Allama Tabatabai
Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

Aussprache: allamah sayyid muhammad husain tabataba-i
arabisch:
علامه سید محمد حسین طباطبائ
persisch:
علامه سید محمد حسين الطباطبائي
englisch: Allameh Seyyed Muhammad Husayn Tabataba'i

1892 - 1981 n.Chr.

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Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai war einer der größten Gelehrten [faqih] des Islam im 20. Jh. n.Chr. und vor allem bekannt für sein Lebenswerk al-Mizan.

Er wurde 1892 n.Chr. in Täbriz in einer Gelehrtenfamilie geboren. Im Alter von fünf Jahren verlor er seine Mutter und mit neun seinen Vater. Sein Vormund gab ihn und seinen jüngeren Bruder in die Obhut eines Dieners und eines Hausmädchens. Kurz nach dem Tod des Vaters wurden sie in die Grundschule eingeschult und besuchten dann die Hauptschule. Schließlich wurde ihre Schuldbildung einem Tutor anvertraut, der Hausbesuche machte; auf diese Weise lernten sie sechs Jahre lang persisch und grundlegende Schulfächer.

1918 n.Chr. begann er mit dem Theologie und Arabischstudium. Sieben Jahre lang studierte er Grammatik, Rhetorik, Rechtsprechung, Rechtsprinzipien, Logik [mantiq], Philosophie und Theologie. 1925 n.Chr. reiste er nach Nadschaf, um den Unterricht von Ayatollah Scheich Muhammad Husain Isfahani zu besuchen. Unter seiner Führung nahm er sechs Jahre an einen Kurs der Rechtsprinzipien teil, und vier Jahre an einen Kurs in Rechtsprechung.

Etwa sieben Jahre lang studierte er Rechtsprechung bei Ayatollah Muhammad Husain Naini und führte unter seiner Leitung einen Kurs über die Prinzipien des Gesetzes durch. Er studierte Rechtsprechung auch bei Ayatollah Hudschat Kuhkanari.

Im Bereich der Philosophie hatte er das große Glück, bei den am meisten angesehenen Philosophen jener Zeit, Sayyid Husain Badkubi, studieren zu dürfen. Im Verlauf der sechs Jahre, in denen sein Studium andauerte, studierte er Sabzawaris Monzuma, Mulla Sadras Asfar und Masahir Ibn Sinas Sifa, Ibn Tarkas Tamhid, und Ibn Muskuyas Achlaq. Aus dem großen Interesse, das Sayyid Badkubi seiner Erziehung beimaß, um seine Begeisterung für die Philosophie mit einer Bekanntschaft mit einem rigorosen Denkstil zu unterstützen, wies er ihn an, Mathematik zu studieren. Um dieser Anweisung gerecht zu werden, besuchte er den Unterricht von Sayyid Abulghasem Hunsari einem großen Mathematiker. Bei ihm studierte er auch analytisches logisches Denken und alle Bereiche der traditionellen Mathematik.

Aufgrund von Schwierigkeiten hinsichtlich der Finanzierung seines Lebensunterhalts war er gezwungen 1935 in seinem Geburtsort Täbriz zurückzukehren. Dort lebte er gut zehn Jahre, die er als eine Zeit der spirituellen Leere ansah, denn er wurde durch das unvermeidbare Engagement und sozialen Kontakte, die mit dem Verdienen des Lebensunterhalts durch Landwirtschaft einhergingen, von Lehre und Nachdenken weitgehend abgehalten.

1946 ließ er diese Situation hinter sich und siedelte nach Qum über, wo er seine Lehrtätigkeit wieder aufnahm. In Qum begann er zu unterrichten, indem er sich auf die Auslegung [tafsir] des Heiligen Qur'an, die traditionelle islamische Philosophie und die Theosophie konzentrierte, die dort seit vielen Jahren nicht mehr gelehrt worden war. Seine interessante Persönlichkeit und geistige Erscheinung zogen bald einige der intelligentesten und kompetentesten Studenten an, so dass die Lehren von Mulla Sadra allmählich wieder zu einem Eckpfeiler des traditionellen Lehrplans wurden. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörten u.a. Ayatollah Seyyid Mohammed Hosseini Beheschti und Ayatollah Morteza Motahhari.

Er unternahm häufig Reisen nach Teheran, wo er junge Iraner mit moderner Bildung unterrichtete, denn nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Marxismus in Mode kam, war er der einzige Religionswissenschaftler, der die philosophische Basis des Kommunismus studierte und aus traditioneller Sicht eine Antwort auf den dialektischen Materialismus gab. Es fanden regelmäßige Sitzungen statt, die von einer ausgewählten Gruppe Iraner und in der Herbstzeit von Henri Corbin besucht wurden und in denen die grundlegendsten und drängendsten geistigen und rationalen Probleme diskutiert wurden. Dabei wurden nicht nur die klassischen Texte Göttlicher Weisheit und der Gnosis studiert, sondern auch vergleichende Gnosis, wobei die heiligen Texte der Hauptreligionen wie die Upanischaden, das Johannesevangelium usw. diskutiert und mit dem Sufismus und den gnostischen Doktrinen des Islam verglichen wurden.

Zusätzlich zu einem anspruchsvollen Programm von Unterricht und Lehre hat Allama Tabataba'i zahlreiche Schriften verfasst, die seine große Bedeutung in und für die islamische Welt und die islamischen Wissenschaften bezeugen. Sein bedeutendstes Werk ist seine Auslegung [tafsir] des Heiligen Qur'an mit dem Titel Al-Mizan.

Er starb 1981 n.Chr., ihm zu Ehren wurde ihm im gleichen Jahr eine Briefmarke gewidmet.

Links zum Thema

bullet Allama Tabatabai - Bildergalerie
bullet Der Qur´an im Islam - Inhaltsverzeichnis
bullet

Al-Mizan - Auslegung des Qur'an - Text zum ersten Kapitel

Bücher zum Thema

 

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