Gordian Troeller
Gordian Troeller

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englisch: Gordian Troeller

16.3.1917 - 22.3.2003

Bild: 1997 in seiner Wohnung in Hamburg

.Bücher von Allama Tabatabai finden Sie im Verlag Eslamica.

Gordian Troeller war ein bekannter Journalist, Fotograf und Dokumentarfilmer in Deutschland, der unter Muslimen insbesondere für seine auch in muslimischen Ländern gedrehten Filmreihen "Frauen der Welt" und "Kinder der Welt" bekannt ist. Sein kritischer Film über Kinder von Zionisten führte dazu, dass er kaum mehr weiteren Aufträge erhalten hat.

Gordian Troeller ist am 16.3.1917 in Pierrevillers (Lothringen) geboren und hatte die luxemburgische Staatsangehörigkeit. Nach einer kurzen Erfahrung im spanischen Bürgerkrieg floh er 1940 vor den Deutschen aus Luxemburg nach Portugal. Dort organisierte er mit Unterstützung der Alliierten eine Fluchtlinie, die von den Nazis verfolgten Personen die Flucht nach Portugal ermöglichte. Nach dem Krieg arbeitete er als Korrespondent verschiedener Zeitungen vor allem im Iran und Nahen Osten, wo er die Kontakte aufbaute, die er später für seine eigenen Dokumentarfilme nutzen sollte.

Ab 1960 erstellte er zusammen mit seiner französischen Kollegin Marie-Claude Deffarge Text- und Fotoreportagen und wurde dafür in Fachzeitschriften berühmt. Ende der 60er Jahre begann er zu filmen, was ab 1974 zu regelmäßigen Sendungen in der ARD führte, darunter 70 Dokumentarfilme für Radio Bremen in den Reihen "Frauen der Welt" und "Kinder der Welt". Sein Engagement für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung führte zu zahlreichen Auszeichnungen, unter anderem zu zwei Adolf-Grimme-Preisen (1984 und 1985) und 1987 zum Deutschen Kritikerpreis für die Reihe "Kinder der Welt". Für sein Lebenswerk erhielt er 1992 die "Besondere Ehrung" des Adolf-Grimme-Preises und 2003 den Lëtzebuerger Filmpräis 'Prix d’honneur' für das Gesamtwerk.

In seinem 1989 gedrehten Film "Die Nachkommen Abrahams – Israel – Palästina" stellte er die Erziehung der Kinder von Zionisten äußerst kritisch dar. Das brachte ihm den Vorwurf des Antisemitismus durch zionistische Kreise ein. Zwei jüdische Gemeinden haben bei deutschen Gerichten Klage gegen Gordian Troeller erhoben. In beiden Fällen ist er freigesprochen worden.

Er starb am 22.3.2003 in Hamburg, wo er zuletzt lebte.

Zu seinen Dokumentarfilmen zählen

bulletEin Kriegsbericht aus dem Mittelalter – Jemen 1963
bulletDurchs blutige Kurdistan – Irak 1964
bulletEin vergessener Völkermord – Sudan 1967
bulletIm belagerten Sanaa – Nordjemen 1967
bulletDie Revolte der Sklaven – Oman 1969
bulletDas Mittelalter will nicht sterben – Jemen 1970
bulletNoch ein Biafra – Sudan 1970
bulletIm Land der 1001 Bohrtürme – Persischer Golf 1971
bulletDas Sultanat Oman – Oman 1971
bulletSüdjemen, das Kuba der arabischen Welt – Südjemen 1972
bulletAlgier, Hauptstadt der Revolutionäre – Algerien 1972
bulletKommunisten seit 1000 Jahren – Südjemen 1973
bulletDer Fluch der Abhängigkeit – Algerien 1974
bulletDie weiße Revolution – Iran 1975
bulletFreiheit verboten – Somalia 1978
bulletFabriken für die Dritte Welt – Tunesien 1979
bulletDer persische Traum – Iran 1979

In der Reihe "Frauen der Welt" drehte er unter anderem:

bulletVom Nutzen der Vielehe – Togo 1979
bulletFreiheit unter dem Schleier – Iran 1980
bulletVom Fluch der Jungfräulichkeit – Ägypten, Italien 1980

In der Reihe "Kinder der Welt" drehte er unter anderem:

bulletErziehung zum heiligen Krieg – Iran 1985
bulletVon Moslems und Christen – 1988
bulletDie Deutschländer – Türkei 1989
bulletDie Nachkommen Abrahams – Israel – Palästina 1989
bulletIm Bann des Islam – Jordanien 1997

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