der nun erfahrenen Realität zurückführen. 

Seine erste Ehe wurde 1903 auf Mays Wunsch geschieden. Noch im gleichen Jahr heiratete er am 30. März 1903 die Witwe eines befreundeten Paares: Klara Plöhn.

Nach seiner Orientreise befasste er sich intensiver als je zuvor mit dem Sinn des Lebens und entwickelte sich zum Pazifisten, was sich auch in seinen Vorträgen widerspiegelte. 1908 hielt er einen Vortrag mit dem Titel: "Drei Menschheitsfragen: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir?" Zu seinen berühmtesten Romangestalten gehörten Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, in die er wohl auch eigene Vorstellungen seines "Ich" projizierte. Das mit diesem Romanhelden vermittelte Bild des Islam wich zwar sehr von der Realität ab, beeinflusste aber das Denken in Deutschland über mehrere Generationen hinweg. Zu den Werken mit Bezug zum Islam gehören:

bulletDurch Wüste und Harem (1892, ab 1895 Durch die Wüste)
bulletDurchs wilde Kurdistan (1892)
bulletVon Bagdad nach Stambul (1892)
bulletIn den Schluchten des Balkan (1892)
bulletOrangen und Datteln (1893, Anthologie)
bulletIm Lande des Mahdi I (1896)
bulletIm Lande des Mahdi II (1896)
bulletIm Lande des Mahdi III (1896)
bulletSatan und Ischariot I (1896)
bulletSatan und Ischariot II (1897)
bulletSatan und Ischariot III (1897)
bulletDie Sklavenkarawane (1889/90)
bulletDer Oelprinz (1893/94, ab 1905 Der Ölprinz)
bulletHimmelsgedanken (1900, Gedichtsammlung)
bulletArdistan und Dschinnistan I (1909)
bulletArdistan und Dschinnistan II (1909)
bulletEine Pilgerreise in das Morgenland von 1899 (posthum veröffentlicht)
bulletIm Reich des Kalifen oder Hadschi Halef Omar (1912)

sowie zahlreiche Reiseerzählungen.

Karl May starb am 30. März 1912 an den Folgen einer Erkältung. Er wurde in Radebeul, Friedhof Radebeul-Ost, beigesetzt. Sein Grab ist erhalten.

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