Seleukia-Ktesiphon
Seleukia-Ktesiphon - Al-Madain

Aussprache: al madaiin
arabisch:
المدائن
persisch:
تیسفون
englisch:
Ctesiphon

Bild: Ruinen von Ktesiphon 1984

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Seleukia-Ktesiphon (arabisch: المدائن, al-Mada’in = die Städte) war eine Doppelstadt im heutigen Irak, die aus den zusammenwachsenden Städten Seleukia am Tigris und Ktesiphon gebildet wurde. Die Doppelstadt war Hauptresidenz der Könige der Parther und der Sassaniden, ca. 35 km südöstlich von Bagdad.

Seleukia liegt am rechten Ufer des Flusses Tigris, Ktesiphon befindet sich  am linken Ufer des Tigris direkt gegenüber. Dem Mythos zufolge wurde al-Mada'in von den legendären iranischen Königen Tahmuras oder Hushang erbaut, die es Kardbandad nannten. Die Stadt wurde später vom legendären iranischen König Zab, dem mazedonischen König Alexander dem Großen (reg. 356–323 v. Chr.) und dem sasanischen Kaiser Schapur II. (reg. 309–379 n. Chr.) wieder aufgebaut.

Die ältesten bewohnten Orte von al-Madain befanden sich auf seiner Ostseite, die in arabischen Quellen „die Altstadt“ genannt wird, wo sich die Residenz der Sasaniden, bekannt als der Weiße Palast, befand. Die Südseite von al-Madain war als Aspanbar bekannt und war für ihre markanten Hallen, Reichtümer, Spiele, Ställe und Bäder bekannt. Die Westseite war als Veh-Ardashir bekannt (was auf Mittelpersisch „die gute Stadt Ardashir“ bedeutet), bei den Juden als Mahoza, bei den Christen als Kokhe und bei den Arabern als Behrasir bekannt. Veh-Ardashir wurde von vielen wohlhabenden Juden bevölkert und war der Sitz des Patriarchen der Kirche des Ostens. Südlich von Veh-Ardashir lag Valashabad.

Die Stadt wurde 637 n.Chr. von Arabern erobert und teilweise zerstört. Sie galt unter den Umayyaden als ein Widerstandsnest der Schiiten gegen die Gewaltherrscher. Einer der ersten Gouverneure der Stadt war Salman al-Farsi. Ein späterer Gouverneur namens Saad ibn Masud al-Thaqafi hatte den schwer verwundeten Imam Hasan (a.) bei sich aufgenommen und gepflegt.

Mit der Gründung Bagdads im Jahr 762 n.Chr. verlor Al-Madain an Bedeutung und verfiel.

Seleukia-Ktesiphon war zuvor Zentrum der christlichen Kirche Persiens (Assyrische Kirche des Ostens). Spätestens 410 n.Chr. führt der Bischof als Großmetropolit der Kirche Persiens den Titel Katholikos. Ihm waren alle Metropoliten Mesopotamiens sowie alle Kirchen des Ostens (Persien, Indien, später auch Zentralasien und China) untergeordnet. Gegen Ende des 8. Jh. n.Chr. wurde auch der Sitz des Katholikos nach Bagdad verlegt.

Als bedeutsamstes Bauwerk gilt

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bullet Bildergalerie Seleukia-Ktesiphon 1984

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