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SM UB 46 war ein deutsches Küsten-U-Boot des Typs UB II der
Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg. Ein großer Teil
seines Wracks ist im
Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi)
ausgestellt.
Das Boot wurde bei AG Weser in Bremen gebaut und 1916 in
Dienst gestellt. Kommandant war Kapitänleutnant Cäsar Bauer.
Es war etwa 36,9 Meter lang, rund 4,4 Meter breit, besaß zwei
Bugtorpedorohre, führte vier Torpedos mit und hatte zusätzlich
ein 5-cm-Deckgeschütz. Für den Einsatz im Mittelmeer wurde es
in Einzelteilen per Eisenbahn nach Pola gebracht und dort
wieder zusammengesetzt.
UB 46 gehörte zunächst zur deutschen U-Boot-Streitmacht im
Mittelmeer und wurde später zur Konstantinopel-Flottille
versetzt. Das war Teil der deutsch-osmanischen militärischen
Zusammenarbeit im Ersten Weltkrieg. Am 7. Oktober 1916
erreichte das Boot
Istanbul, nachdem es die stark verminten
Dardanellen (Çanakkale Boğazı) passiert hatte.
Anschließend operierte es im Schwarzen Meer.
Während seiner kurzen Einsatzzeit unternahm UB 46 fünf
Feindfahrten. Ihm werden vier versenkte Handelsschiffe mit
insgesamt rund 8.099 BRT zugerechnet: die japanische Kohina
Maru, der griechische Segler Basileios, der britische Dampfer
Huntsfall und der Segler Melanie/Melani.
Das Ende kam am 7. Dezember 1916. Auf der Rückfahrt
Richtung
Istanbul lief UB 46 vor der Schwarzmeerküste nördlich des
Bosporus, nahe Akpınar, auf eine russische Mine. Das Boot
sank ungefähr 300 Meter vor der Küste. Nach den überlieferten
Angaben kamen alle etwa 20 Besatzungsmitglieder ums Leben.
Im Jahr 1993 stieß man während Kohleabbauarbeiten bei
Akpınar auf einen Teil des Wracks. Geborgen wurde ein ungefähr
16 Meter langes Stück des Vorschiffs, das Bereiche des
Torpedoraums und der Batterien umfasst. Der übrige Teil des
U-Bootes wurde trotz weiterer Suche nicht gefunden.
Das geborgene Wrackstück wurde zunächst beim
Seefahrtsmuseum Istanbul ausgestellt. 2008 brachte die
türkische Marine es nach
Tschanakkale (Çanakkale). Seitdem steht es im Außenbereich des
Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi), nahe
der Çimenlik-Festung.
Damit ist UB 46 auch ein interessantes Zeugnis der
deutsch-osmanischen Militärkooperation: Ein in Bremen gebautes
deutsches U-Boot wurde über Österreich-Ungarn in den
Mittelmeerraum gebracht, fuhr durch die
Dardanellen (Çanakkale Boğazı), operierte von
Istanbul aus und liegt heute als Museumsobjekt in
Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi). Mit dem U-Boot
wurden auch Alltagsgegenstände wie z.B. das Küchenbesteck
teilweise mitgeborgen und sind ausgestellt.


Fotos Y.Özoguz (2026 n.Chr.)