Sufismus
  Sufismus

Aussprache: sufiyya, tasawwuf
arabisch:
صوفية , تصوف
persisch:
تصوف, 
englisch: Sufism

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Der Sufismus gilt allgemein als die islamische Mystik. Ein Anhänger des Sufismus wird Sufi oder Derwisch genannt.

Sufis selber betonen, dass sich der Sufismus zu seiner vollen Blüte erst ab dem Auftreten des Propheten Muhammad (s.) entwickelt hat und dass der Islam die besten metaphysischen Instrumente für die geistige und seelische Entwicklung des Menschen bereithält.

Während die Mystik Bestandteil nahezu aller islamischer Richtungen ist und lediglich vom Wahhabismus bekämpft wird, gelten Sufis bei vielen anderen Muslimen als dennoch zu einseitig weltabgewandt orientiert. Sufis gelten als jene, die dem Propheten Muhammad (s.) am liebsten auf seine Himmelfahrt [miradsch] folgen aber im Gegensatz zum Propheten Muhammad (s.) nicht zurück kommen wollen. Diese Vorstellung beruht allerdings auf einer eher zurückgezogenen Abgeschiedenheit vieler Sufi-Orden als auf verallgemeinerbaren Gegebenheiten.

Allen Sufis gemeinsam ist ein asketisches Leben. Ein sehr einflussreicher früher Sufi war der Asket Hasan al-Basri (642–728). Ebenfalls in der Stadt Basra lebte und wirkte Rabia al-Adawiyya (714 oder 717/8-801), eine der bedeutendsten weiblichen Sufi-Heiligen. Im 9. Jahrhundert war Dhun-Nun einer der ersten Sufis, der eine Theorie über "Fana" und "Baqa" entwickelte, eine Lehre über das Entwerden [fana] der eigenen Seele [nafs] in Gott. Außerdem formulierte er die Theorie von Erkenntnis. So mancher Sufi musste allerdings seine eigene Erkenntnis, die den Machthabern nicht passte, mit dem eigenen Leben bezahlen, wie Halladsch.

Als wichtiger Vertreter des Sufismus gilt Abu Hamid Ghazzali der seine Ideen zu einem mystischen System ordnete. Noch mehr der Mystik zugewandt war allerdings sein weniger bekannter Bruder Ahmad Ghazzali. Der Lehre al-Ghazalis nach besitzen die Menschen in ihrer Brust ein spirituelles Herz, das in die Welt der Engel schauen kann. Als ebenso bedeutend gilt Ibn Arabi, der etwa ein halbes Jahrhundert später lebte. Ibn Arabi ist ebenfalls Autor etwa 500 wichtiger sufischer Schriften. In seinem Werk "Fusus Al-Hikam" zeichnet Ibn Arabi eine metaphysische Genealogie, in der die im Heiliger Qur'an erwähnten Propheten dazu beitragen, das mystische Bewusstsein der Menschen zu wecken. Dieser Gedanke wurde erst im 19. und 20. Jahrhundert von westlichen Autoren wieder aufgegriffen. Danach sind die bedeutenden Religionsgestalten der Menschen auch Lichtgestalten, die das Bewusstsein der Menschen formen. Die poetischen Werke Faridudin Attars sind in der Westlichen Welt weniger bekannt, hatten aber großen Einfluss auf einige Mystiker. Er wirft ein neues Licht auf die Lehre, indem er wie niemand vor ihm den Pfad mit der Kunst eines Geschichtenerzählers beschreibt.

Als eine der ersten Sufi-Ordensgemeinschaften [tariqa] gilt eine von Abd al-Qadir al-Dschilani gegründete Gemeinschaft. Als einer der bekanntesten Orden gelten die Anhänger von Dschalaleddin Rumi.

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