Mohr
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Der Begriff Mohr ist eine im deutschsprachigen Raum verwendete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, zumeist mit einem Turban dargestellt.

Im 17. und 18. Jh. war es "modern" einen oder mehrere Mohre am Hof arbeiten zu lassen, die als Kammermohr bekannt wurden.

Der seit dem Mittelalter bekannte Begriff wird heutzutage kaum noch verwendet, findet sich aber unter anderem in historischen Werken und in der Kunstliteratur. Der Begriff selbst soll aus dem 8. Jh. n.Chr. stammen. Der damalige "Mor" war die Bezeichnung für einen Mauren. Durch die Darstellung haben sich Jahrhunderte lang viele Generationen Muslime als Dunkelhäutige mit Turban vorgestellt. Erst im 18. Jh. n.Chr. wurde in der deutschen Sprache der Begriff "Mohr" durch den ebenfalls abwertenden Begriff "Neger" ersetzt.

Rassisten zur Nazizeit haben mit einer pervertierten Wissenschaft versucht zwischen  schwarzafrikanischen "Negern" und weißafrikanischen "Mohren" im Zuge ihrer Rassentheorien unterscheiden. Derartige "Theorien" gingen auf zuvor veröffentlichte rassistische Gedanken zurück, bei der die Mohren zwischen europäischem Mensch und Affen eingeordnet wurde, wie in dem 1784 erschienene Buch "Über die körperliche Verschiedenheit des Mohren vom Europäer" von Samuel Thomas von Soemmerring. Bereits zuvor hat Luther in seiner Bibelübersetzung die Kuschiter generell mit Mohren identifiziert.

Als bekannter Mohr in Deutschland gilt Angelo Soliman. Der als Kriegsbeute nach Deutschland gebrachte Nigerianer wurde Kammerdiener und Prinzenerzieher. Obwohl er getauft wurde und christlich heiratete, wurde ihm nach seinem Ableben nicht die Würde eines Christen zuteil. Zunächst fertigte der Bildhauer Franz Thaler einen Gipsabdruck von Solimans Kopf an. Zwar wurden seine Eingeweide begraben, aber seine Haut wurde präpariert und bis 1806 im Kaiserlichen Naturalienkabinett als halbnackter "Wilder" mit Federn und Muschelkette ausgestellt. Seine Tochter Josefine protestierte gegen die Ausstellung ihres toten Vaters als ausgestopftes Präparat und bemühte sich vergeblich um die Rückgabe und christliche Bestattung der Leichenteile. Während des Wiener Oktoberaufstandes 1848 verbrannten Solimans mumifizierte Reste. Solimans Gipsbüste steht heute im Rollettmuseum in Baden bei Wien in einer Dauerausstellung.

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