David Nerreter
David Nerreter

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8.2.1649 - 5.7.1726

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David Nerreter gilt als fünfter Übersetzer der Qur'an-Übersetzungen ins Deutsche.

Er wurde am 8. Februar 1649 als Sohn Peter Nerreters und Anna Marias Buggels geboren.

Nach dem Besuch der Lateinschule St. Laurentius und dem Aegidianischen Gymnasium in Nürnberg kam er 1668 an die Universität in Altdorf bei Nürnberg. Im Anschluss studierte er an der Universität in Königsberg (Preußen), wo er 1672 die Magisterwürde erhielt. Im Anschluss wurde er Adjunkt an der philosophischen Fakultät. Er führte zwischenzeitlich längere Reisen unter anderem nach Schweden und Russland durch, kam dann aber wieder nach Altdorf und lehrte dort die Dichtkunst.

Im Jahre 1677 erhielt Nerreter einen Ruf als Hofkaplan nach Oettingen in Bayern. Am 20. September 1678 heiratete Dorothea Felicitas Bock aus Oettingen, die Tochter des Generalsuperintendenten und Oberhofpredigers Benedikt Bock. 1681 wurde er Diakonus und 1683 Konsistorialrat. Später ging er in seine Heimatstadt Nürnberg, um als Diakonus an der Heilig-Geist-Kirche tätig zu sein. Ein Jahr später wechselte er zur Hauptkirche St. Lorenz. Zwei Jahren später wechselte er nach Wahrd in ein Gemeindepfarramt.

König Friedrich I. von Preußen ließ David Nerreter 1709 als Generalsuperintendent des Herzogtums Hinterpommern und des Fürstentums Cammin berufen

1688 veröffentlichte er die fünfte Übersetzung des Heiligen Qur'an ins Deutsche und nannte sie: “Die türkischen Gesetze oder Mahomets Koran”. Die Ankündigung des Buches auf dem Titelblatt behauptete, dass zum „allerersten mahl und vollständig“ die Übersetzung des Heiligen Qur'an ins Deutsche erfolgt sei, was darauf hindeutet, dass er die früheren Übersetzungen nicht kannte. Johan Lange hatte die Übersetzung allerdings nicht direkt aus dem Arabischen angefertigt, vielmehr war das arabische Original zuerst ins Französische, danach ins Niederländische und daraus ins Hochdeutsche übersetzt worden. Die Veröffentlichung erfolgte im Anhang zu einem größeren Sammelwerk mit dem Titel „Thesaurus Exoticorum, Oder eine mit Außländischen Raritäten und Geschichten Wohlversehene Schatz-Kammer …“ Im Jahr 1703 erschien im Verlag Wolffgang Moritz Endters, Nürnberg, sein Buch: Mahometanische Moschea, worinn nach Anleitung der VI. Abtheilung von unterschiedlichen Gottes-Diensten der Welt, Alexander Rossens, erstlich der Mahometanischen Religion Anfang, Ausbreitung, Secten, Regierungen, mancherley Gebräuche und vermutlicher Untergang, fürs andre Der völlige Alkoran, nach der besten Edition Ludovici Maraccii, verteutscht, und kürzlich widerlegt wird. Es war allerdings lediglich eine Übersetzung des englischsprachigen Werkes von Alexander Ross (1590 - 1654) in die deutsche Sprache, zumal es damals noch keine Moschee in Deutschland gab. Ein Exemplar wurde im Brandenburg-Preußen Museum in der Zeit vom 23. März bis 5. Oktober 2014 im Rahmen der Sonderausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren. Muslime in Brandenburg-Preußen“ ausgestellt.

David Nerreter starb am 5. Juli 1726 in Stargard in Pommern.

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