Mir Damad
  Mir Damad

Aussprache:
arabisch:
 
persisch:
englisch: Mirdamad

ca. 1020 - ??? n.d.H.
??? - 1632 n.Chr.

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Mohammad Baqer Istarabadi, bekannt als Mir Damad (bzw. Mirdamad), war ein bekannter islamischer Philosoph im Iran aus der zu Beginn des 17. Jh. n.Chr.

Er hat zur Zeit der Safawiden gelebt und kam circa 1020 n.d.H. in iranischen Isfahan auf die Welt. Es ist unter anderem auch ihm zu verdanken, dass die theologische Hochschule in Isfahan zum Zentrum der rationalen islamischen Wissenschaften wurde. Sein bekanntester Schüler, der namhafte Mulla Sadra, war deswegen von Schiraz nach Isfahan übergesiedelt. Das Isfahaner Theologiezentrum zeichnete sich dadurch aus, dass es ernsthaft auch neue Themen behandelte.

Mir Damad hat der Islamischen Welt zahlreiche Werke in der Philosophie hinterlassen. Er widmete sich dabei vor allen Dingen der Beweisführung für die Einheit [tauhid] Gottes, die Erkenntnis und das Imamat. In einer seiner Abhandlungen stellt er die Lehre von Aristoteles über die von Platon. Bekannt ist vor allen Dingen sein Werk Al-Qabasat. In diesem schneidet er eine neue Debatte über die Existenz der Welt an und fragt sich, ob diese Welt immer bestanden hat oder in einem bestimmten Abschnitt der Zeit hervorgerufen wurde. Mir Damad ist davon überzeugt, dass zwischen der verborgenen überirdischen Welt und der irdischen eine weitere Welt existiert. Er nennt sie Alim Dahr und versteht darunter das Reich der Beziehungen zwischen der verborgenen und der materiellen Welt. In dieser Zwischenwelt sieht er den Ausgangspunkt für Bewegung und Handeln in der irdischen. Er setzt sich in diesem Buch Al-Qabasat mit den Attributen Gottes wie Wille, Macht und Vorhersehung auseinander.

Ein weiteres Werk des Mir Damad ist Isalat. In diesem Werk behandelt er 20 verschiedene Problemfragen verschiedener Bereiche - von der Mathematik, der Astronomie und der Scholastik bis zu der Philosophie, dem islamischen Recht [scharia] und der Logik.

Sein "Scharh-i Muqadama Taqwim ul-Iman" (Kalender des Glaubens) ist eines seiner bedeutendsten Werke. Er erläutert darin eine Reihe von Überlieferungen des Prophet Muhammad (s.)*** über die Vorzüge und die Nachfolgerschaft Imam Alis, nimmt zu den Ansichten der Gegner, die das Wissen Imam Alis abstreiten, Stellung, und erklärt die Ausführungen dieses Imams über Gotterkenntnis, Vorsehung, Zwang und Entscheidungsfreiheit sowie den göttlichen Willen. Auf diese Weise versucht er denen zu antworten, die fälschlich Imam Ali als einen Menschen ohne Wissen vorstellen.

Auch wenn Mirdamad nicht zu den ersten Theosophen in der Islamischen Welt gezählt wird, so kommt er dennoch mindestens auf zweiter Stufe zu stehen. Er war auch in der Mathematik und Physik bewandert und außerdem poetisch tätig. Insgesamt war er ein allseitiger Gelehrter und deshalb ist er auch „Mualim Thalith“ – „Dritter Lehrer“ genannt worden. Mirdamad starb 1631 auf einer Reise zwischen Kerbala und Nadschaf und wurde im Mausoleum von Imam Ali in Nadschaf (Irak) beigesetzt. Aus seinem viel besuchten Seminar gingen große Gelehrte wie Mulla Sadra hervor.

In Teheran ist eine Straße nach ihm benannt.

 

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