Samara ibn Dschunda
  Samara ibn Dschunda

Aussprache:
arabisch:
سمرة بن جندب
persisch:
englisch: Samra bin Junde

??? - 60 n.d.H.
??? - 680 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Samara (oder Samra) ibn Dschunda war ein Zeitzeuge des Propheten Muhammad (s.). Auf sein Fehlverhalten und die damit zusammenhängenden Überlieferungen werden eine Reihen von Regeln im Islam bezüglich verantwortlichem Umgang mit Eigentum zurückgeführt.

In Medina gab es einen Palmenhain, in dem einige Bäume Samara ibn Dschunda anderen gehörten als dem Eigentümer des Bodens, auf dem der Baum stand. Nur ein Weg führte durch diesen Hain hindurch. An diesem stand das Haus eines Gefährten des Propheten (s.). Es war also so, dass sowohl der Besitzer der Palmen Anspruch auf die Nutzung dieses Weges hatte, als auch der Eigentümer des Hauses, der zudem das Recht hatte, dass seine Familie respektiert und nicht belästigt wurde.

Samara ibn Dschunda hielt sich nicht an diese Regelung. Er hatte die Bewohner jenes Hauses, das an dem Weg in jenem Garten stand, bereits mehrere Male aufgeschreckt und in Angst und Sorge versetzt. Der Hauseigentümer, einer der Helfer [ansar], bat Samara daraufhin freundlich, in Zukunft Rücksicht zu nehmen, auf Takt und Höflichkeit zu achten, anzuklopfen, bevor er durch den Hof gehen wolle und seine Blicke nicht überall hineilen zu lassen. Samara jedoch kümmerte sich nicht um diese Worte.

Der Hausherr beklagte sich bei Prophet Muhammad (s.). Dieser ermahnte Samara. Der aber hielt sich nicht an die Ermahnung. Prophet Muhammad (s.) schlug ihm daraufhin vor, seine Palmen mit anderen Palmen, die an einem anderen Ort standen, auszutauschen. Samara war nicht einverstanden. Man riet ihm, seine Palmen zu verkaufen und andere, an anderer Stelle, zu kaufen. Aber auch auf diesen Vorschlag ging er nicht ein. Man bot ihm einen hohen Preis für seine Bäume an, viel höher, als sie eigentlich wert waren, doch er war nicht bereit dazu. Er belästigte und störte weiterhin die Bewohner jenes Hauses.

Schlussendlich wies der Prophet Muhammad (s.) die Muslime an, die Bäume auszuheben und aus dem Palmenhain herausbringen zu lassen. Samara solle mit ihnen machen, was er wolle.

Samara blieb der uneinsichtige und feindselige Mann, der er war. Er ist der, der bekannt wurde für Habsucht, Heuchelei und Zwietracht-Säen. Auch nach dem Tode des Propheten setzte er mit seinen Dreistigkeiten fort und war ein heftiger Gegner Imam Alis (a.). Zu Zeiten der Herrschaft Muawiyas erlog er "Prophetenworte", zugunsten des Ibn Muldschams, wofür er bezahlt wurde.

Bei dem Geschehen zu Aschura unterstützte er eifrig Yazid ibn Muawiya und kam schließlich bei einem schweren Brand ums Leben.

Trot all dieser Vergehen wird er in den Listen der Gefährten [sahaba] mit aufgeführt, weil er das Glaubensbekenntnis [schahada] abgelegt haben soll.

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de