Mondspaltung
Mondspaltung

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Altpersische Miniatur 16 Jh.:  Prophet Muhammad (s.) spaltet den Mond, Topkapi Museum, Istanbul

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Die Mondspaltung gehört zu den Wunder des Prophet Muhammad (s.), um seine Wahrhaftigkeit zu belegen.

Im Heiligen Qur'an heißt es dazu in der Sure, die nachdem Mond benannt ist (54:1-3): "Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond hat sich gespalten. Doch wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen: "(Dies ist) ein ewiges Zauberwerk." Und sie leugnen und folgen ihren Gelüsten. Doch alles steht endgültig fest."

Darin wurde schon früh ein Hinweis auf ein Wunder des Prophet Muhammad (s.) gesehen, der vor den Augen der zumeist feindlich gesonnenen Quraisch den Mond in zwei Hälften gespalten hat. Und um diejenigen, die ein solches Wunder abweisen, überzeugen zu können, argumentiert Qadi Iyad:

"Es ist von keinem Volke auf Erden erzählt worden, dass man den Mond in jener Nacht beobachtet und festgestellt habe, dass er nicht gespalten wurde. Und wäre dies auch von vielen Orten aus erzählt worden, so dass eine verabredete Lüge ausgeschlossen wäre, so wäre das für uns doch kein Gegenbeweis; denn der Mond wird nicht in gleicher Weise von den verschiedenen Völkern der Erde gesehen ... Eine Mondfinsternis ist in einem Lande sichtbar, in einem anderen nicht; hier ist sie partiell, dort total ..."

In einer indischen Überlieferung hieß es, dass König Schakrawarti Farmad in Südindien die Mondspaltung beobachtet habe, und als er davon erfuhr und sich überzeugt hatte, was in jener Nacht in Mekka geschehen war, bekehrte er sich zum Islam. Somit war die Mondspaltung die Ursache für die Entstehung der ersten muslimischen Enklave im indischen Subkontinent. Diese Geschichte ist im späteren Mittelalter in einem in Südindien verfassten arabischen Text berichtet worden, und interessanterweise befand sich selbst an dem Hindu-Hof von Kotah noch im 19. Jahrhundert eine Miniatur, die die Mondspaltung mit allen ihren Einzelheiten darstellte (Quelle: Yohanan Friedmann "qissat shakarwati Farmat "Israel Oriental Studies V. 1975).

So dichtete auch der ehemalige hinduistische Ministerpräsident des Bundesstaate Hyderabad/Dekkan:

Ungläubig mag ich sein oder gläubig sein
Doch was ich bin, das weiß ja Gott allein
Ganz will ich als treuer Diener mich
dem großen Fürsten von Medina weih’n!

Und Dschalaleddin Rumi berichtete dazu:

Vom Finger Mustafas wurde der Mond gespaltet,
Denn vom Finger des Propheten gespaltet zu werden ist die höchste Seeligkeit, die der armselige Mond erreichen kann.

Die Übertragung ins deutsche sowie die Zusammenfassung der Ereignisse wurde vor allem von Frau Prof. Annemarie Schimmel durchgeführt.

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