Salman Farsi


Selman-I Farisi Moschee in Istanbul

Salman al-Farsi

Aussprache: salmaan al-farsiy
arabisch:
سلمان الفارسي
persisch:
سلمان فارسی
englisch: Salman the Persian

??? - 8.2.35 n.d.H
??? - 656 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Salman al-Farsi bzw. Salman der Perser war einer der Gefährten des Propheten Muhammad (s.) und gilt als einer der ersten nichtarabischen Muslime.

Er wurde als Sohn eines Adligen im Iran in der Nähe von Isfahan geboren und hieß Rouzbeh. Er wurde als Zaroastrier erzogen. Nach Kontakten mit Christen in einer nahe gelegenen Kirche reiste er nach Schaam, um dort die Ursprünge des Christentums zu studieren. Unter der Anleitung eines Mönchs konvertierte er dort zum Christentum. Nach dem Ableben des Mönchs reiste er weiter. Auf seinem Weg traf er einen alternden im Sterbebett liegenden Mönch, der ihn mit Verweis auf eine Prophezeiung im Taurat das baldige Erscheinen eines Erlösers unter Arabern angekündigt hat. Er soll dabei auf Jesaja 21:13-14 verwiesen haben. Die dort erwähnte Stadt Tema soll demnach Medina sein. Und den Propheten sollte er an den Charakterzügen und Eigenschaften aus Jesaja 42:1-4 erkennen.

So reiste Salman weiter auf die arabische Halbinsel nach Medina. Auf seinem Weg wurde er von einer Gruppe Nomaden betrogen. Sie gaben vor, ihm den Weg nach Medina zu zeigen, aber letztendlich verkauften sie ihn als Sklaven an einen Juden. Dieser verkaufte ihn weiter an einen anderen Juden aus Medina, der ihn mitnahm.

Wenige Tage später erreichte Prophet Muhammad (s.) Medina nach der Auswanderung. Salman erinnerte sich an eine weitere Passage in Jesaja, welche ihm der Mönch gelehrt hatte, dass der Prophet von seiner eigenen Heimat fliehen werden müsse und Zuflucht in einem Land mit Dattelpalmen erhalten werde. Sehr schnell erkannte Salman die Zeichen und nahm in Anwesenheit des Propheten Muhammad (s.) den Islam an. Prophet Muhammad (s.) sammelte Geld, um ihn frei zu kaufen. Für den Freikauf sollte Salman vierzig Unzen Silber zahlen und zudem dreihundert junge Dattelpalmen einpflanzen. Die Gefährten halfen mit und Prophet Muhammad (s.) pflanzte selbst einige Dattelpalmen. Salman wurde einer der am meisten geachteten und treusten Gefährten.

Bei der Verbrüderung wurde er mit Abu Dardaa Ansari verbunden, den er sehr viel Weisheiten über den Islam lehrte. Nach anderen wurde er mit Abu Dharr verbunden. Das muss kein Widerspruch sein, da es mehrere Verbrüderungen gab.

In manchen Auslegungen [tafsir] zum Heiligen Qur'an wird im Zusammenhang mit Vers 5:54 eine Überlieferung des Propheten Muhammad (s.) genannt: Als er gefragt wird, welches "andere Volk" denn gemeint sei, das an die Stelle der Araber treten könnte, verweist Prophet Muhammad (s.) auf Salman und dessen Herkunftsvolk.

Salman war als Gelehrter auch mit der wissenschaftlichen Entwicklung der Gemeinde beschäftigt. Die Idee bei der Grabenschlacht einen Graben auszuheben, um die Stadt zu schützen, stammt von ihm. Am Tage dieser Schlacht sagten die Helfer: "Salman ist einer von uns!", während die Auswanderer sagten: "Nein! Salman ist einer von uns!" Da rief der Prophet Muhammad (s.) ihnen zu: "Salman gehört zur Familie des Propheten!"

Nach der islamischen Eroberung des Iran wurde ervon Umar ibn Chattab als Gouverneur nach Seleukia-Ktesiphon (Al-Madain) entsandt. Salman nahm dieses Posten an, nachdem ihm Imam Ali (a.) dies erlaubt hatte.

Prophet Muhammad (s.) soll ihn persönlich mit der Erstellung der ersten Übersetzung des Heiligen Qur'an ins Persische beauftragt haben, aber die Version liegt nicht mehr vor.

Nach dem Dahinscheiden des Propheten Muhammad (s.) gehörte er zu den wenigen, die Abu Bakr den Treueid verweigerten. Er stand fest zu Imam Ali (a.) und setzte sich für dessen Recht ein und versuchte auch immer in seiner Nähe zu sein. Später war er bis zu seinem Ableben Gouverneur von Seleukia-Ktesiphon.

Salman starb am 8. Safar 35 n.d.H. (656 n.Chr.) im Alter von 88 Jahren. Er wurde in Seleukia-Ktesiphon im heutigen Irak begraben. Sein Mausoleum wurde bei einem Terroranschlag im Februar 2006 schwer beschädigt.

Die Selman-I Farisi Moschee in Istanbul ist nach ihm benannt.

Gemäß einer Überlieferung fragte Prophet Muhammad (s.) seine Gefährten, wer unter ihnen das ganze Jahr hindurch gefastet habe. Salman Farsi antwortete, dass er das ganze Jahr über faste. Prophet Muhammad (s.) fragte, wer seine Nächte im Gebet verbracht habe und durchgehend wach war. Wieder antwortete Salman, dass er der Mann in Übereinstimmung mit der Beschreibung sei. Dann schaute Prophet Muhammad (s.) auf alle versammelten Gefährten und fragte, wer jeden Tag den gesamten Heiligen Qur'an lese. Alle schwiegen, bis auf Salman, der zustimmend antwortete. Einer der Versammelten wurde wütend auf Salman und sagte zu den anderen, dass Salman gelogen habe, da er Salman viele Tage beobachtet habe, dass er oft nicht faste, viele Nächte schliefe anstatt zu beten und auch nicht jeden Tag den Heiligen Qur'an durchlese. Der Prophet Muhammad (s.) griff ein und sagte, Salman sei wie Luqman, und wer an ihm zweifle, solle ihn direkt befragen und er würde antworten. Daraufhin befragte jener Salman, und Salman gab folgende Antwort: Jeden Monat faste er am 13., 14. und 15. des Monats. ALLAH hat gesagt, dass er jede gute Tat zehnfach belohnen wird; Daher sind seine drei Fastentage gleich dreißig Fastentagen und auf diese Weise fastet er einen Monat lang, als ob er das ganze Jahr hindurch faste. Außerdem fastete er den ganzen Monat Schaban und Monat Ramadan, so dass es noch mehr wird, wenn jedes Fasten [saum] mit zehn multipliziert wird. Und bezüglich nachts wach sein und beten, hatte er vom Propheten Muhammad (s.) gehört, dass das Schlafen mit ritueller Waschung [wudhu] dem nächtlichen Wachsein und Beten gleichkommt. Und bezüglich jeden Tag den Heiligen Qur'an durchzulesen hatte er vom Propheten Muhammad (s.) gehört, dass das Rezitieren von drei Mal der Sure Tauhid/Ichlas (Sure 112) gleichbedeutend ist mit dem Rezitieren des gesamten Heiligen Qur'ans. Er hörte Prophet Muhammad (s.) sagen, wie er zu Imam Ali (a.) sagte, dass Ali (a.) und seine Anhänger wie die Sure Tauhid (Sure 112) seien. Wenn eine Person Sure Tauhid (Sure 112) rezitiert, dann ist es so, als würde sie ein Drittel des Heiligen Qur'an rezitieren. Wenn sie ihn zweimal rezitiert, ist es so, als ob sie zwei Drittel des Heiligen Qur'an rezitieren würde, und wenn er sie dreimal rezitiert, ist es, als würde man den gesamten Heiligen Qur'an rezitieren.

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de