Nasir ibn Chusrau
  Nasir ibn Chusrau

Aussprache: naßir ibn chusrau
arabisch:
ناصر بن خسرو
persisch:
‏ناصرخسرو
englisch:
Nasir Khusraw

1003 - 1088 n.Chr

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Abu Mu'in ad-Din Nasir ibn Chusrau Qubadiani, im Persischen bekannt als Naser-e Chosrau war ein Reisender und Geistlicher [ulama] im 11. Jh. n.Chr., der auch als Dichter in Erscheinung getreten ist.

Er wurde 1003 n.Chr. in Qubadian (nahe Balch) geboren. Er studierte Theologie mit den Schwerpunkten Qur'an-Exegese, Philosophie, Astronomie, Mathematik und Geographie. Er arbeitete am Gerichtshof der Seldschuken.

Er ist unter anderem für seine Reise bekannt, die er 437 n.d.H. (1046 n.Chr.) von Merw aus startete und die sieben Jahre dauern sollte. Die Reise berichte über viele Länder fasste er in seinem "Safarname" (Reisewerk) zusammen.

In Ägypten traf er Mustansir Billah und soll dort einiges Ansehen gewonnen haben. Er hinterließ eine Reihe von Werken, darunter:

bulletSafarname (Reisewerk)
bulletDivan (Sammlung von kurzen Gedichten)
bulletSa’adatname (Frühlichkeitswerk)
bulletZaad al-Mosaferin
bulletVadschh-e Din. (Gesicht der Religion)

Seine Gelehrsamkeit umfasste auch Kenntnis aus der Bibel. so hat er z.B. in seinem Divan ganz offensichtlich Divan in Anspielung auf Matthäus 5,13 im Persischen gedichtet:

"Salz verhindert, das Fleisch zu verderben;
wenn das Salz dumm ist, womit gesalzen werden?"

Sich selbst beschreibt er im Anfangsteil seines Safarname im Kapitel "Die Wandlung" folgendermaßen:

"So spricht Abu Mu'in ad-Din Näsir, [Sohn] des Hosrau, der Qubadiyaner, der Merwer, von dem ALLAH die Reue gnädig annehme: Ich war ein Mann des Schreiberberufs und gehörte zu der Gesamtheit der Verfügungsberechtigten auf den königlichen Gütern und Gebieten. Und ich war mit den Finanzgeschäften beschäftigt. Und [da ich] eine Zeitlang in diesem Berufe Dienst getan [hatte], hatte ich unter den Gleichaltrigen einen [gewissen] Ruf erlangt. Im [Monate] Rabi-ul-Achir des Jahres 437 (n.d.H.), als Fürst von Chorasan Abu Sulaiman Tschaghribeg Davud, der Sohn Michaels, des Sohnes Seldschuks, war, ging ich von Merw in Amtsgeschäften aus und stieg in Pandsch-Dih in Merwor-Rud ab, an welchem Tage die Vereinigung des aufsteigenden Knotens und des Jupiters stattfand. Man sagt, dass jede Bitte, die man an diesem Tage vorbringt, ALLAH, der gepriesen und geheiligt ist, erhöre. Ich ging in einen Winkel und verrichtete zwei Niederwerfungen [sadschda] und betete, dass mir ALLAH, der gelobt und gepriesen ist, Reichtum schenke. Wie ich zu den Freunden und Gefährten kam, trug einer von ihnen ein persisches Gedicht vor.

Mir kam ein Gedicht in den Sinn, dass ich von ihm erbat, dass er es vortrage. Ich schrieb [es] auf ein Papier, dass ich es ihm [mit den Worten] gebe: „Trag dieses Gedicht vor!" Noch hatte ich [es] ihm nicht gegeben, als er genau dasselbe Gedicht [vorzutragen] begann. Ich nahm das als gute Vorbedeutung und sagte zu mir selbst: „ALLAH, der gepriesen und gelobt ist, hat mein Gebet erhört." Darauf begab ich mich von dort nach Dschuzdschanan und war fast einen Monat [dort]. Und ich trank beständig Wein. Der Prophet, ALLAH gebe ihm und seiner Familie Segen und Heil!, befiehlt: „Sprecht die Wahrheit und wenn [sie] auch gegen euch [ist]!" Eines Nachts träumte ich, dass mir einer sagte: „Wie lange wirst du von diesem Wein trinken, der den Verstand ans dem Menschen schwinden lässt? Wenn du bei Besinnung wärest, [wäre es] besser." Ich antwortete: „Die Weisen haben außer diesem nichts machen können, was den Kummer dieser Welt mindert." Er antwortete: „Besinnungslosigkeit und Vernunftlosigkeit sind keine Erholung. Der Weise kann niemandem sagen, dass die Vernunftlosigkeit dem Menschen [ein] Führer sei. Vielmehr muss man etwas suchen, was Verstand und Vernunft vermehrt." Ich sagte: „Woher nehme ich dies?" Er sagte: „Der Sucher mag der Finder sein." Und dann wies er nach der Gebetsrichtung und sprach kein Wort mehr. Als ich aus dem Schlaf erwachte, war mir diese ganze Sache gegenwärtig. Sie wirkte auf mich. Und ich sagte mir: „Aus dem Schlafe dieser Nacht bin ich erwacht; es ist nötig, dass ich auch aus dem vierzigjährigen Schlaf erwache." Ich dachte, dass ich, bis ich nicht alle meine Handlungen und Taten ändere, keine Freude fände. Am Donnerstag, dem 6. Dschumada al-Uchra des Jahres 437 (n.d.H.), im halben Monate Dey der Perser, im Jahre 410 nach Yazdegerd III., wusch ich Haupt und Leib und ging in die Hauptmoschee und betete. Und ich erbat Hilfe vom Erschaffer, der gelobt und gepriesen ist, für das Ausführen dessen, was für mich pflichtmäßig ist8, und das Abstehen von den verbotenen Dingen und dem Ungehörigen, so wie ALLAH, der gelobt und gepriesen ist, [es] befohlen hat. Darauf begab ich mich von dort nach Schapurghn. In der Nacht war ich im Städtchen Paryab und von dort begab ich mich über Sanglan und Taliqan nach Merw-or-Rud. Dann ging ich nach Merw und bat mich frei von jenem Geschäfte, das mir oblag. Und ich sagte: „Ich habe die Absicht der Reise in die Gebetsrichtung [qibla]." Dann legte ich die Rechenschaft ab, die [erforderlich] war. Und ich verzichtete auf den weltlichen Besitz, der da war, außer wenig Notwendigem. Und am 23. Schaban [5.3.1046] brach ich auf mit der Absicht nach Nischapur zu reisen und begab mich von Merw nach Sarachs, was drei Wegstunden hinaus ist." (Safarname, S.2 ff.)

Einiege seiner Gedichte wurden auch ins Deutsche übertragen.

Links zum Thema

bullet Gedichte von Nasir ibn Chusrau

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